AUSWANDERERBLOG

Düngung

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on April 16, 2007

Um in der Landwirtschaft gute Erträge zu erzielen brauchen die Pflanzen Nährstoffe. In der Regel werden Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kali (K) gedüngt. In den Gewässern fördern die P-Dünger das Algenwachstum und führen zu Problemen in den Mittellandseen. Insbesondere in Regionen wo zu viele Nutztiere pro Flächeneinheit gehalten werden.
Die N-Dünger werden in den Ackerbauregionen grösstenteils in Form von chemischen Handelsdüngern (Kunstdünger) ausgebracht. Durch die N-Düngung ist die Nitratbelastung in vielen Trinwasserfassungen über gewisse Grenzwerte gestiegen. Zuviel Nitrat im Trinkwasser und Gemüse kann Krebs verursachen.
Im Biolandbau sind mineralische Dünger (Chemische Kunstdünger) untersagt. Gedüngt wird nur mittels organischen Hofdüngern oder anderem organischen Material wie Buchon de plume (Hühnerfedern), Knochen- oder Algenmehl usw.. oder Gründüngung.
Die Stickstoffdüngung wirkt sich sehr direkt auf die pflanzlichen Erträge und den Eiweissgehalt (beim Getreide) aus.

Wir haben uns entschlossen keine (teuren) organischen Dünger zuzukaufen, sondern zu versuchen, den N-Bedarf unseres Weizens mittels den Pflanzenresten der Vorfrucht zu decken. Das heisst, dass wir in der Fruchtfolge vor dem Getreide eine Leguminosepflanze anbauen, die die Fähigkeit hat, den N aus der Luft zu binden. Das können Bohnen, Erbsen, Klee oder Luzerne sein.
Natürlich sind durch diese reduzierte Düngung die Erträge deutlich tiefer als in der konventionellen Landwirtschaft (-30%). Zurzeit sieht man den Unterschied in der Farbe der Getreidefelder: stark gedüngte Äcker sind dunkelgrün, fast blaugrün, schwach gedüngte Biofelder hingegen eher hellgrün oder fast gelblich.
Dafür bleibt das Grundwasser sauber und die Umwelt intakt! Aber ich gebe gerne zu, dass mein Agronomen-Herz manchmal etwas blutet, wenn ich meine schwach gedüngten Felder mit denjenigen gewisser Nachbarn vergleiche….