AUSWANDERERBLOG

Darüber spricht man (lieber) nicht…

Posted in Politik by ruedibaumann on Mai 3, 2018

Ich habe im März aus der „Republik“ erfahren, dass u. a. der stv. Direktor des Schweiz. Bauernverbandes als Verwaltungsrat der Raiffeisenkasse jährlich 160’000 sfr. erhält. In einem offenen Leserbrief an den „Schweizerbauer“ und an die Bauernzeitung wollte ich von Markus Ritter  nur wissen, ob das stimme. Ritter hat geantwortet, obschon mein Leserbrief in den besagten Zeitungen nie veröffentlicht wurde(!) Ich habe Leserbrief und Antwort  nur auf meinem Blog (auswandererblog.ch) vom 20. März selber publiziert. Ritters Antwort ist sehr allgemein gehalten und enthält keine Zahlen.

Inzwischen hat die Bauernzeitung offenbar in einer Randnotiz darüber berichtet. Allerdings natürlich ohne Zahlenangaben und ohne den Hinweis, dass der besagte Verwaltungsrat seine Entschädigung kürzlich noch um 40% erhöhen wollte…

Eigentlich erstaunlich, dass Schweizer Bauern stillschweigend akzeptieren, dass freundliche, aber unliebsame Leserbriefe in ihren Verbandszeitungen unterschlagen werden und dass einer der „ihren“ in der Freizeit (!) 160’000 Franken pro Jahr „verdienen“ kann, auch wenn jetzt offenbar praktisch der ganze, wenig kompetente Verwaltungsrat zurücktreten muss.

UrsSchneiderRaiffeisen

Martres-Tolosane

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Dezember 22, 2015

Es ist ein Kleinstädtchen wie tausend andere in der französischen Provinz: Martres-Tolosane, 2200 Einwohner, am Oberlauf der Garonne gelegen, nichts besonderes und doch so einzigartig wie eben nur französische Dörfer und Städtchen sind…

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Die Sonne scheint warm in diesen Dezembertagen, Schulkinder flanieren, die wenigen Geschäfte sind über Mittag bis 15 Uhr geschlossen, nur ein Restaurant hat am Montag geöffnet, Menu du jour: Entrée: Zwiebelkuchen und Salat, Plat: poulet und Teigwaren mit Käse, Déssert: fondant au chocolat,  und natürlich wie überall pain et eau à discrétion, dazu ein Glas Rotwein, un p’tit café… alles zusammen 15 €uro. Etwa ein Dutzend Gäste lassen sich verwöhnen. Die Grossmutter kocht, die Mutter serviert, der noch schulpflichtige Sohn hilft beim Abräumen.

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Carole Delga, die neu gewählte sozialistische Präsidentin der Grossregion Midi-Pyrénée-Langedoc-Roussion ist hier aufgewachsen. In bescheidenen Verhältnissen, als Tochter einer Sekretärin, jetzt ist sie Präsidentin einer Region grösser als die Schweiz…

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Martres-Tolosane ist oder war bekannt durch sein Faiencerie-Artisanat. Die Strassen und Häuser sind immer noch entsprechend angeschrieben.

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Douce France…  https://www.youtube.com/watch?v=Iit3Kabs7QA

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Tricolore auf Halbmast

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Juli 29, 2014

Ohne Titel

 

Präsident Hollande hat wegen dem Flugzeugabsturz in Mali, an dem 54 Französinnen und Franzosen ums Leben gekommen sind, die Fahnen an allen öffentlichen Gebäuden für drei Tage auf  Halbmast setzen lassen (drapeau en berne, deuil national).

Frankreich wäre nicht Frankreich, wenn auch dieser Entscheid des Präsidenten nicht ausführlich und leidenschaftlich diskutiert würde. Ist die Massnahme nicht übertrieben? Was ist mit den  viel mehr Toten im Strassenverkehr? Will der Präsident mit der Massnahme politisches Kapital schlagen und von allen anderen gravierenden Problemen ablenken?

Die Stimmung im Lande ist schlecht. Die Wirtschaftszahlen wollen und wollen nicht ansteigen und die Arbeitslosigkeit verharrt auf hohem Niveau. Die Getreidebauern klagen über das schlechte Erntewetter und die Früchte- und Gemüsebauern über die Billigkonkurrenz aus Spanien und Marokko. Die Kulturschaffenden protestieren gegen die Reformen in der Arbeitslosenunterstützung und haben damit etliche Sommerfestivals an den Rand des Ruins getrieben.

Dabei ging mit der Tour de France eben eine Begeisterungswelle durchs Land, weil endlich nach dreissig Jahren wieder zwei Franzosen auf dem Podium in Paris standen.

Trotz allen Widerwärtigkeiten ist halb Frankreich „en fête“, es wird gefeiert, getrunken, gegessen und die Autobahnen sind wie eh und je verstopft, weil alle, wirklich alle in die Ferien fahren!

C’est la vie!

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