Nach dem Sturm
Der Sturm war angesagt. Meteo France hat am Freitag den ganzen Tag „alerte rouge“ für neun Departemente im Südwesten angekündigt. Man konnte sich vorbereiten. Alles wegräumen was nicht niet- und nagelfest ist. Taschenlampen, Batterien, Wasser, Lebensmittel, Kerzen… bereitstellen. Alle Fenster und Läden schliessen…
Am Samstagmorgen um vier Uhr ging’s los mit brausen, krachen und pfeifen. Gleichzeitig Stromausfall, Telefonleitungen unterbrochen, sowohl Festnetz wie Mobiltelefon.
Regionale Infos laufen über Transistorradio. Einzelne Departemente haben jeglichen Strassenverkehr untersagt. Windgeschwindigkeiten an der Küste 170 kmh, bei uns im Gers 140 kmh. Durch eine Ritze des Fensterladens müssen wir zusehen wie unser kleines Gewächshaus langsam implodiert: Scheibe um Scheibe zersplittert. Eine alte Eiche auf unserer Zufahr wird durch den Sturm entwurzelt und kracht zu Boden…
Die Leute im Radio sagen es sei schlimmer als 1999 beim Orkan Lothar. Es gibt erste Meldungen über Verletzte und Tote…
Es wird kalt im Haus, es ist finster, man solle Wasser sparen, sagen sie auf Sudradio, weil sonst die Versorgung zusammenfalle… Der Sturm dauert an, 12 Stunden lang. Il faut garder le moral, frierend, ausgerüstet mit Stirnlampe im finsteren Haus. Cheminée anzumachen ist zu gefährlich, der Wind drückt durch das Kamin herunter.
Um 15 Uhr können wir endlich wieder ins Freie. Als erstes müssen wir die Zufahrt durch unsere Eichenallee freiräumen…
Die Solidarität auf dem Lande funktioniert bestens. Man hilft sich gegenseitig, bevor es wieder Nacht wird, die wichtigsten Verbindungswege freizulegen. Warmes Nachtessen bei Kerzenlicht bei unseren Nachbarn dank Gaskocher.
Am Sonntag ist aufräumen angesagt. Auch wenn es regnet, es ist wohltuend, dass man wieder ins Freie kann.
Niemand weiss, wie lange der Stromausfall dauern wird, aber es könne schon eine Woche dauern, bis alle abgelegenen Höfe wieder versorgt werden könnten. Damit das tiefgekühlte Fleisch nicht schaden nimmt, organisieren die Nachbarn einen Benzingenerator. Vorerst zwei Stunden Strom für jeden Haushalt!
Heute morgen seien noch 800 000 Leute im Südwesten ohne Elektrizität sagen sie auf Inforadio. Ein Teil von Traversères ist wieder am Strom- und Telefonnetz angeschlossen. Wir gehören zu den Glücklichen!
In 178 Tagen um die Welt….
Für Aus-, Weit-, Stadt- und Landwanderer, für Weltenbummler und Daheimgebliegene, für Leute mit Heim- und Fernweh möchte ich heute auf den kurzweiligen Reiseblog unserer Nichte Mirjam Matti aufmerksam machen. Seit dem 4. Januar berichten Mirjam und Clemens regelmässig von ihrer grossen Reise rund um den Globus (In 178 tagen um die Welt…).
Heute noch in Hinterindien morgen schon in Kuala Lumpur oder Kambodscha!
Gute Reise und viel Vergnügen!
Rotkehlchen
Das kalte Wetter macht die Tiere offenbar zutraulich. Das Rotkehlchen hat an unserem Küchenfenster geradezu um Nahrung gebettelt. Na dann…
Das Rotkehlchen gilt als Überbringer der Sonne… und sein Gesang soll mit 275 nachgewiesenen, sich fortlaufend ändernden Motiven äußerst variabel sein!
Ein gutes neues Jahr!
Bonne Année 2009!
Nicolas Sarkozy a annoncé aux Français que „les difficultés qui nous attendent en 2009 seront grandes“ (Neujahrsansprache des Präsidenten).
Na dann: Äs guets Nöis!
Es ist wie mit den Sonnenblumenfeldern: es kommt auf die Sichtweise, den Zeitpunkt, den Ort und die Erwartungen an…
La Oueyte, Traversères, France
Stücki, Suberg, Schweiz
„Denn wir sind zäh. Zäh wie die schneebedeckten Pflanzen, die der Winterkälte trotzen. Wir wissen, der Frühling kommt bestimmt“, sagte Merz in der traditionellen Neujahrsansprache des Bundespräsidenten.
Daheim!
Unsere Kinderlein sind gesund und munter von ihrem zweimonatigen Zentralamerikatrip zurück! Costa Rica, Nicaragua, Mexiko… sie haben viel zu erzählen! Schönes und erschreckendes…
Gestern Abend bei der Ankunft….
…. und vor zwei Monaten beim Abschied….
Für uns geht der schöne Betriebshelfereinsatz in der Schweiz zu Ende. La France nous attende…
Gelesen…
Ich weiss nicht ob die kalte Bise, der hartnäckige Hochnebel oder die Literaturbesprechung im Fernsehen der Grund war, dass ich mich entschlossen habe den Roman „Gut gegen Nordwind“ des oesterreichischen Autors Daniel Glattauer zu lesen. Und ich habe es nicht bereut, ganz im Gegenteil, ich bin fasziniert von der intelligenten Liebesgeschichte zwischen Emmi und Leo. Der ganze Roman besteht nur aus Hin-und-her-mails, zufällig begonnen, entwickelt sich ein quicklebendiger Dialog mit viel Sprachwitz und mit skurrilen Einfällen. Eine romantische Liebesgeschichte, ein Onelineflirt der einen nicht schlafen lässt und trotz allem nicht kitschig ist.
Schneewanderer
Es ist schön, wieder mal mit Schneeschuhen durch tief verschneite Landschaften zu wandern. Der Schnee mag vielerorts ein Chaos auslösen, aber er verzaubert auch die Landschaft, umhüllt die Dörfer und verschluckt den Lärm der Umgebung….
Weitwanderer
Hans Marthaler ist ein Studienkollge, er hat uns letzten Sommer per Velo in der Gascogne besucht. Esther und Hans Marthaler waren in jungen Jahren als Entwicklungshelfer in Ruanda tätig, danach war Hans Beamter beim Bundesamt für Landwirtschaft und schliesslich haben sie in Kanada in der Gegend von Toronto eine Farm bewirtschaftet.
Jetzt ist Hans pensioniert und widmet sich seiner wahren Leidenschaft: Weitwandern!
Er hat bereits in Kanada und in den USA wochenlange Wanderungen unternommen. In Europa läuft er beispielsweise von Bern nach Stuttgard oder nach Paris. Er ist wochenlang auf einsamen Pfaden in den Pyrenäen oder mit Langlaufskis im Jura unterwegs.
Jetzt kann man einige seiner Weitwanderungen auf spektakulären Bildern auf seiner Homepage ansehen (www.fernwege)
Hans Marthaler schreibt:
„Auf Fernwegen zurück zur Langsamkeit. Auf Flugreisen habe ich ein Unbehagen. Es ist wie wenn die Seele dem Körper hinten nach eilen würde und nicht mehr Schritt halten kann. Laufen ist ein Mittel um «zurück zur Langsamkeit» zu finden. Das Tempo ist Nebensache, mit gemächlichen drei Kilometern pro Stunde können täglich 20 bis 30 Kilometer zurückgelegt werden. In unserer hektischen Zeit ist das Laufen ein Privileg. Durch seine verlangsamende und beruhigende Wirkung finde ich zurück zum menschlichen Mass. Laufen ist Meditation.“
Ob Aus-, Stadt-, oder Weitwanderer, vernetzt sind sie alle….
Eunice Bonaparte
Eunice Bonaparte ist Amerikanerin und arbeitet zur Zeit für das amerikanische Peace Corps in der Ukraine als Erwachsenenbildnerin. Ich kenne sie von einem gemeinsamen Einsatz als Wahlbeobachter in Armenien im Jahre 2003. Dazwischen haben wir sie einmal gesehen als engagierte Lehrerin in einem schwierigen Quartier in Brooklyn, New York.
Endlich gab sich die Gelegenheit, ihr auch einmal die Schweiz und unsere kleinbäuerliche Landwirtschaft etwas näher zu zeigen…
Auch wenn sich das Wetter nicht gerade von der besten Seite zeigte….
….präsentierte sich die Inselmatt unter einem schönen Regenbogen…
… und unsere Mutterkühe hatten Freude an der neuen Betreuerin
Heute Sonntag strahlte endlich auch das Berner Oberland in schönstem Sonnenschein
Biel-Bienne
Biel ist eine zweisprachige Stadt. Der See, die gemütliche Altstadt, der Jurasüdfuss und der welsche Charme machen Biel einzigartig. Zudem haben die Bielerinnen und Bieler endlich auch den letzten Autoparteiler aus der Stadtregierung geworfen und dafür eine grüne Frau gewählt, etwas was die Stadt noch einmal viel sympathischer macht…
Die Zweisprachigkeit hat allerdings hin und wieder ihre Tücken…















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