AUSWANDERERBLOG

Erbschaftssteuern: Wenig Fakten, viele Behauptungen

Posted in Politik by ruedibaumann on August 1, 2024

Die Juso-Volksinitiative die Erbschaften von über 50 Mio besteuern will, hat ja offenbar in der Schweiz ein Zetermordio ausgelöst. Also wohlverstanden, Erbschaften bis und mit 50 Millionen Schweizerfranken sollen schon mal steuerfrei sein und erst der Anteil über 50 Mio soll mit 50% besteuert werden.

Und schon wollen SVP-Milliardäre wie Spuhler, Blocher und Kompanie „vorsorglich“ die Schweiz verlassen, das heisst schon bevor überhaupt über die Initiative abgestimmt ist!

Der schweizerische Geldadel behauptet, sie müssten sonst ihre Cashcows (Industriebetriebe) ins Ausland verkaufen, um die Erbschaftssteuern überhaupt bezahlen zu können. Unsinn! Die Gesetzgebung in der rechtsbürgerlichen Schweiz würde selbstverständlich dafür sorgen, dass für Familienbetriebe das investierte Kapital als Freibetrag nicht angerechnet würde!

Übrigens: Frankreich hat einen Spitzensatz für Erbschaftssteuern (60%!) und selbstverständlich gibt es Freibeträge für Gewerbebetriebe!

Und noch etwas: Erbschaftssteuern werden von den Erben bezahlt, nicht von den Erblassern!

Bieler Tagblatt: Martin Bühler als Pilger in der France profonde

Posted in Politik by ruedibaumann on Juli 21, 2024

Lieber Martin Bühler

Warum so negativ? In der France profonde lässt es sich gut leben und arbeiten. Natürlich gibt es diese Haltung von „denen da oben, die in Paris“ usw., aber das ist in der Schweiz ja nicht anders. Nach einem Viertel Jahrhundert leben und arbeiten in der Gascogne können wir uns wirklich nicht beklagen:

Die kleinen Dörfer funktionieren, die Natur ist intakt, die Versorgung durch die Wochenmärkte gewährleistet, das Maison de Santé und das Regionalspital funktionieren gut, die regionalen Tagesschulen betreuen die Kinder hervorragend, das politische Leben mit Stimmbeteiligung von über 70% ist rege.

Wer will kann hier günstig ein Haus bauen, über 80% wohnen in den eigenen vier Wänden. Wer als agricultrice oder agriculteur leben will kann das tun: Kulturland kostet zehn mal weniger als in der Schweiz, die Beiträge der EU (PAC, politique agricole commune) sind grosszügig.

Dass es kein kirchliches Personal mehr gibt, empfinden wir als Vorteil, die strikte Trennung von Kirche und Staat ist im Gegensatz zur Schweiz völlig unbestritten. Kirchen werden aus denkmalpflegerischen Gründen erhalten und kulturell genutzt.

Natürlich ist in diesen dünn besiedelten Gegenden der öffentliche Verkehr praktisch inexistent, das Auto und neuerdings E-Bikes unabdingbar. Für den sanften Tourismus gibt es zunehmend malerische Velorouten.

Dass hier auf dem Land die rechtsextreme Marine Le Pen gewählt wird kann ich so nicht bestätigen. Die Französinnen und Franzosen lieben es bei den  (unwichtigen) ersten Wahlgängen „denen da oben“ eins auszuwischen, in den entscheidenden zweiten Wahlgängen wird aber seriös gewählt: unser rurales Departement Gers delegiert seit Jahrzehnten zwei Députés nach Paris, einen Sozialisten und einen Zentristen (Macron). Nur nebenbei, vergleiche ich Frankreich politisch mit der Schweiz: die von einer Milliardärsfamilie geführte und finanzierte grösste Partei der Schweiz ist prominent in der Regierung vertreten, hat diverse verurteilte Rassisten in ihren Reihen und positioniert sich rechts vom Rassemblement National….

Vive la France et vive la République!

Ruedi Baumann

Frankreich: Gute Wahl!

Posted in Politik by ruedibaumann on Juli 7, 2024

Entgegen den Voraussagen hat die extreme Rechte (Rassemblement National RN) nicht triumphiert! Stärkste Kraft ist die vereinigte Linke (Nouveau Front Populaire NFP). Selbst Macron’s Mitte (Ensemble) erhält mehr Sitze als LePens Rechtsextremisten!

Die Franzosen müssen lernen, dass nur mit einer Koalitionsregierung unter der Leitung der Linksallianz (Sozialisten und Grüne) das Land vernünftig regiert werden kann. Der bisherige junge Premier Attal hat seine Demission angekündigt.

In unserem Wahlkreis (Gers Sud) hat sich der bisherige Macron-Mann Cazeneuve gegen einen RN-Vertreter deutlich durchgesetzt. So auch in unserer Gemeinde Traversères.

Vive la France et vive la République!

„Le fascisme, ça commence avec les fous, ça se réalise grâce aux salauds, et ça continue à cause des cons“

Posted in Politik by ruedibaumann on Juli 6, 2024

Am Sonntag findet in Frankreich der zweite, entscheidende Wahlgang statt. Keine Stimme für die extreme Rechte!

Europawahlen

Posted in Politik by ruedibaumann on Mai 27, 2024

„Immerhin, ein Viertel der Schweizer Wohnbevölkerung kann mitreden, wenn in zehn Tagen in den 27 EU-Staaten die 720 Abgeordneten des Europaparlaments gewählt werden. Es sind Doppelbürgerinnen und -bürger, aber auch Arbeitskräfte aus den EU-Staaten, die in ihrer Heimat wahlberechtigt sind. Das illustriert, wie stark die Schweiz als Land mittendrin mit dem Schicksal des Staatenbundes um uns herum verknüpft ist. Die Europawahl zwischen dem 6. und 9. Juni betrifft uns – ob wir es wollen oder nicht.“ (Der Bund vom 27. 5. 24)

Ich gehöre zu den Privilegierten und kann als schweizerisch- französischer Doppelbürger an den Europawahlen teilnehmen. Allerdings ist es nicht ganz einfach, sich in dem französischen Parteien und Kandidatenfeld eine Übersicht zu verschaffen. Die Kandidaten sind kaum bekannt, der Wahlkampf ist kurz und Wahlveranstaltungen gibt es in ländlichen Regionen eher wenige. Frankreich kann insgesamt 74 Parlamentsabgeordnete nach Brüssel schicken. Alle Parteien bewerben fast nur die sog. „tête de liste“, manchmal auch Personen die schlussendlich gar nicht ins Europaparlament gewählt werden (wollen). Grüne und Linke haben eine schlechte Ausgangslage, nicht zuletzt wegen der Aufspaltung in diverse Gruppierungen und Schattierungen. Auch die Anhänger von Macron dürften es schwer haben. Es wird allgemein ein Rechstsrutsch erwartet. Die Ausgangslage für die Sonderwünsche der Schweiz wird schlechter werden.

Aus meiner politischen Mottenkiste…

Posted in Politik by ruedibaumann on April 23, 2024

Die Ereignisse liegen inzwischen über ein Vierteljahrhundert zurück: Volksabstimmung über die Kleinbauerninitiven zur Oekologisierung der Landwirtschaft. Wie man sieht, waren die Bauern in Abstimmungskämpfen nie zimperlich…

Dank dem Nein zu den Initiativen mussten inzwischen die Hälfte der (Klein-)Bauern aufgeben…

13. AHV verprassen…

Posted in Patrimoine et architectures, Politik by ruedibaumann on März 5, 2024

Zu Besuch bei den Neinsagern. Im Kanton Luzern wird auf den grünen Matten nach dem langen Winter überall Bschütti eingerieben. Ist auch dringend notwendig: hier soll es mehr Schweine haben als Leute.

Zum ersten mal in meinem Leben in Schwyz: die Nebel hangen tief in der Rotenfluh-Mythenregion. Der Ortsrundgang in Schwyz zeigt viele Herrenhäuser des Landpatriziats, finanziert durch das frühere Söldnerwesen. Der Hauptplatz wird von Pfarrkirche und Rathaus dominiert und durch den regen Autoverkehr belebt. Ein Gemälde der Schlacht bei Sempach ziert die Fassade. Der Landbote der Innerschweiz berichtet über die gestrigen Regierung- und Parlamentswahlen: die SVP hat gewonnen, alle anderen Parteien haben verloren. Hauptthema war die Asylproblematik. Die Kandidatenplakate werden entfernt oder mit neuer Werbung überklebt.

Überall wird Personal gesucht. Das Bundesbriefmuseum ist am Montag geschlossen. Im Restaurant am Rathausplatz darf noch geraucht werden.

Weiterfahrt mit Postauto und Südostbahn zum Kloster Einsiedeln. Entlang dem Rothenturm-Hochmoor, wo die Schweizer Armee vor langer Zeit einen Waffenplatz errichten wollte. Mit einer Volksinitiative und mit einer der wenigen gewonnenen Abstimmungen konnte das im letzten Moment verhindert werden.

Einsiedeln, auch hier war ich noch nie, obschon das Kloster Einsiedeln jährlich von hunderttausenden Besuchern und Pilgern besucht wird. Es trieft von Gold und Reichtum! Jede Mutter Gottes und jede Türfalle ist vergoldet. Spenden und Legate sind willkommen.

Die Reise geht weiter an den Zürichsee. Die Goldküste glänzt in der lichten Abendsonne. Einzelne privilegierte private Seeanstösser haben die Schweizerfahne gehisst: schliesslich hat eine deutliche Mehrheit am Sonntag Nein gesagt zu einem öffentlichen Seeuferweg…

Letzte Etappe: Spaziergang durch die Zürcher Bahnhofstrasse. Am Paradeplatz steht immer noch das eindrückliche Gebäude der Crédit Suisse. Die UBS wird renoviert. Überall die jungen, smarten Banker wie eh und je, ausser dass sie jetzt alle weisse Apple-Kopfhörer im Ohr haben.

Reiche Schweiz, teure Schweiz, verbaute Schweiz, schöne Schweiz.

Schweizer Solarpreis

Posted in Patrimoine et architectures, Politik by ruedibaumann on März 1, 2024

Das denkmalgeschützte Bauernhaus von 1813 im bernischen Münsingen produziert inzwischen mit seiner PV-Anlage jährlich 78’400 kWh und damit 142% des eigenen Energiebedarfs (6 Wohnungen)!

Die Energiewende ist möglich!

Aufmerksamer Zuhörer der Parlamentsdebatte

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 28, 2024

Solidarität mit der Ukraine

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 25, 2024

Gestern an der Ukraine-Demo in Bern