Grüner Katzenjammer
Bei den deutschen Wahlen haben die Grünen ein Debakel erlebt. Der Absturz zeichnete sich bereits währen dem Wahlkampf ab. Die grünen Freunde haben darauf gesetzt, dass man ehrlicherweise Steuererhöhungen und neue Steuern schon im Wahlkampf ankündigen muss…
Jetzt ist der ganze Bundesvorstand zurückgetreten, um einen Neuanfang zu ermöglichen.
Nicht eben besser geht es den französischen Grünen. Eben wurde bekannt, dass ein prominentes Mitglied, Noel Mamère, Abgeordneter, Bürgermeister in Bègles und ehemaliger Präsidentschaftskandidat aus der Partei austritt. Dabei macht er schwerwiegende Vorwürfe an seine Parteifreunde. Die Grünen seien nur noch ein Syndikat der Gewählten und würden ihre gesellschaftliche Rolle überhaupt nicht mehr wahrnehmen (Artikel in der heutigen Le Monde).
Eigentlich sind die Grünen zunehmen Opfer ihres eigenen Erfolgs: Langjährige Forderungen wie die Energiewende, die oekologische Steuerreform, die gesellschaftliche Oeffnung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren, der Verzicht auf Gentechnologie in der Landwirtschaft usw. sind inzwischen Realität oder zumindest auf guten Wegen. Die erforderliche gesetzgeberische Kleinarbeit ist zwar notwendig aber medial viel weniger attraktiv.
Ich glaube, auch bei den Grünen ist ein Generationenwechsel unumgänglich. Die Partei, die einmal mit einem Rotationsprinzip unter den Abgeordneten angetreten ist, hat inzwischen zu viele graue Häupter in ihren Führungsetagen.
Ämterkumulation, etwas das wir vor Jahrzehnten dem Politestablishement zum Vorwurf gemacht haben, ist leider auch bei diversen Grünen nicht mehr tabu!
Schlechte Aussichten für die Schweizer Grünen für die nächsten Wahlen? Nicht notwendigerweise, wenn die richtigen Entscheide rechtzeitig gefällt werden und frische Kräfte (Junge Grüne!) das Bild der Partei prägen (würden).
Wie weiter?
Oradour-sur-Glane
François Hollande und Joachim Gauck besuchen heute Mittwoch Oradour-sur-Glane hier im Südwesten (Limousin), das 1944 Schauplatz einer der schlimmsten Massenmorde an Zivilisten der Nazis war.
Die Dorfruinen von Oradour sind heute eine wichtige, stumme Gedenkstätte für Frankreich und ganz Europa.
Am 10. Juni 1944 wurden fast alle Einwohner des Dorfes von der SS-Division “Das Reich “ ermordet. Alle Männer wurden auf einem Platz zusammengetrieben, Frauen und Kinder in die Kirche eingesperrt. Dem folgenden Massaker entkamen nur wenige Einwohner. Die Männer wurden erschossen und nicht weniger als 207 Kindern und 247 Frauen starben qualvoll in der brennenden Kirche.
Auch innenpolitisch ist das Massaker von Oradour seit jeher eine sehr heikle Angelegenheit. Beteiligt waren nicht nur Deutsche, sondern auch Elsässer, die in die deutsche Wehrmacht eingegliedert wurden.
Weil Beteiligte nach der Verurteilung nach dem Krieg amnestiert wurden, hat das zu jahrzehntelangen Spannungen zwischen der Region Limousin und dem Elsass geführt.
Eine gute Gelegenheit für François Holland und den deutschen Bundespräsidenten Jochaim Gauck, an diesem traurigen Ort der europäischen Geschichte zu demonstrieren: Nie wieder!
Militärdienst in Europa
In Europa haben fast alle Länder vernünftigerweise die obligatorische Wehrpflicht abgeschafft.
In der Schweiz geht das leider einmal mehr (siehe Frauenstimmrecht oder UNO- und EU-Beitritt) etwas länger und braucht mehrere Volksabstimmungen.
Am 22. September stimmen wir über die Abschaffung der obligatorischen Wehrpflicht ab.
Ich empfehle ein vorbehaltloses JA!
Es gibt sinnvollere Beschäftigungen als Krieg zu spielen!
Präsidialer Besuch
Dem neuen französische Umwelt-und Energieminister Philippe Martin, Député du Gers, ist es wohl zu verdanken, dass der französische Präsident François Holland unserem Département einen zweitägigen Besuch abstattet. Gestern hat er in Auch übernachtet, den lokalen (Bio-) Markt besucht und u. a. diverse neuer Stadtteile und das Kloster in Flaran besichtigt.
Leider ist er am Abend an unserem Dorffest, fête de Traversères, nicht aufgetaucht…;-)
«Werum kenne mir üs nid besser?»
Die 1.August-Rede unseres Sohnes heute Abend in Grossaffoltern, jetzt schon auf dem Auswandererblog:
Neuer Minister
Unser Député (Abgeordneter in der Nationalversammlung) wird neuer Umweltminister in Frankreich.
Hierzulande werden Minister manchmal blitzartig ausgewechselt. Nachdem die bisherige Umweltministerin Delphine Batho heute morgen noch die ihr auferlegten Budgetkürzungen öffentlich kritisiert hat, war sie heute Abend bereits nicht mehr im Amt!
Als neuer Minister für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie ist Philippe Martin ernannt worden. Er ist einer unserer beiden Parlamentsabgeordneten. Das Departement Gers zählt nur zwei, notabene sozialistische, Abgeordnete. Zudem präsidiert Philippe Martin auch das Regionalparlament (conseil général) des Gers.
Allerdings sind die Ämterkumulationen (cumul des mandats) seit der Präsidentschaft Hollands verpönt und sollen demnächst untersagt werden. Philippe Martin wird aber auch als Minister Abgeordneter bleiben, seine Funktionen aber an seine Suppleantin abtreten.
Lug und Trug
Das Geschäftsmodell der schweizer Banken basiert auf Lug und Trug. Erinnern Sie sich: Geschäfte mit Nazigold, mit Raubgold, nachrichtenlose Vermögen von ermordeten Juden die man still und heimlich eingesackt hat, Geschäfte mit Diktatoren und Schlächtern der Dritten Welt die ihr eigenes Land ausbeuten, Geschäfte mit dem Apartheid Regime in Südafrika und so weiter und so fort.
Nachdem das eine oder andere Verbrechen aufgedeckt wurde, versprach man treu und heilig, sich künftig zu bessern. Der Beschiss ging weiter.
Das Bankgeheimnis wurde jahrzehntelang dazu missbraucht, im In- und Ausland superreichen Steuerbetrügern zu helfen, ihre Einkünfte und Vermögen vor dem Fiskus zu verstecken.
Und immer gelang es den Banken, der bürgerlichen Mehrheit der Schweiz weis zu machen, ihr Tun und Lassen liege im Landesinteresse. Blochers willfährige SVP wollte das Bankgehimnis sogar in der Bundesverfassung verankern!
Nachdem die UBS vor zwei Jahren wegen ihrer kriminellen Praktiken in den USA nur noch mit Hilfe der Steuerzahler vor dem drohenden Konkurs (to big to fail) gerettet werden konnte, glaubte man landauf landab, jetzt sei nun wirklich dem letzten Bankster klar geworden, dass man sich in der internationalen Geschäftswelt an geltende Gesetze halten muss.
Weit gefehlt, der Beschiss ging weiter. 12 Privatbanken und sogar Kantonalbanken übernahmen schwupp die wupp die sogenannten Abschleicher, Steuersünder die bei einem aufgeflogenen Bankinstitut für ihre Millionen ein neues Versteck suchten.
Wenn man zur Zeit die Diskussionen in den eidgenössischen Räten verfolgt, bekommt man den Eindruck, die Bösen sind die Amis, die unsere harmlosen, rechtschaffenen, lieben Banken bedrohen. Oder die Böse ist Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf, die zuwenig hart mit den Amerikanern verhandelt hat um die „Schweizer Interessen“ zu verteidigen.
Einmal mehr geht vergessen, dass die wahren Schuldigen in den Verwaltungsräten und Teppichetagen der Banken sitzen. Es sind die hemmungslosen Abzocker mit ihren Millionensalären und ihren gradlinigen Verbindungen zu den rechten Parteien die das Debakel verursacht haben. Wetten, dass die reichlichen Schmiergelder der Bankiers an SVP und FDP auch diesmal dazu führen, dass keiner dieser Strategieexperten auch nur einen halben Tag hinter Gittern kommt.
Der Beschiss geht weiter!
Der Ausländer, le métèque
Georges Moustaki 1934 – 2013
Le métèque
Avec ma gueule de métèque
De Juif errant, de pâtre grec
Et mes cheveux aux quatre vents
Avec mes yeux tout délavés
Qui me donnent l’air de rêver
Moi qui ne rêve plus souvent
Avec mes mains de maraudeur
De musicien et de rôdeur
Qui ont pillé tant de jardins
Avec ma bouche qui a bu
Qui a embrassé et mordu
Sans jamais assouvir sa faim
Avec ma gueule de métèque
De Juif errant, de pâtre grec
De voleur et de vagabond
Avec ma peau qui s’est frottée
Au soleil de tous les étés
Et tout ce qui portait jupon
Avec mon coeur qui a su faire
Souffrir autant qu’il a souffert
Sans pour cela faire d’histoires
Avec mon âme qui n’a plus
La moindre chance de salut
Pour éviter le purgatoire
Avec ma gueule de métèque
De Juif errant, de pâtre grec
Et mes cheveux aux quatre vents
Je viendrai, ma douce captive
Mon âme soeur, ma source vive
Je viendrai boire tes vingt ans
Et je serai prince de sang
Rêveur ou bien adolescent
Comme il te plaira de choisir
Et nous ferons de chaque jour
Toute une éternité d’amour
Que nous vivrons à en mourir
Et nous ferons de chaque jour
Toute une éternité d’amour
Que nous vivrons à en mourir







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