AUSWANDERERBLOG

Das Gleichgewicht der Welt

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 28, 2010

Ich war ein paar Tage auf dem indischen Subkontinent. Nicht richtig, nur in Gedanken und trotzdem mit Haut und Haaren eingetaucht in das Indien in der Zeit von Indira Gandhi, alles in dem Roman von Rohinton Mistry „Das Gleichgewicht der Welt“.
Eine bewegende Geschichte über eine Familie, deren Schicksal aufs innigste verknüpf ist mit den politischen und sozialen Problemen des Landes. Todtraurig, witzig, ergreifend, direkt. Ich muss sie warnen, man kann das Buch mit fast tausend Seiten einfach nicht mehr weglegen bevor man die ganze Geschichte kennt… Man ist empört über die schreienden Ungerechtigkeiten, über das Kastensystem, über die Politiker… aber lesen Sie selbst!

„Letzendlich ist unser Leben doch nur eine Reihe von Unfällen, Zufällen und Zwischenfällen – eine klirrende Kette zufälliger Ereignisse. Eine Aneinanderreihung von Entscheidungen, beiläufigen oder absichtlichen, die diese eine große Kalamität ergeben, die wir Leben nennen.“ (Seite 794)

Die spinnen die…

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 27, 2010

… Spinnentiere (was sollen sie sonst tun?). Ein schönes Exemplar habe ich heute fotografiert.

Oder wie es Sergio Sardella zu sagen pflegt: „Wenn höt ned schpensch, denn schpensch!“

Die Schweiz hat einen König

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 23, 2010

Der erst zwanzigjährige Kilian Wenger aus dem Diemtigtal wurde am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld mit acht diskussionslosen Siegen souveräner neuer Schwingerkönig! Ich habe auf livestream den Schwingerwettkampf mit Spannung mitverfolgt und gratuliere herzlich im Namen aller AuslandschweizerInnen!

Videos der 8 Kämpfe von Kilian Wenger!

Bild SF1

grandi’raid

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 22, 2010

Unsere Nachbarn Séverine und Olivier veranstalten zur Zeit eine besondere Tour de France. Unter dem Titel „grandi’Raid“machen sie per Velo eine Sponsorfahrt von Paris nach Marseille. Ihre Elternvereinigung will damit auf ein spezielles Problem aufmerksam machen: Kinder mit Wachstumsproblemen.
Wir wünschen viel Erfolg!

Zum Beispiel Suberg

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 21, 2010

Simon Baumann lebt in Suberg. Seit seiner Geburt. Seit 31 Jahren.

Suberg ist nicht gross. Suberg ist ein Dorf. Suberg ist nicht einmal mehr eine eigenständige Gemeinde. Man könnte meinen, Simon Baumann kennt in Suberg jeden anderen Einwohner, zumal der Filmemacher bekannte Eltern hat. Das Ehepaar Baumann war früher Mitglied im Nationalrat.

Dem ist aber nicht so. Simon Baumann bekennt: «Ich kenne Leute, die bloss 100 Meter von mir entfernt wohnen, nicht.» Seine Freunde hat er zumeist durch das Filmemachen kennengelernt, sie leben heute in Bern, Zürich, wenn nicht gar in Berlin. Baumann hat sich einen anonymen, urbanen Lebensstil angeeignet, obwohl er mitten auf dem Land zuhause ist. Baumann musste sich eingestehen: Er weiss kaum etwas über das Dorf, in dem er zuhause ist.

Suche nach den Gründen

Hier setzt sein geplanter Dokumentarfilm an. Er heisst «Zum Beispiel Suberg». Mit diesem und in diesem will er nicht nur die Bewohner seines Dorfes kennenlernen, er will auch ergründen, warum Suberg zu dem geworden ist, was es ist: Vom Bauerndorf zur Schlafgemeinde, ein Agglomerations-Vorort zwischen Bern und Biel, ohne eigentliches Zentrum, mit einem kaum mehr existierenden Dorfleben – der Männerchor etwa kämpft mit argen Nachwuchsproblemen. Es gebe kaum mehr Orte für soziale Kontakte, konstatiert der Filmemacher.

«Suberg ist nichts Spezielles», sagt Simon Baumann, «aber gerade das macht es spannend: Dass es so ist wie andere Dörfer.» Er sieht den Ort exemplarisch für die Entwicklung im Schweizer Mittelland, macht an dieser gar Geschichtspunkte der Globalisierung fest. Im Exposé zum Dokumentarfilm schreibt er zum Schluss: «Man sagt, die Welt sei ein Dorf geworden. Nehmen wir für einen Moment an, dieses Dorf heisse zum Beispiel Suberg. Dann können wir hier die ganze Welt sehen.»

Dieses Exposé hat Baumann dem Migros Kulturprozent eingereicht – mit Erfolg. Im zweistufigen Dokumentarfilm-Wettbewerb zum Thema «Lebenswelten – miteinaner leben» wurde das Projekt zusammen mit vier weiteren ausgezeichnet. Baumann erhält einen Finanzierungsbeitrag von 15 000 Franken. Damit kann er innerhalb der nächsten drei Monate ein produktionsreifes Dossier erstellen. Eine internationale Jury kürt unter den fünf ausgewählten Projekten schliesslich den Gewinner, dessen Film schliesslich finanziert wird und an Festivals wie in Kinos gezeigt werden soll.

Das bedeutet Arbeit für Baumann, zumal er mit seinem Partner Andreas Pfiffner von der Ton und Bild GmbH zurzeit auch ein anderes Projekt verfolgt: «Imageproblem» ist ein satirischer, aber subtiler Film, der gemäss Baumann «das Image der Schweiz in der Welt» aufpolieren soll – satirisch gemeint, wohlverstanden. Im Stile Michael Moores begeben sich Baumann und Pfiffner in reale helvetische Situationen und legen darin die Komik und das satirische Potenzial frei.

Quellen gesucht

Für «Zum Beispiel Suberg» ist Baumann auch auf Hilfe angewiesen. Er sucht bei den Bewohnern Material zur Geschichte Subergs, das er für den Film verwenden kann. Bis September will er möglichst viel sammeln, sollte der Film realisiert werden, würden die verwendeten Quellen honoriert.

Die Dreharbeiten würden im Frühling nächstes Jahr beginnen, Baumann würde sich stark selber einbringen und hat vor, dem Männerchor beizutreten. «Ich meine es ernst», sagt der Filmemacher, «ich habe allen Respekt vor den Leuten im Dorf.» Dem Dorf, das zum Beispiel Suberg heisst.

(Text und Bild aus Bieler Tagblatt vom 21. August 2010)

Grauschnäpper begleiten uns

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juli 30, 2010

Vor dem Küchenfenster in Frankreich…

… und vor dem Küchenfenster in der Schweiz

Übrigens: sie tönen hier und ennet der Grenze genau gleich!

Wohlstandsmüll

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juli 27, 2010

Zügeln, Estrich entrümpeln, aufräumen… unglaublich was sich im Laufe einer Generation für Wohlstandsmüll ansammelt! Ob die Brockenstube dafür noch Abnehmer findet?
Günstig, billig, gratis abzugeben: alte Türen, Stabellen, Schäfte, Maschendraht, Riemenscheiben aus Holz, Velo, Skischuhe, Schlöf und, und, und…

The Bird

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juni 28, 2010

Kleine Hitchcockiade an einem friedlichen Sonntag:

Weshalb dieser Wiedehopf versuchte, durch ein geschlossenes Fenster in unser Haus einzudringen, bleibt uns ein Rätsel.

Die offenen Fenster interessierten ihn nicht. Während Stunden flog er gegen dieses eine, immer geschlossene Fenster, landete unsanft auf der Fensterbank, klopfte an die Scheibe und pickte am Fensterrahmen….

Essen in England

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juni 21, 2010

Nach 7 Tagen Devon und Cornwall wissen wir: die Engländer essen nicht nur kalorienreiche Breakfasts mit bacon and egg, mashrooms, saucice, beans, toast and butter and marmelade…….. und als Alibi dazu noch eine wässerige heisse Tomate…. nein, sie haben daneben auch noch eine wunderbare (nicht weniger kalorienreiche) Tee-Kultur (Details)

Und daneben findet man – und dies war unsere schönste Überraschung – fast in jedem kleinsten Dorf auch noch ein Restaurant, das nicht nur Fish and Chips serviert, sondern auch die wirklich gute Küche pflegt. Hier als Beispiel nur Bude (Cornwall)

Hier stimmte einfach alles: die Ambiance, die Bedienung und das Essen. Angefangen beim Apéro/Entrée

über den Fisch, in Salzkruste gebacken

bis zum Dessert.

Hier gibt es alle diese Köstlichkeiten Lifes a beach in Bude direkt am Meer…

Das war toll!

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juni 17, 2010

Hier in Bristol ist Hochsommer und die Fussballweltmeisterschaft allgegenwärtig. Das Public Viewing zieht tausende an (vor allem wenn England spielt!), das Bier fliesst in Strömen und der World Cup ist Hauptgesprächsthema. Dass die Schweiz gegen Spanien gewinnen könnte, hat mir hier vor dem Match niemand geglaubt (ehrlich gesagt ich auch nicht…). Der galizische Kellner will uns jetzt kein Dessert mehr bringen und uns nur noch Wasser und Brot servieren… Schweiz – Spanien 1 : 0, unglaublich!