La plus grande ferme de France
Heute um neun Uhr eröffnet Präsident Hollande in Paris den jährlich stattfindenden
Salon d’agriculture. Für französische Politiker offenbar ein sehr wichtiger Anlass, wird doch hier die Popularität bzw. Unpopularität der jeweils regierenden Equipen richtiggehend zelebriert. Für Hollande dürfte es dieses Jahr ein richtiggehendes Spiessrutenlaufen werden! Seit Wochen demonstrieren die Bauern mit mehr oder weniger originellen Aktionen gegen die herrschende Agrarpolitik. Vor Präfekturen und Regierungsgebäuden werden Misthaufen deponiert, Eier gegen Fassaden geworfen, Grossverteiler mit Traktoren und Protestfeuern abgeriegelt, Strassen und Autobahnen mit Traktorenkolonnen blockiert. Letzte Woche haben militante Bauern den Garten von Landwirtschaftsminister LeFoll besetzt.
Die Bauern beklagen die zu tiefen Milch- und Fleischpreise und die illoyale Konkurrenz aus dem Ausland. Industrielle Tierfabriken in Deutschland, Polen und Rumänien würden mit viel billigeren Arbeitskräften die bäuerliche französische Produktion zerstören. Wohlverstanden, Betriebe mit 60 Milchkühen gelten hierzulande als Kleinbetriebe die gegen ausländische Konkurrenz mit 1000 und mehr Kühen nicht mehr konkurrenzfähig sind.
Nach Umfragen stehen 80% der französischen Bevölkerung den handfesten Protesten der Bauernorganisationen positiv gegenüber.
Damit die imposanten Charolais-Stiere trotz allem einmal mehr am Salon d’agriculture die zahlreichen Besucher beeindrucken können, werden für jedes ausgestellte Tier 500€ in Aussicht gestellt… Ob das genügt, die aufgebrachten Paysans zu beruhigen wird sich zeigen.
https://www.salon-agriculture.com
Hofgeschichten: Bauernhof Inselmatt im Laufe der Zeit
1929
Meine Grosseltern Otto und Lina Röthlisberger-Hauser bewirtschaften den vielseitigen Hof mit einem oder zwei Angestellten.
Milchwirtschaft und Schweine und Hühnerhaltung, vielseitiger Ackerbau, schöne Hostet, Milchsammelstelle für die übrigen 15 (!) Bauern in Suberg. In den 30er Jahren erster Hürlimann-Traktor auf dem Hof.
1937
Keine grossen Veränderungen, um die SBB-Station entstehen die ersten Arbeiterhäuser.
1946
Während und nach dem 2. Weltkrieg helfen internierte Polen auf dem Hof mit. 1946 übernimmt der Schwiegersohn Rudolf Baumann-Röthlisberger zusammen mit seiner Frau Lina (meine Eltern) den Betrieb in Pacht. In der Regel arbeiten ein Lehrling aus dem Welschland, die Grosseltern und wir drei Kinder auf dem Betrieb mit. Die Obstgärten sind schon ausgedünnt.
Zupacht von weiteren Landwirtschaftsflächen.
Weiterhin Milchwirtschaft und vielseitiger Ackerbau (Zuckerrüben, Kartoffeln, Getreide, Drescherbsen, Obstbau)
1976
Nach dem frühen Tod meines Vaters kaufen Stephanie und ich den Hof Inselmatt von meiner Mutter (1975).
Umstellung vorübergehend auf viehlosen Ackerbau, Biolandbau. 1983 beginnen wir mit der Mutterkuhhaltung und der Direktvermarktung von Natura-Beef. Umfassende Gebäuderenovationen, Einbau einer zweiten Wohnung im Obergeschoss.
Ennet der Bahnlinie breiten sich die Einfamilienhausquartiere weiter aus. Wir führen eine umfassende Güterzusammenlegung durch (1978-1998 Gesamtmelioration Grossaffoltern)
2004
Nach 25 Jahren bauern auf der Inselmatt verkaufen wir den Hof an unseren jüngeren Sohn Kilian. Seither wird die Inselmatt von Kilian und Bettina bewirtschaftet (www.suberg.ch). Sie sind inzwischen die letzten von ehemals 15 Bauern in Suberg. Die Direktvermarktung von Freiland-Weidefleisch (Angus und Aubrac) ist jetzt das wichtigste Standbein. Daneben pflanzt Kilian die alte Hostet neu: alte Apfel- und Zwetschgensorten, Nussbäume, Buntbrachen
Wir wandern in den Südwesten von Frankreich aus und beginnen noch mal von vorne… (2001) 😉
Merci Simon für das Aussuchen der Flugaufnahmen bei swisstopo!





















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