AUSWANDERERBLOG

Echo der Zeit

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 15, 2018

Kolumne im heutigen Bieler Tagblatt:

Echo der Zeit

Vermutlich geht es den meisten Auswanderern so: auch wenn man in der neuen Heimat gut angekommen, zufrieden und integriert ist, hängt man immer noch stark an den Erinnerungen und Erfahrungen, die man früher in seinem Geburtsland gemacht hat. Elternhaus, Schul- und Jugendzeit prägen so stark, dass man zeitlebens mit seiner ursprünglichen Heimat verbunden bleibt. Verstärkt werden diese Bande natürlich durch alle, die zurückgeblieben sind: Kinder und Enkelkinder, Freunde und Verwandte. Die sozialen Medien erleichtern den Kontakt heute ja so sehr, dass die Distanzen praktisch keine Rolle mehr spielen.

Wir orientieren uns oft, wie es „zu Hause“, auf dem Dorf, in der Stadt, im Kanton, in der Schweiz geht. Online-Tageszeitungen, für uns „Der Bund“ und das Bieler Tagblatt, gehören dazu, aber auch Radionachrichten. Dass man das „Rendez-vous am Mittag“ und das „Echo der Zeit“ in der französischen Provinz mit einer Parabolantenne oder auf dem Internet problemlos hören kann, finden wir grossartig! Die beiden Sendungen gehören zum Besten was die Schweiz zu bieten hat: seriöse, objektive und unaufgeregte Information über das Weltgeschehen. In nostalgischen Momenten hören wir sogar das Regionaljournal Bern Freiburg Wallis.

Auch Schweizer Fernsehen schauen wir ab und zu mithilfe einer speziellen sat-access-Abonnementskarte für das TV-Gerät. Wenn es nicht gerade regnet und stürmt, funktioniert das bestens und wir können vergleichen, welche aktuellen Informationen und Ereignisse den Redaktionen der SRF-Tagesschau und des Téléjournal auf France2 berichtenswert scheinen.

Die Schweiz ist in Frankreich medial selten ein Thema. Hin und wieder wundern sich unsere Freunde, worüber in Helvetien abgestimmt wird und wir müssen ihnen das schweizerische Politsystem mit all seinen Vor- und Nachteilen erklären. Zum Beispiel, dass demnächst darüber abgestimmt wird, ob durch Aufhebung der Gebührenpflicht die für ausgewogene Information zuständige schweizerische Radio und Fernsehgesellschaft liquidiert werden soll. Und dass damit das Herzstück des Service publique, Minderheitenschutz, Mehrsprachigkeit und Solidarität geopfert würde auf dem Altar einiger superreichen Egoisten, einer populistischen Partei und der verlogenen Propaganda eines Gewerbeverbandsdirektors. Für uns Auslandschweizer würde mit der Annahme der No-Billag-Initiative ein wichtiger Draht in die Heimat gekappt, für die schweizerische Demokratie gar die wichtigste Plattform für den nationalen Zusammenhalt zerstört! Die SVP möchte offenbar die schweizerische Eidgenossenschaft definitiv zu einer Aktiengesellschaft oder GmbH machen!

Ruedi und Stephanie Baumann

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