AUSWANDERERBLOG

Milch verschüttet…

Posted in Politik by ruedibaumann on Februar 4, 2013

Die zwei obersten Milchbosse der Schweiz haben das Handtuch geworfen und sind frustriert über ihre unloyalen Verbandskollegen zurückgetreten. Ein weiterer Akt im unendlichen Trauerspiel schweizerischer Agrarpolitik. Das Milch- und Grasland Schweiz mit seinen alten, weltberühmten Käsespezialitäten hat es auch nach generationenlangen Irrungen und Wirrungen nicht geschafft, den Produzenten ein einigermassen befriedigendes Einkommen zu ermöglichen.

Immer wieder hat man die Milchbauern zur Solidarität und Selbstbeschränkung aufgerufen… aber damit immer wieder die anderen gemeint… um selber expandieren zu können.
Inzwischen haben bald alle der kleineren Produzenten aufgehört den weissen Saft zu produzieren und die Stalltüre geschlossen. Die Mengen- und Preisprobleme bekam man aber damit nicht in den Griff – ganz im Gegenteil.

Bei der früheren, jahrelangen einzelbetrieblichen staatlichen Milchkontingentierung konnte man wenigstens immer den bösen Staat für die Ungerechtigkeiten verantwortlich machen. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Es sind ausschliesslich bürgerliche Bauernvertreter die das Debakel zu verantworten haben. Schliesslich haben sie während Jahrzehnten von den üppigen Verwaltungsratsdantiemen der Milchverarbeiter profitiert (und wetten dass das so weitergeht…).

Bauern sind nicht solidarisch und verhalten sich wie andere KMUs in einer Marktwirtschaft so, dass sie vor allem selber Nutzniesser sind. Selbst wenn es auf Kosten ihrer Berufskollegen geht.

Mein Rezept: Keine Marktinterventionen mehr, Direktzahlungen pro Betrieb plafonieren und an strenge Umwelt- und Tierschutzauflagen binden. Nicht neu, aber aktueller den je!

Mittleres Erdbeben

Tierschutz und Landwirtschaft