AUSWANDERERBLOG

Les Mauvaises Gens

Posted in Comédie française by ruedibaumann on November 19, 2010

„Les Mauvaises Gens“ ist eine berührende autobiografische Geschichte, erzählt in einem Bilderbuch (bande désinée) von Étienne Davodeau. Es ist die Geschichte seiner Eltern, aufgewachsen zwischen Kirche und Fabrik in der französischen Provinz.

Les Mauvaises Gens

Les Mauges. Une région rurale, catholique et ouvrière de l’ouest français. Les années 50.
Les mauvaises Gens raconte ce désir d’émancipation collective, ses difficultés et ses espoirs.
Une histoire de militants.

Vom gleichen Autor: Rural.

Ich habe (leider) im deutschsprachigen Raum noch nie entsprechende, so liebevoll und einfühlsam gestaltete Comics gesehen. Gibt es das gar nicht?

Zehn Jahre Arbeit…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on November 18, 2010

… steckt in diesen ersten Flaschen selbst angebauten, selbst gekelterten, selbst gepressten, selbst vinifizierten, selbst gelagerten, selbst ettiketierten, selbst degustierten Merlot „La Oueyte“ 2009 (dem Ingscheniör ist nichts zu schwör!). Nun gut, es wäre schade ihn jetzt schon zu trinken. Er kann mit zunehmenden Alter sogar noch besser werden…

So hat es angefangen…

Reben schneiden

Versuchsgarten

Freiheit

Posted in Diverses by ruedibaumann on November 17, 2010

Ich habe den neuen Roman „Freiheit“ von Jonathan Franzen gelesen, der „grosse Roman über Liebe, Umwelt, und Betrug“.
Nach „Die Korrekturen“ wiederum eine umfangreiche Geschichte über die „Biographie einer dysfunktionalen Familie“. Wiederum brilliant formuliert zeigt Franzen die „tragischkomischen Verwerfungen zeitgenössischer Liebe und Ehe, Freundschaft und Sexualität“.

Mir hat „Die Korrekturen“ besser gefallen und nach 730 Seiten amerikanischen way of life habe ich bis auf weiteres genug von amerikanischen desperate houswives und Campus-Geschichten aus dem mittleren Westen.

Ich lese jetzt wieder französische Bande dessinée, am liebsten Autobiografien.

Rezension ZEIT Online

Spinnengewebe

Posted in Diverses by ruedibaumann on November 16, 2010

Das Spinnengewebe dient u. a. zum Beutefang, zur Brutpflege (Eikokons), als Wohnung und zur Verbreitung der Art (Altweibersommer).
Haben sie gewusst, dass der Altweibersommer etwas mit Spinnennetzen zu tun hat?
Ich nicht.
Der Name leitet sich von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Mit „weiben“ wurde im Althochdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet. Das sagt zumindest Wikipedia.
Wie dem auch sei. Unsere Matten und Äcker sind jedenfalls zur Zeit mit Spinnengeweben übersät. Im Morgentau sieht das phantastisch aus.
Erschreckend ist für mich allerdings, wenn über all‘ diese Spinnweben Pestiziddouchen ausgebracht werden. Was für ein Frevel an den Kunstwerken der Natur.

Rechtsdrall

Posted in Politik by ruedibaumann on November 15, 2010

Jetzt haben wir also in Frankreich eine neue Regierung. Gut, der neue Premierminister ist der alte. Nicolas Sarkozy musste wohl oder übel wieder François Fillon nominieren, weil a) der weit populärer ist als er selber und b) er damit Fillon verunmöglicht, 2012 gegen ihn selber als Staatspräsident anzutreten.
Weil aber der bisherige Umweltminister Borloo auch Premierminister oder sonst nichts werden wollte, hat Sarkozy jetzt trotzdem ein Problem: Borloo könnte jetzt bei den nächsten Wahlen gegen ihn antreten…
Nicht mehr dabei ist der Eric Woerth (ja der mit der Rentenreform), weil der sich in der Affäre Bettencourt (die reichste Frau Frankreichs) gelinde gesagt völlig unglaubwürdig gemacht hat.

Auch nicht mehr dabei ist der „Frenchdocter“, der Bernhard Kouchner, der – als sozialistischer Abweichler – als Aussenminister, die sogenannte „overture“ (Öffnung) der bisherigen Regierung repräsentieren sollte. Ohne Erfolg.

Daneben sind auch noch zwei drei andere gefeuert worden, unter anderen die junge, schwarze und hin und wieder mutige Rama Jade, die die Einwanderungsgeneration verkörpert hat.

Jetzt zählt die Regierung Frankreichs nur noch 30 statt 37 Minister, was das wegen der Rentenaltererhöhung aufgebrachte Volk warscheinlich problemlos verkraften kann…

Nun, es gab natürlich auch noch ein paar gewichtige Zuzüge: allen voran das politische „poids lourd“ aus Bordeaux, Alain Juppé, ehemaliger Premierminister. Er wird Verteidigungsminister, behält aber sein Mandat als Stadtpräsident von Bordeaux, sein Parteipräsidium und noch zwei drei andere gewichtige Ämter. Weil er schon mal wegen einer Parteispendenaffäre verurteilt wurde und zwei Jahre „aussetzen“ musste, will er offenbar jetzt die verlorene Zeit wieder wettmachen… Also unser Ueli Maurer hätte ohne weiters SVP-Präsident bleiben (da war er sowieso besser) und sich vergleichsweise noch um das Stadtpräsidium von Zürich bewerben können…

Dafür darf die bisherige Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie (MOM) jetzt Aussenministerin spielen und die junge Nathalie Kosciusko-Morizet wird unter anderem Umweltministerin.

Wirtschafts- und Finanzministerin bleibt die bisherige kompetente Christine Lagarde, und das finde ich tröstlich. Auch unser Landwirtschaftsminister Le Maire bleibt uns vorerst erhalten.

Alles in allem une virage a droite, nichts wirklich Neues, viel cumul des mandats.

Ich setze auf den Wechsel zu rot-grün in zwei Jahren!


Le Monde 15.11.2010

Gouvernement française

Flurbegehung

Posted in Bauernland by ruedibaumann on November 14, 2010

Flurbegehung am Sonntagmorgen. Für mich und uns besser als jede Religion.

„Den Unglauben zu wählen bedeutet, unserer Menschlichkeit zu vertrauen anstatt all diesen gefährlichen Gottheiten.“

Salmon Rushdies

Auf der Suche…

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on November 13, 2010

… nach dem schönsten Dorf in Frankreich sind wir heute bei strahlendem Wetter im schönsten été indien ins Tarn et Garonne gefahren.
Ist das schönste Dorf nun Auvillar…

… oder allenfalls Lauzerte?

Ich komme zum Schluss, am schönsten ist es immer noch zu Hause auf unserer Ferme!

Les plus beaux villages de France

1501

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on November 12, 2010

Das ist mein tausendfünfhundertunderster (1501) Blogbeitrag auf dem Auswandererblog (wer’s nicht glaubt kann ja selber nachzählen). Wenn ich jetzt dafür nicht bald den Prix Goncourt oder den Schweizerischen Literaturpreis bekomme, dann höre ich auf. So kann es einfach nicht mehr weitergehen! Ausser meinem Blog ist ja bald nichts mehr gratis. Selbst das Tagesanzeigermagazin muss man jetzt wieder abonnieren und selber bezahlen. Die Göppelzeitung (Weltwoche) kann ich mir schon seit Jahren nicht mehr leisten und das ist doch wahnsinnig schade. Kein Wunder, dass inzwischen 3% der Reichen gleich viel Vermögen haben, wie die übrigen 97% der Bevölkerung und die das alles noch erarbeiten und bezahlen müssens.
Wenn jetzt auch noch das Internet stottert – in der Schweiz kürzlich einen ganzen halben Tag und hier in Frankreich jeden Tag die Hälfte – dann ist das einfach kein Schaffen mehr!
Also wundern Sie sich nicht, wenn künftig auch der Auswandererblog stottert… ich bin dann einfach anderswo am Geldverdienen.

Diplôme d’honneur aux anciens combattants

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on November 11, 2010

Der Gemeindepräsident (le maire) Jean-Michel Liares hat uns die Einladung zu der kleinen Feier letzten Sonntag höchst persönlich überbracht. Gute Gelegenheit, zusammen mit seiner Frau Maryline etwas zu plaudern, unseren Wein zu degustieren und etwas über Dorf- und Landespolitik zu diskutieren…

Heute, am Tag des Waffenstillstands des Ersten Weltkriegs (armistice) sind wir, die Bevölkerung von Traversères, der Einladung gefolgt…

… und lauschen der Rede des Gemeindepräsidenten zu Ehren von Gemeindebürger Jacques Gautier (1920)…

… der für seinen Einsatz als Offizier in der Französischen Armee im Zweiten Weltkrieg ein Ehrendiplom erhält. Wie mir Jacques erzählt, hatte er als Zwanzigjähriger 40 Leute zu kommandieren. Nach der Kapitulation Frankreichs hat er sich der Resistance im Norden Frankreichs angeschlossen. Wegen der geheimen Anlage von Waffenlagern wurde er mit anderen Resistancekämpfern von der Gestapo verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Im Gegensatz von einzelnen seiner Freunde hat er diese schwierige Zeit überlebt. Er ist zu bescheiden um seine Geschichte aufzuschreiben. „Das interessiert doch heute niemand mehr und es gibt doch tausende solcher Geschichten“ sagt er mir. Aber gefreut hat er sich trotzdem an der kleinen Feier.

Ehre wem Ehre gebührt!

Aus der Welt der Reichen

Posted in Comédie française by ruedibaumann on November 10, 2010

Hören!

(Ruedi Mäder im Rendez-vous am Mittag)