AUSWANDERERBLOG

PAC

Posted in Politik by ruedibaumann on November 22, 2010

Die drei Buchstaben sind entscheidend für die europäische Landwirtschaft und für die EU-Bauern so quasi tägliches Brot. PAC bedeutet Politique Agraire Commune und ist für uns Bauern so etwas wie die Lohnabrechnung für Angestellte. Dieser Tage hat der zuständige Agrarkommissär bekanntgegeben, wie es seiner Meinung nach ab 2013 weitergehen soll mit den Direktzahlungen an die europäischen Bauern. Oekologische Leistungen sollen künftig besser honoriert und die „payements direct“ sollen gerechter unter den Landwirten verteilt werden.
In der Tat sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Bauern und den 27 Mitgliedsländern enorm.

Gemäss dieser Grafik erhalten Bauern in der EU jährlich zwischen 95 und 560 €uros pro Hektare Direktzahlungen (DZ). Wir beispielsweise erhalten für unseren 70 ha grossen Hof 140 €/ha.
Zum Vergleich: die Direktzahlungen in der Schweiz dürften pro Hektare im Durchschnitt etwa 2000 bis 3000 € betragen.

Hier ein paar Beispiele aus der französischen Praxis (aus Le Monde vom 20.11.2010)

Alain Alchekine, Loir-et-Cher, 260 ha, davon 100 ha Weizen, 80 ha Mais, 50 ha Raps,
DZ 97’000 €

Jérome Rétif, 300 ha, davon 120 Weizen, 60 ha Mais, Raps, Gerste, Erbsen, Févéroles
DZ 90’000 €

Luc Barbier, Meurthe-et-Moselle, 135 ha, 114 ha Weizen, Gerste, Raps, 21 ha Obstanlagen,
DZ 35 000 €

Patrick Benezit, Cantal, 100 ha, 80 Mutterkühe, DZ 27’000 €

Es ist unverkennbar, dass die (Gross-)Bauernverbände einen entscheidenden Einfluss auf die Geldverteilung haben. Eine Plafonierung der Direktzahlungen pro Betrieb wird in Europa wie in der Schweiz von den Interessierten heftigst bekämpft. Im Gegensatz zur Schweiz sind in der EU die einzelbetrieblichen Direktzahlungen zumindest transparent und öffentlich!