AUSWANDERERBLOG

Carte des bises

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Juni 3, 2007

Ein wichtiges Problem stellt sich allen Auswanderern: Wie begrüsst man sich in der neuen Heimat?
Küsschen links, Küsschen rechts …?
In der Schweiz sind es bekanntlich drei Küsschen (zumindest im Bernbiet…). In Frankreich ist es offensichtlich nicht so einfach. Zwar wird hier oft und viel geküsst, bei uns in der Gascogne jeweils aber nur zweimal….
In verdankenswerter Weise hat der Klettverlag eine Kusskarte (carte des bises) veröffentlicht, die endlich Klarheit schaffen soll….

Carte des bises, Klett-Verlag

Eierschwämme, Girolles

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juni 2, 2007

Die ausserordentlich häufigen Niederschläge im Mai haben auch etwas Gutes. Die Wasserresevoire der Region sind endlich wieder einmal gefüllt (das erste Mal seit sechs Jahren), der Mais musste noch nicht bewässert werden und es spriessen Eierschwämme in unserem Wald! Voilà le résultat de nôtre promenade d’hier (dans la pluie)…..

Eierschwämme, Girolles

…und bereits sterilisiert in unserer Vorratskammer!

Girolles sterilisiert

….. und hier noch auf vielseitigen Wunsch:

Wie man Pilze sterilisiert….

haben wir letztes Jahr mit den Steinpilzen ausprobiert. Nachdem uns alle greifbaren Rezepte zu kompliziert schienen, fand Stephanie eine eigene Methode. Es kam gut raus, und niemand litt an Magenbeschwerden. Aber trotzdem hier das Rezept nur „ohne Gewähr“:
Pilze putzen, zuschneiden und kurz im Salzwasser kochen. Dann abtropfen lassen und in ausgekochte Gläser schichten. Einen Sud aus Salzwasser, wenig Essig und ein paar frischen Rosmarinzweiglein (bzw. zu den Steinpilzen ein paar frische Lorbeerblätter) aufkochen und die Gläser damit bis 1cm unter den Rand auffüllen. Mit Schraubdeckel verschliessen, in Backofen stellen und 1 Std. Sterilisierprogramm laufen lassen oder auf dem Herd im Wasserbad 1 Std. ziehen lassen. (In den Gläsern müssen kleine Blasen aufsteigen.)
Diese Pilze werden dann bei uns direkt aus dem Glas als Antipasto serviert, oder in Olivenöl gebraten auf Salat. Oder abgespült kurz in einer Sauce mitgekocht…..etc.

Die Attraktivste

Posted in Orchideen by ruedibaumann on Juni 1, 2007

Die Hummelragwurz (Ophrys holoserica oder fuciflora) ist überaus attraktiv und fotogen. Früher recht verbreitet, ist sie leider heute nur noch an wenigen Orten im ganzen Alpenraum zu finden; nicht zuletzt auch deshalb, weil fanatische Orchideen-„Freunde“ sie aus lauter Begeisterung ausgegraben und in ihren Garten verpflanzt haben, wo sie dann elendiglich zugrunde gingen.
Deshalb hier noch mal der dringliche Appell: anschauen, bewundern und fotografieren, aber bitte nicht anfassen!
Wir haben uns also sehr gefreut, als wir vor zwei Jahren auf unserm Land gleich an drei verschiedenen Standorten einzelne dieser prächtigen Orchideen fanden und haben sie (die Fotos!) unter dem Namen „Hummelragwurz“ in unser Album geklebt. Inzwischen haben uns aber die Orchideen-ExpertInnen Südfrankreichs Neues gelehrt:
Was wir hier bei uns so sehr bewundern, ist zwar fast eine Hummelragwurz, aber nicht ganz, sondern eine Ophrys aegirtica. Und dafür gibt es keinen deutschen Namen.
Wir lassen hierzu Claire Lemouzy sprechen:
(Claire Lemouzy, cartographe des Orchidées du Gers pour la Société Française d’Orchidophilie)

Bonjour Stéphanie,
C’est Pierre Delforge, éminent orchidophile belge, qui a décrit l’Ophrys aegirtica dans le Gers (à Auterive) en 1996, comme une espèce différente d’Ophrys fuciflora : elle en diffère par qq différences morphologiques (dimensions) assez difficiles et discutables, par la période de floraison (tardive chez nous) et l’insecte pollinisateur. Suite à cette distinction, Ophrys aegirtica a été notée dans de nombreux départements du sud-ouest. Récemment, on s’est même aperçu qu’elle avait déjà été décrite avant Delforge, appelée Ophrys truncata (Dulac) (Cf le guide des Orchidées d’Aquitaine et celui de Rémi Souche) ; nous préférons, localement, continuer de l’appeler aegirtica ! Toutes nos Ophrys de type „fuciflora“ seraient donc des aegirtica (ou truncata), vu leur période de floraison.
Elles sont très variables de fleurs, et font parfois des hybrides avec scolopax et apifera !
Mais elles sont très photogéniques, on ne s’en lasse pas !
Amicalement, Claire

Kurz und gut: bei uns blüht also eine Orchidee, die sich nur in kleinen Details (Bestäuber, Zeitpunkt der Blühte) von der Hummelragwurz unterscheidet. Und weil sie von Mr. Delforge (dem Orchideen-Papst) 1996 in Auterive, das nur ein paar Kilometer von uns entfernt liegt, (wieder)entdeckt und beschrieben wurde, heisst diese Orchidee im allgemeinen Sprachgebrauch unter unsern französischen Orchideen-Experten Ophrys du GERS!

Ophrys du Gers, Ophrys aegirtia

Ophrys du Gers, Ophrys aegirtia