AUSWANDERERBLOG

Wurzeln, racines, roots

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Januar 26, 2007

Ich finde es spannend seinen eigenen Wurzeln nachzugehen. Allerdings reicht der Familienstammbaum der Baumanns nicht sehr weit zurück, so dass wir bisher kaum ernsthaft Ahnenforschung betrieben haben. Ich habe von meinen Eltern mitbekommen, dass mein Urgrossvater Friederich Baumann von Wileroltigen (BE) kommend in Suberg eine kleine Landwirtschaft betrieben hat und daneben Posthalter war. Er hatte zwei Söhne, Fritz und Rudolf. Am Sonntag, den 24. April 1898 (laut Protokoll!) hat er zusammen mit seinem älteren Sohn Fritz und acht weiteren Kameraden die Subergmusig gegründet. Der jüngere Sohn Rudolf (1891-1961),mein Grossvater, ebenfalls Bauer und Posthalter, war dann während zwanzig Jahren Präsident der Musikgesellschaft.
Mein Vater, Rudolf Friederich Traugott Baumann (1920-1975) hat in Suberg 1945 Lina Röthlisberger geheiratet und von da an als Lächemaa auf dem schwiegerelterlichen Landwirtschaftsbetrieb gebauert. Auch er war zehn Jahre Präsident dieser Musikgesellschaft.

Sehr viel weiter zurück lassen sich allerdings meine Wurzel verfolgen, wenn ich nicht nur den männlichen Stammbaum erkunde. Meine Grossmutter väterlicherseits war Frieda Christen (1895-1977) und stammte aus einer weit verzweigten grossen Bauerndynastie. Sie war die älteste Tochter des legendären Johann-Friederich Christen (1867-1958) von der Lehnmühle in Lyss. Mein Urgrossvater also. Er hatte sieben Söhne und zwei Töchter. Offenbar war die Landwirtschaft und das Müllereigewerbe um die Jahrhundertwende und in der Zeit des ersten Weltkrieges so profitabel, dass er vier Söhnen je einen Landwirtschaftsbetrieb kaufen konnte, drei im Waadtland und einen im Bernbiet; und die drei älteren Söhne erhielten das Sägereiwerk in Suberg, die Mittlere Mühle in Lyss und die Lehnmühle! Die beiden Töchter heirateten ebenfalls Bauern, eine eben meinen Grossvater Rudolf Baumann.

Stammbaum Familie Christen von Grasswil

Der Familienstammbaum meiner Grossmutter Frieda Baumann-Christen reicht nicht weniger als 8 Generationen zurück, bis ins Jahr 1660! Ein Gewisser Geörg Christen lebte als Bauer im 17. Jahrhundert im Stammhaus der Christen in Spiegelberg in der Gemeinde Grasswil BE.

Stammhaus Christen in Spiegelberg, Grasswil

Es folgten zwei Niclaus Christen und dann Johann Jacob Christen (1757-1802). Dieser wurde nur 45 Jahre alt und hatte 3 Söhne. Offenbar waren das damals wirtschaftlich schwierige Zeiten. Jedenfalls sind vier seiner Grossöhne miteinander nach Amerika ausgewandert wo sich ihre Spuren leider verloren haben! Sein ältester Sohn, ebenfalls ein Johann Jakob (geb. 1789) kam als Oeler nach Suberg (wir konnten übrigens diese Oele 1978 (zurück-)kaufen und das alte Wasserrad wieder instand stellen!) und mit ihm begann eine eigentliche gewerbliche Erfolgsgeschichte.

Oele in Suberg

Stammbaum Christen ab 1660

Von dieser kleinen Oele am Gewerbekanal in Suberg aus hat die Familie Christen entlang des Lyssbachs in den nächsten Generationen ihre Gewerbe und Landwirtschaftsbetriebe aufgebaut. Der Sohn des Oelers von Suberg, wiederum ein Johann Jakob (1823-1908) war als erster Müller in Lyss. Dann folgten neben der Lehnmühle Lyss, die Untere Mühle in Lyss, das Sägewerk in Lyss, die Mittlere Mühle in Lyss und das Sägewerk in Suberg, in der Regel je verbunden mit einem grösseren oder kleineren Landwirtschaftsbetrieb. Jeder männliche Nachkomme der weitverzweigten Familie Christen hatte damit seinen eigenen Gewerbe- oder Landwirtschaftsbetrieb! Die Wasserkraft des Lyssbachs sorgte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts für eine erstaunliche Familien- und Industriegeschichte. Heute ist von den ehemals 32 Wasserrädern entlang des Lyssbachs nur noch das der Oele in Suberg gelegentlich in Betrieb (als Stromgenerator) und meines Wissens existieren noch zwei stillgelegte Tourbinen. Die Sägereien wurden ebenfalls stillgelegt und überbaut oder dienen noch als Holzhandelsbetrieb, und auch die alten Mühlen wurden weit gehend stillgelegt, zweckentfremdet oder dienen heute als Kulturräume.

Stammbäume folgten früher den männlichen Stammhaltern. Mit den heutigen gesetzlichen Namensregelungen wird das anders und bei Patchworkfamilien auch einiges komplizierter. Dafür gerechter und vernünftiger. Immerhin kann ich auch die Namen meiner weiblichen Vorfahren in einer Linie seit 1660 aufführen. Schliesslich stammen immer die Hälfte der Gene von ihnen. Es sind dies in gerader Reihenfolge:
Wäber Elsbeth, also meine UrUrUrUrUrUrUr-Grossmutter
Kaderli Marey
Wäber Anna von Winterhalden Seeberg
Wälchli Barbara von Kappelen bei Wynigen
Schneeberger Ursula 1780- von Rütschelen bei Lotzwil
Walther Anna-Maria 1832-1900
Schori Marie 1871-1935
Frieda Christen 1895-1977 von der Lehnmühle, Lyss
Lina Röthlisberger 1918- von der Inselmatt, Suberg, meine Mutter

Eigentlich erstaunlich, dass seit 1660 erst zehn Generationen meine Ahnengalerie bilden!
Ich werde ein andermal meinen Vorfahren mütterlicherseits, Röthlisberger aus Langnau (Grossvater) und Hauser aus Renan und Deutschland (Grossmutter) nachgehen, um den ganzen Wurzelstock offen zulegen. Und dann könnte jemand darüber einen historisch Roman schreiben….

7 Antworten

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  1. She said, on Januar 28, 2007 at 1:03 am

    Meine Mutter ist auch eine Schneeberger aus Rütschelen. Sind wir jetzt miteinander verwandt? 🙂

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  2. RB said, on Januar 28, 2007 at 9:52 am

    Guten Tag liebe CouCouCouCousineMöglicherweise haben wir die gleiche UrUrUrGrossmutter.Jedenfalls werde ich künftig deine vielversprechenden Kochrezepte ausprobieren und an die gemeinsamen Vorfahren denken…HerzlichRB

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  3. Wälchli said, on November 13, 2007 at 4:14 am

    gruss aus Parafuay

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  4. fritz waelchli said, on Dezember 8, 2007 at 12:33 am

    Mein Vater fritz mutter siegenthalergrossvater friederich mutter rosaur. vater benedicht Heinigr

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  5. RB said, on Dezember 8, 2007 at 9:41 am

    @fritz wälchliVielleicht sind wir über die Wälchli Barbara von Kappelen bei Wynigen die vor etwa 300 Jahren gelebt auch noch miteinander verwandt… Jedenfalls herzliche Grüsse aus der France profonde nach Paraguay. Was machst du dort?Ruedi Baumann

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  6. Baumann Ed said, on Januar 21, 2014 at 2:28 pm

    Guten Tag liebe CouCouCouCousine.Da wäre verlockend: Gugu coucouSine!

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