AUSWANDERERBLOG

Das Gleichgewicht der Welt

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 28, 2010

Ich war ein paar Tage auf dem indischen Subkontinent. Nicht richtig, nur in Gedanken und trotzdem mit Haut und Haaren eingetaucht in das Indien in der Zeit von Indira Gandhi, alles in dem Roman von Rohinton Mistry „Das Gleichgewicht der Welt“.
Eine bewegende Geschichte über eine Familie, deren Schicksal aufs innigste verknüpf ist mit den politischen und sozialen Problemen des Landes. Todtraurig, witzig, ergreifend, direkt. Ich muss sie warnen, man kann das Buch mit fast tausend Seiten einfach nicht mehr weglegen bevor man die ganze Geschichte kennt… Man ist empört über die schreienden Ungerechtigkeiten, über das Kastensystem, über die Politiker… aber lesen Sie selbst!

„Letzendlich ist unser Leben doch nur eine Reihe von Unfällen, Zufällen und Zwischenfällen – eine klirrende Kette zufälliger Ereignisse. Eine Aneinanderreihung von Entscheidungen, beiläufigen oder absichtlichen, die diese eine große Kalamität ergeben, die wir Leben nennen.“ (Seite 794)

Die spinnen die…

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 27, 2010

… Spinnentiere (was sollen sie sonst tun?). Ein schönes Exemplar habe ich heute fotografiert.

Oder wie es Sergio Sardella zu sagen pflegt: „Wenn höt ned schpensch, denn schpensch!“

Es ist heiss

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on August 26, 2010

Es ist heiss heute, sehr heiss sogar. 40° C am Schatten! Zum Glück hat unser Haus dicke Mauern, so dass es drinnen angenehm kühl bleibt.

Übrigens, auch der Preis ist heiss: Die Konsumentenpreise für Biofrüchte und Biogemüse sind in Frankreich 70% höher als für konventionelle Ware (Biofrüchte 68% teurer, 5,54 €/kg gegen 3,29 €/kg; Biogemüse 69% teurer, 3,23 €/kg gegen 1,91 €/kg).

Das Dumme für uns Bioproduzenten ist nur, dass wir für unsere Ware sehr oft kaum mehr erhalten als für konventionelle Produkte.
Handel und Verarbeitung profitieren offensichtlich!

Ferme en France

Posted in Bauernland by ruedibaumann on August 25, 2010

So sieht heute ein typischer französischer Bauernhof aus. Natürlich die ganze Dachfläche mit Solarpanels bestückt, Boden meist nicht befestigt und alles ein wenig unordentlich (für schweizerische Massstäbe…). Hier und heute ein Beispiel aus dem Département Haute Garonne (31).

Übrigens: Die Stromproduktion mittels Solarpanel hat sich in Frankreich innert zwei Jahren verzehnfacht! 2008 waren 81 Megawatt (MW) installiert, 2010 sind es bereits 850 MW und es sind bereits bis 3000 MW projektiert! Nun will die Regierung die Einspeisetarife um 12% senken. (1 MW sind 1 Mio Watt oder 1000 kW Leistung. Unsere Solaranlage erbringt eine Leistung von 12 kW…)

La France

Posted in Comédie française by ruedibaumann on August 24, 2010

Frankreich hat sich eine neue Internetseite zugelegt: france.fr.
Darin werden zu recht die zahlreichen Naturdenkmäler, die kulturellen Leistungen, die wirtschaftlichen Erfolge usw. gerühmt und viele nützliche Hinweise für das Leben, Wohnen und Arbeiten in Frankreich gegeben.

Nur steht zur Zeit das Land aber wegen ganz anderen Aktivitäten im Fokus der internationalen Medien: die „freiwillige“ Ausschaffung von Romas nach Rumänien und Bulgarien durch die Regierung Sarkozy stösst inner- und ausserhalb Frankreichs auf wachsende Kritik. Der ehemalige bürgerliche Premierminister Dominique De Villepin sieht im Verhalten Frankreichs einen „Schandflecken auf ihrem Wappen“ und neben der linken Opposition lehnen sich kirchliche Kreise zunehmend gegen die diskriminierende Politik der bürgerlichen Regierung auf.
Nicht nur die Menschenrechte, auch die soziale Sicherheit sind dominierende Themen in diesem Herbst: am 7. September ist ein Generalstreik gegen die Pläne der Regierung angesagt, das Rentenalter auf 62 Jahre anzuheben. Frankreich hat eine lebendige Demokratie!

Man erwartet, dass Sarkozy demnächst diverse Minister seiner Regierung auswechseln wird, vielleicht sogar den Premierminister François Fillon. Notgedrungen, denn gemäss Umfragen wünscht sich eine Mehrheit der Franzosen ab 2012 wieder eine linke Regierung. Ich gehöre auch dazu!

Die Schweiz hat einen König

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 23, 2010

Der erst zwanzigjährige Kilian Wenger aus dem Diemtigtal wurde am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld mit acht diskussionslosen Siegen souveräner neuer Schwingerkönig! Ich habe auf livestream den Schwingerwettkampf mit Spannung mitverfolgt und gratuliere herzlich im Namen aller AuslandschweizerInnen!

Videos der 8 Kämpfe von Kilian Wenger!

Bild SF1

grandi’raid

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 22, 2010

Unsere Nachbarn Séverine und Olivier veranstalten zur Zeit eine besondere Tour de France. Unter dem Titel „grandi’Raid“machen sie per Velo eine Sponsorfahrt von Paris nach Marseille. Ihre Elternvereinigung will damit auf ein spezielles Problem aufmerksam machen: Kinder mit Wachstumsproblemen.
Wir wünschen viel Erfolg!

Zum Beispiel Suberg

Posted in Diverses by ruedibaumann on August 21, 2010

Simon Baumann lebt in Suberg. Seit seiner Geburt. Seit 31 Jahren.

Suberg ist nicht gross. Suberg ist ein Dorf. Suberg ist nicht einmal mehr eine eigenständige Gemeinde. Man könnte meinen, Simon Baumann kennt in Suberg jeden anderen Einwohner, zumal der Filmemacher bekannte Eltern hat. Das Ehepaar Baumann war früher Mitglied im Nationalrat.

Dem ist aber nicht so. Simon Baumann bekennt: «Ich kenne Leute, die bloss 100 Meter von mir entfernt wohnen, nicht.» Seine Freunde hat er zumeist durch das Filmemachen kennengelernt, sie leben heute in Bern, Zürich, wenn nicht gar in Berlin. Baumann hat sich einen anonymen, urbanen Lebensstil angeeignet, obwohl er mitten auf dem Land zuhause ist. Baumann musste sich eingestehen: Er weiss kaum etwas über das Dorf, in dem er zuhause ist.

Suche nach den Gründen

Hier setzt sein geplanter Dokumentarfilm an. Er heisst «Zum Beispiel Suberg». Mit diesem und in diesem will er nicht nur die Bewohner seines Dorfes kennenlernen, er will auch ergründen, warum Suberg zu dem geworden ist, was es ist: Vom Bauerndorf zur Schlafgemeinde, ein Agglomerations-Vorort zwischen Bern und Biel, ohne eigentliches Zentrum, mit einem kaum mehr existierenden Dorfleben – der Männerchor etwa kämpft mit argen Nachwuchsproblemen. Es gebe kaum mehr Orte für soziale Kontakte, konstatiert der Filmemacher.

«Suberg ist nichts Spezielles», sagt Simon Baumann, «aber gerade das macht es spannend: Dass es so ist wie andere Dörfer.» Er sieht den Ort exemplarisch für die Entwicklung im Schweizer Mittelland, macht an dieser gar Geschichtspunkte der Globalisierung fest. Im Exposé zum Dokumentarfilm schreibt er zum Schluss: «Man sagt, die Welt sei ein Dorf geworden. Nehmen wir für einen Moment an, dieses Dorf heisse zum Beispiel Suberg. Dann können wir hier die ganze Welt sehen.»

Dieses Exposé hat Baumann dem Migros Kulturprozent eingereicht – mit Erfolg. Im zweistufigen Dokumentarfilm-Wettbewerb zum Thema «Lebenswelten – miteinaner leben» wurde das Projekt zusammen mit vier weiteren ausgezeichnet. Baumann erhält einen Finanzierungsbeitrag von 15 000 Franken. Damit kann er innerhalb der nächsten drei Monate ein produktionsreifes Dossier erstellen. Eine internationale Jury kürt unter den fünf ausgewählten Projekten schliesslich den Gewinner, dessen Film schliesslich finanziert wird und an Festivals wie in Kinos gezeigt werden soll.

Das bedeutet Arbeit für Baumann, zumal er mit seinem Partner Andreas Pfiffner von der Ton und Bild GmbH zurzeit auch ein anderes Projekt verfolgt: «Imageproblem» ist ein satirischer, aber subtiler Film, der gemäss Baumann «das Image der Schweiz in der Welt» aufpolieren soll – satirisch gemeint, wohlverstanden. Im Stile Michael Moores begeben sich Baumann und Pfiffner in reale helvetische Situationen und legen darin die Komik und das satirische Potenzial frei.

Quellen gesucht

Für «Zum Beispiel Suberg» ist Baumann auch auf Hilfe angewiesen. Er sucht bei den Bewohnern Material zur Geschichte Subergs, das er für den Film verwenden kann. Bis September will er möglichst viel sammeln, sollte der Film realisiert werden, würden die verwendeten Quellen honoriert.

Die Dreharbeiten würden im Frühling nächstes Jahr beginnen, Baumann würde sich stark selber einbringen und hat vor, dem Männerchor beizutreten. «Ich meine es ernst», sagt der Filmemacher, «ich habe allen Respekt vor den Leuten im Dorf.» Dem Dorf, das zum Beispiel Suberg heisst.

(Text und Bild aus Bieler Tagblatt vom 21. August 2010)

Wir kandidieren…

Posted in Politik by ruedibaumann on August 20, 2010

… definitiv nicht für den Schweizer Bundesrat. Zugegeben, wir wurden auch nicht angefragt. Aber nachdem Kreti und Pleti ihre Zu- oder Absage an einer möglichst originellen Pressekonferenz publik machen, können wir nicht zurückstehen! Reizen würde uns das Amt natürlich schon, und wir würden es uns auch zutrauen. Zudem hätten wir einiges an Erfahrung und Überzeugungen in die helvetische Regierung einzubringen: EU-Staatsbürgerschaft, Auslandschweizertum, Politikerfahrung als In- und Aussenseiter, Kenntnisse in Biologie, Mechanik, Elektronik, Kunst, Film und in anderen Wissenschaften und natürlich den festen Willen, dem Land nach bestem Wissen und Gewissen zu dienen!
Aber wie gesagt, wir kandidieren nicht, weil wir weiterhin unseren bescheidenen Beitrag an die Welternährung leisten wollen und es wohl doch gelingen sollte, zwei vernünftige Leute für das hohe Amt auf dem Gebiet der Eidgenossenschaft zu finden…. 😉

Wer ernten will…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on August 19, 2010

… muss säen. Wir haben bei einem befreundeten Bauern Bio-Saatgut besorgt. Viereinhalb Tonnen Weizen (blé tendre) zu 320 €/to, abgefüllt in Bigbags. Bereit zur Aussaat im Herbst.