AUSWANDERERBLOG

Das blaue Wunder

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Dezember 5, 2013

„Christian der über das blaue Wunder und den Körnerplatz gekommen war, ging weiter stadtauswärts, in Richtung Grundstrasse, und erreichte bald die Standseilbahn…“

„Die Bahn wurde langsamer, rollte aus. Christian hatte kaum bemerkt, wie der Wagen in den oberen Tunnel eingefahren war…

„Blick auf das freundlich, hell getünchte Kabinenhaus mit dem anmutig geschwungenen Dach, an das sich der Backsteinbau mit der Leuchtröhrenaufschrift „Standseilbahn“… anschloss, wo man warten und Fotografien früherer Modelle und technische Einzelheiten darstellend, in einer Vitrine betrachten konnte.“

„… Christian trat nach draussen. Er war zu Hause, im Turm“

(Textausüge aus „Der Turm“ von Uwe Tellkamp)

Direktzahlungen pro Betrieb begrenzen

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 4, 2013

Interview im Schweizer Bauer vom 4.12. 2013

Schweizer Bauer: Im Kanton Bern spannt die Lobag bei der Kulturlandinitiative mit den Grünen zusammen. In Ihren Augen haben es die Bauern nun endlich begriffen, oder?
Ruedi Baumann: Es ist ein Riesenfortschritt, dass die Lobag und vernünftige Kräfte aus der Landwirtschaft jetzt zusammenarbeiten. Früher war ja klar: Landwirtschaft gleich SVP. Die Grünen waren alle des Teufels. Da hat sich offenbar einiges verbessert.

Und was sagen Sie zu den nationalen Volksinitiativen?
Man kann doch nicht einfach in die Verfassung schreiben, dass man den Selbstversorgungsgrad halten will. Das ist ein Blödsinn– in einem Land, das jeden Liter Rohöl importieren muss. Und wenn schon, müssten alle verwendeten Futtermittel in der Schweiz produziert werden.

Also auf den Nettoselbstversorgungsgrad zielen?
Wenn schon, sicher. Für mich sind aber beide geplanten nationalen Initiativen eine reine Beschäftigung der Bauern. Mit schönen Initiativtexten wollen die SVP und der Bauernverband die Bauern bei Laune halten. Aber damit wird kein einziger Quadratmeter Boden vor dem Überbauen gerettet. Man müsste die Freiheit beim Landverkauf einschränken.

Inwiefern?
In Frankreich haben wir ein bäuerliches Bodenrecht, das greift. Klar, es hat sozialistische Züge, aber es führt zu guten Strukturen. Jeder Landverkauf muss öffentlich ausgeschrieben werden, und die Anstösser haben ein Vorkaufs- und Vorpachtrecht. Hat es mehrere Interessenten, entscheidet eine grosse, staatliche Kommission. Deshalb sind die landwirtschaftlichen Strukturen so viel besser und wettbewerbsfähiger als in der Schweiz. Auch unsere 70 ha in der Gascogne liegen auf einer einzigen Parzelle rund um unsere Gebäude. Was nützt ein 50ha-Betrieb, wenn er 50 einzelne Parzellen bewirtschaften muss? Eine einzige müsste er haben.

Das ganze Interview im heutigen Schweizer Bauer. Die Fragen stellte Daniel Salzmann

Deutsche Geschichte auf Schritt und Tritt…

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Dezember 3, 2013

Dresden, Frauenkirche, 1945 bei der Bombardierung vollständig zerstört und nach der Wende wieder aufgebaut, davor Ausgrabungen

Die gläserne Kuppel neben der Frauenkirche trägt in Dresden den Übernamen Zitronenpresse

Wandgemälde am Kulturpalast „Der Weg der roten Fahne“ aus alten DDR-Zeiten.

Ein Dorf muss leben

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Dezember 3, 2013

Gastbeitrag Simon Baumann

„Ich habe meinen Grossvater nie kennengelernt. Er starb drei Jahre vor meiner Geburt. Was ich von ihm weiss, haben mir meine Grossmutter und mein Vater erzählt: Er war ein hart arbeitender Bauer und Präsident der Musikgesellschaft Suberg-Grossaffoltern. Er war Feuerwehrkommandant, Ortspräsident und hat jahrelang die Milchsammelstelle des Dorfes geführt. Auf Fotos lächelt er immer liebevoll. Die, die ihn kannten, beschreiben ihn als zufriedenen, stets fröhlichen Mann. Das irritiert mich. Wo nimmt einer diese Zufriedenheit her, wenn er sieben Tage die Woche vierzehn Stunden hart arbeitet und dabei kaum etwas verdient? Wie kann einer glücklich sein, der sich in seiner wenigen Freizeit fast ausschliesslich für das Gemeinwohl einsetzt?

Wäre mein Grossvater ein Einzelfall gewesen, ich hätte nicht weitergefragt und ich hätte wohl keinen Film über Suberg gemacht. Aber mein Grossvater ist nicht alleine auf den alten Fotos. Meist ist er umgeben von Familie, Freunden und Nachbarn. Menschen, die etwas miteinander zu tun haben, sich bei der Feldarbeit aushelfen oder einfach zusammen Zeit verbringen. Die Fotos zeigen nicht nur meinen Grossvater, sie zeigen eine Dorfgemeinschaft.“

Der ganze Text im Bieler Tagblatt

Reise nach Zentraleuropa (Forts.)

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Dezember 2, 2013

Stadtwandern in Dresden

Auch wenn keines der sieben Weltwunder der Antike in der sächsischen Landeshauptstadt steht, so hat sich über die Jahrhunderte hinweg ein Bauwerk an das Nächste gereiht. Frauenkirche, Residenzschloss, Zwinger, Semperoper, Elbschlösser, die Hellerauer Gartenstadt oder die preisgekrönten Bauten moderner Architektur – die Dresdner Sehenswürdigkeiten sind bekannt auf der ganzen Welt.

Hervorragende Kritiken

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Dezember 1, 2013

«Meisterhaft» nennt ihn die «NZZ am Sonntag», das «Filmbulletin» ist begeistert von der «sorgfältig komponierten Bildsprache und dem präzisen Off-Kommentar» und die «Berner Zeitung» spricht von einem «punktgenauen Portrait». Die Kritik ist sich einig: Simon Baumann hat mit seinem zweiten Kinofilm ein kleines Meisterwerk abgeliefert. In «Zum Beispiel Suberg», dessen Produktion vom Migros-Kulturprozent finanziert wurde, versucht Baumann, in dem Dorf heimisch zu werden, in dem er seit über 30 Jahren lebt und wo er dennoch niemanden kennt. Für das sehr persönliche Porträt, das zugleich für viele Schweizer Orte steht, wurde Baumann mit dem Berner Filmpreis (beste Regie) ausgezeichnet.

SRF 2, Hören ab Minute 4: Sennhauser Filmblog

Tagesanzeiger: Ein Dorfverein ist nicht Facebook

Aargauerzeitung: Hinter diesen Hecken steckt eine verlorene Welt

Neue Zuger Zeitung: Der langsame Tod eines Dorfes

Telebärn: ab Minute 9:40

Grossandrang

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on November 30, 2013

Sehr grosser Andrang in Lyss zur Premiere von „Zum Beispiel Suberg“. Für alle die keinen Platz mehr hatten: Der Film läuft ab jetzt jeden Tag im Kino Apollo Lyss… und in über 30 anderen Schweizer Städten!

Im Kino (hier klicken)

Die Veränderung der Stadt

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on November 30, 2013

Wenn alle nur noch für sich sein wollen

Posted in Politik by ruedibaumann on November 29, 2013

Simon Baumanns Dokumentarfilm «Zum Beispiel Suberg» – eine schweizerische Dorfchronik

Simon Baumanns Dokumentation «Zum Beispiel Suberg» ist eine schweizerische Dorfchronik, die es in sich hat. Zwischen Sarkasmus und Melancholie beschreibt der Film den offenbar unvermeidlichen Strukturwandel im Berner Seeland.

Geri Krebs in der NZZ vom 29.11.2019

1975 war für die Familie Baumann, seit Generationen in Suberg lebend, das Jahr eines einschneidenden Ereignisses. Im Rückblick markierte es aber auch den Beginn eines Epochenwandels in dem Dorf im Berner Seeland, wo zu jener Zeit noch zwölf Bauernbetriebe existierten. Der plötzliche Tod von Rudolf Baumann, Grossvater des Filmemachers Simon Baumann, im Oktober jenes Jahres und das anschliessende Begräbnis wurden von der Dorfgemeinschaft mit einem feierlichen Trauerzug für den als Bauer, Feuerwehrkommandant und Präsident der Musikgesellschaft hochangesehenen Mann gewürdigt. Es war das letzte Mal in der Geschichte des Dorfes, dass einem Verstorbenen solcherart die letzte Ehre erwiesen wurde.

In der Anonymität

Baumann, Jahrgang 1981, kennt Begebenheiten wie die geschilderte nur aus Erzählungen seiner Eltern und aus Fotoalben, aber auch aus Filmaufnahmen, die sein Onkel, ein Super-8-Amateurfilmer, seit 1970 gemacht hatte. Mit solchem Material im Hintergrund, unterlegt mit seiner berndeutschen Kommentatorenstimme, geht Baumann in seinem ersten Kinodokumentarfilm im Alleingang auf Forschungsreise, die zwar die eigene Person ins Zentrum stellt, aber einen objektiven Sachverhalt umkreist: jenen Wandel, der im schweizerischen Mittelland in den letzten vierzig Jahren aus Bauerndörfern mit starkem sozialem Zusammenhalt anonyme Schlaforte gemacht hat, wo heute keiner mehr keinen kennt oder kennen will.

«Abfahre, oder mues i de Polizei aalüüte», droht ein Wutbürger von der Tür seines Einfamilienhauses aus dem Filmemacher. Dabei hatte dieser sich nur höflich vorgestellt und den Wunsch nach einem Gespräch zur Dorfentwicklung geäussert – es bleibt nicht die einzige schroffe Bekundung der Ablehnung, die Baumann entgegenschlägt. Wobei nicht ganz klar ist, ob so extreme Reaktionen nur Baumanns Ansinnen oder eher seiner familiären Vorbelastung geschuldet sind. Simon Baumann ist nämlich Sohn des bekannten Politikerehepaares Ruedi und Stefanie Baumann. Die beiden hatten sich in den 1980ern und 1990ern als Kleinbauern und Nationalräte von SP und GP starkgemacht für mehr Ökologie in der Landwirtschaft und auch jenen Strukturwandel bekämpft, den nun ihr Sohn in «Zum Beispiel Suberg» thematisiert. Zwar hatte das Engagement des Ehepaares nur mässigen Erfolg, es wanderte 2002 nach Frankreich aus und überliess Bauernhof und Stöckli den beiden Söhnen – im Kampf gegen die Veränderungen in Subergs Ortsbild hatten es die Baumanns aber immerhin geschafft, eine geplante Strassenunterführung unter der das Dorf durchschneidenden Bahnlinie Bern–Biel zu verhindern. Statt der Unterführung gibt es dort noch heute eine häufig geschlossene Bahnschranke, ein Dauerärgernis für so manchen motorisierten Suberger.

Dokument des Strukturwandels

Mit einer Mischung aus subtiler Ironie und ernsthaftem Sendungsbewusstsein geht Baumann auch diese Themenkomplexe an, die seine eigene familiäre Vergangenheit berühren, und wird dabei immer wieder auch zur Filmfigur, gemahnend an Michael Moore oder auch Buster Keaton. In seiner Balance aus Sarkasmus und melancholischer Erkenntnis über den offenbar unvermeidlichen Lauf der Dinge ist das genial und verrät die Hand eines so begabten filmischen Rechercheurs wie begnadeten Selbstdarstellers. Dabei entbehrt «Zum Beispiel Suberg» in wohltuender Weise des Klamauks und der allzu vordergründigen Komik, die letztes Jahr die satirische Dokumentation «Image Problem» kennzeichnete, bei der Baumann als Koautor mit von der Partie war. Zwar sind Gespräche mit Einfamilienhausbesitzern über Gartenhecken hinweg – ein Markenzeichen jenes Films – auch in «Zum Beispiel Suberg» ein gerne gebrauchtes Element, das unweigerlich die Lachmuskeln strapaziert. Aber in seiner Essenz ist der Film ein äusserst gelungenes Dokument des Strukturwandels in der ländlichen Schweiz. Es wirkt wie eine Synthese all jener «neuen Heimatfilme», die seit rund einem halben Jahrzehnt im Schweizer Filmschaffen so erfolgreich sind. Antworten auf die Frage, warum in unserer Gesellschaft die Vereinzelung immer mehr zunimmt, liefert dabei freilich auch Simon Baumann nicht. Und das ist gut so.

Heute auf allen Kanälen…

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on November 28, 2013

Heute 28. November: Kinostart!

Heute: Tagesgespräch um 13:00 Uhr auf SRF 1 (Radio DRS1)

Morgen (29.11.2013): Schweiz aktuell auf SRF1 um 19:00 Uhr
(Bei der Aufzeichnung enklicken ca. ab Minute 16)

Heute: Aeschbacher Zurück zu den Wurzeln auf SRF 1 um 22:25 Uhr
(Bei der Aufzeichnung erster Beitrag)

„Subtiler, eindringlicher, ehrlicher Dokfilm“ (Der Bund)