Wald-, Feld- und Wiesenblog
Mein Wald-, Feld- und Wiesenblog wird zurzeit täglich im Durchschnitt 900 mal angecklickt (es waren auch schon mehr…). Immerhin macht das 27’000 (Hof-) BesucherInnen pro Monat oder rund 300 000 pro Jahr. Wenn die alle für eine offene, tolerante, solidarische und oekologische Schweiz stimmen, dann müsste sich eigentlich der Tribun vom Zürichsee endlich wieder auf sein Schloss zurückziehen und könnte nicht weiter Schaden anrichten….
Übrigens: wer morgen wegen den Wahlen auswandern will, subergwest bietet jeden Tag neue Bilder von Auswanderungszielen in den USA an ….
Drachenläufer
„The Kite Runner“ heisst die Originalausgabe des Romans von Khaled Hosseini, erschienen 2003 bei Riverhead in New York. Ich habe eben die deutsche Ausgabe „Drachenläufer“ gelesen. „Drachenläufer“ erzählt vom Schicksal der beiden Jungen Amir und Hassan und ihrer unglücklichen Freundschaft. Eine dramatische und sehr traurige Geschichte von Liebe und Verrat, Trennung und Wiedergutmachung vor dem Hintergrund der fast hoffnungslosen jüngsten Vergangenheit Afghanistans.
Der Schweizer Regiseur Marc Forster hat inzwischen das Buch verfilmt. Der Film soll demnächst in die Kinos kommen. Kürzlich wurde berichtet, der Filmstart sei verschoben worden, weil die jungen Schauspieler aus Afghanistan vorerst in Sicherheit gebracht werden müssten. Man fürchtet offenbar, dass sich durch den Film die Spannungen zwischen den Volksgruppen der Paschtunen und der Hazares verstärken und zu neuen Auseinandersetzungen führen könnten.
Es ist ein sehr spannendes Buch über die Menschen in Afghanistan. Für mich ein Beispiel mehr, wie Religionen (mit welchem Gott auch immer) den Menschen sehr viel Leid und Unglück bringen.
Anfragen aus der Schweiz
Am 04.10.2007 um 12:07 schrieb G. R:
Sehr geehrter Herr Baumann
Ich bin Student an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft ( http://www.shl.bfh.ch ) und verfasse derzeit eine Diplomarbeit zum Thema „Boden und Pachtrecht zwischen Strukturerhaltung und Wettbewerb“. Inhalt der Arbeit ist unter anderem auch ein Vergleich mit den Gesetzen von Frankreich. Konkret geht es um einen Vergleich mit dem Schweizerischen „Bundesgesetz über das bäuerliche Bodenrecht“ BGBB und dem „Bundesgesetz über die Landwirtschaftliche Pacht“ LPG.
Ich wäre froh wenn Sie mir Angaben geben könnten, wo in Frankreich folgende Bereiche geregelt werden:
– Verkauf, Vererbung und Schenkung landwirtschaftlich nutzbarer Grundstücke (Bodenrecht)
– Landwirtschaftliche Pacht
Des weiteren würde mich sehr interessieren, was Ihrer Meinung nach die Vorzüge und Nachteile der Regelungen in Frankreich sind, im Vergleich zur Schweiz. Sie haben sich diesbezüglich kurz in Ihrem Auswandererblog geäussert (http://auswandererblog.blueblog.ch/p125.html).
Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Freundliche Grüsse aus der Schweiz
G. R.
Meine Antwort heute:
Lieber G. R
Die Internet-Studie, in welchen Gesetzen das französische Bodenrecht geregelt ist, kann und will ich Ihnen nicht abnehmen… Unter dem Stichwort Safer (http://www.safer.fr/) dürften Sie wertvolle Hinweise finden.
Kurz ein par Angaben, warum ich überzeugt bin, dass das französische Bodenrecht für Bauern und Bäuerinnen viel besser ist als die CH-Gesetzgebung:
Frankreich hat einen transparenten, kontrollierten landw. Bodenmarkt. Die Safer sorgt dafür, dass vernünftige Strukturen geschaffen oder erhalten bleiben. Alle Handänderungen müssen publiziert werden, die Safer hat ein Vorkaufsrecht und kann Junglandwirte begünstigen. Es bestehen vernünftige Regeln, wer Land pachten oder kaufen kann: Anstösser, Junglandwirte, entwicklungsfähige Betriebe, Kleinbauern usw. Es gibt eine detaillierte, regionale und nationale Bodenpreisstatistik.
Obschon hier das Instrument der Güterzusammenlegung kaum bekannt ist, hat Frankreich erheblich bessere agrarische Strukturen. Parzellierungen wie in der Schweiz sind hier nicht möglich.
Hand aufs Herz, in der Schweiz können nur noch superreiche Baulandbauern Kulturland kaufen. Verpachtet wird in der Schweiz an die Meistbietenden (Schwarzzahler). Wer in der Schweiz nicht das Glück hat einen Betrieb innerhalb der Familie zum Ertragswert zu übernehmen, hat keine Chance mehr, selbstständiger Landwirt zu werden.
Hier fördert der Staat junge Leute ohne elterlichen Betrieb, die sich auf einem Landwirtschaftsbetrieb installieren wollen… usw.
Im weiteren verweise ich u. a. auf meine eigenen Nationalfondstudien zu den Einflussfaktoren auf landw. Bodenpreise (Nationalfondstudie 33, Boden).
Ich bin gespannt auf Ihre eigenen Recherchen und wünsche Ihnen viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüssen
Ruedi Baumann
subergwest
Kathrin Gschwend und Simon Baumann gehen 4 Monate in die USA und werden in ihrem neuen Blog subergwest laufend aus dem Land der unbeschränkten Möglichkeiten berichten. Wir sind gespannt auf Texte und Bilder von Menschen und Tieren, Städten und Landschaften, Sitten und Bräuchen, Realitäten und Träumen und von amerikanischer Ess- und Fresskultur…
subergwest ist neben anderen interessanten Blogs immer in der Kolonne auf der rechten Bildseite des Auswandererblogs unter dem Verzeichnis Blogroll anklickbar.
Wanderung in der Provence
Schöne Wanderung in der Provence, im Departement Vaucluse… un chemin botanique voller würziger Pflanzendüfte!
Lac de Bienne, Bielersee
Es gehört bei mir seit langem zu jedem Schweiz-Besuch: ein Velotürli entlang oder rund um den Bielersee. Die Landschaft ist sagenhaft, das Wasser klar und sauber und die Fülle der Früchte rund um den See fast unerschöpflich! Einziger Wermuthstropfen oder gar Schandfleck: trotz Fluss- und Seeufergesetz bleibt an vielen Uferpartien der Zugang zum See für viele Wanderer unzugänglich, weil private (Ferien-) Hausbesitzer Sicht und Zugang versperren. So verläuft der Uferweg immer noch an vielen Stellen hinter hohen privaten Gartenzäunen. Dies obschon das Bernervolk vor inzwischen einem Vierteljahrhundert den freien Zugang zu Fluss- und Seeufer beschlossen hat…. Heiliges statt sozialpflichtiges Grundeigentum!
Sicht vom Von Rütte Gut gegen die St. Petersinsel. In diesem Raum wurde kürzlich auch die Überreste des ältesten Hauses der Schweiz entdeckt.
Dieses harmlose Gewässer….
… hat dieses Jahr dreimal zu dramatischen Überschwemmungen geführt. Der Lyssbach hat dadurch nationale Bekanntheit erlangt. Allein beim Hochwasser von ende August sind Kosten von 46 Millionen Franken entstanden. Die sichtbaren Schäden werden dringend repariert und vernarben langsam. Innerhalb der Gebäude wird aber noch lange saniert, getrocknet und umgebaut.
Aber im Einzugsbereich des Gewässers wird munter weitergebaut und damit Boden versiegelt. Der Lyssbach ist das Opfer der überbordenden Bautätigkeit in der Region:
Wohnbauten, Industrie- und Gewerbebauten, Autobahn, SBB-Doppelspur, Strassen und Plätze ….
Es sind bauliche Lösungen geplant um weitere Überschwemmungen zu verhindern: ein Hochwasserstollen (30-40 Millionen Franken) soll Lyss entlasten, andere Nadelöhrs werden aufgehoben werden müssen.
Ich bin für naturnahe, sanfte Lösungen: Landwirtschaftsflächen sollten im Extremfall im ganzen Einzugsbereich des Lyssbachs grossflächig überflutet werden. Die dadurch verursachten kurzfristigen Schäden müssen den Bauern selbstverständlich grosszügig entschädigt werden. Aber das ist auch langfristig hundert mal billiger als harte technische Bauwerke. Und das nächste Hochwasser kommt bestimmt.
Top of Europe
Top of Europe gilt nur höhenmässig… in einigen anderen Bereichen gilt das leider für die Schweiz nicht (mehr). Wir sind auf dem Jungfraujoch, 3 571 m über Meer um etwas Übersicht zu gewinnen…
Wer stoppt endlich die fremdenfeindlichen Töne und Bilder der grössten Regierungspartei?
Vom Essen
Es muss auch einmal gesagt sein. Das Angebot in den Restaurants in der Schweiz ist wohl sehr teuer aber im allgemeinen vielfältiger, abwechslungsreicher, schöner präsentiert und oft besser als in vielen Restaurants Frankreichs. Hat sich die hochgelobte Cusine française wohl zu lange auf ihren Loorbeeren ausgeruht? Allerdings würde ich mir wünschen, dass auch in der Schweiz immer genügend Brunnenwasser ungefragt aufgetischt wird….
Ferien in der Schweiz
Wir sind wieder mal auf „Heimaturlaub“. Heimat? Menschen, Orte, Landschaften, Erinnerungen….. alles sehr schön. Aber gewisse politische Töne von gewissen politschen Exponenten… zum Kotzen!
Erster Eindruck als Europäer: Es wird eng für die Schweizerische Landwirtschaft….













leave a comment