Er wird fehlen in Bern
Daniele Jenni ist gestorben. Die Meldung heute morgen früh hat mich aufgeschreckt und traurig gestimmt. Daniele Jenni, geboren 1949, konsequenter Oppositionspolitiker, Alternativen-Anwalt, bürgerliches Feindbild, Schrecken aller Grossinvestoren, echter radikalgrüner Stadrat, Grossrat, ist einem kurzen Krebsleiden erlegen.
Geärgert hat er sie alle. Nicht nur die rechtsbürgerlichen Baulöwen und Polizeidirektoren, nein auch die Linken. Zuletzt bei der Anti-SVP-Demo kurz vor den Parlamentswahlen, wo es zu hässlichen Krawallszenen gekommen ist, die den Linken und Grünen bei den Wahlen geschadet haben. Grüne wollten ihn danach aus der Partei ausschliessen.
Daniele Jenni war hartnäckig, unnachgiebig, stur. Aber er war immer freundlich, zuvorkommend und anständig. Ganz im Gegensatz zu einzelnen von seinen rechtsbürgerlichen Gegnern.
Ich habe mit ihm bei der Revision der bernischen Kantonsverfassung eng zusammengearbeitet und erinnere mich, wie er mit Begeisterung und viel Sachverstand wesentlich dazu beigetragen hat, dass der Kanton Bern ein fortschrittliches Grundgesetz erhalten hat. Er wurde nie müde demokratisch zu argumentieren, selbst dann, wenn er mit seinen Anträgen allein auf weiter Flur war. Er hat es ausgehalten, politisch oft sehr einsam zu sein.
Daniele Jenni wird in Bern fehlen.
Winter im Südwesten
Es ist kalt in der Gascogne. Man sagt, es sei zur Zeit sechs Grad kälter als im langjärigen Durchschnitt um diese Jahreszeit.
Und wie üblich um diese Jahreszeit werden für ein paar Tage auch wieder die Probleme der SDF (Sans Domicile Fixe, früher hiessen die Clochards) diskutiert. Die Regierung will aber offenbar in Paris keine neuen, aufsehenerregende Zeltreihen entlang der Uferquais mehr tolerieren, weil sonst der ganzen Welt demonstriert würde, dass sie ihre Versprechungen nicht eingehalten hat („Wohnung für alle!“). Man sagt, dass es in Frankreich insgesamt rund 100’000 SDF gebe.
Wahrlich kein Ruhmesblatt für den Sozialstaat Frankreich.
Kaminfeuer
Es ist für hiesige Verhältnisse empfindlich kalt. Ich geniesse das Kaminfeuer, entsorge die letzten Reste des Blocher-Prinzips und übe die schweizerische Nationalhymne…
Wird es Ihnen nicht auch warm ums Herz?
Liberté, Egalité, Fraternité, Laicitée
Wer den Auswandererblog regelmässig liest, weiss, dass wir seit August diesen Jahres Française et Français sind. Gestern abend wurden nun noch alle neu Eingebürgerten für eine kleine Feier in die Prefecture du Gers in Auch eingeladen. Etwa dreissig, vierzig Leuten, jungen und alten, aus allen Kontinenten stammend, wurde in einer sympathischen Feier vom Prefet die décrets de naturalisation ausgehändigt.
Beim anschliessenden Apéro erfahren wir vom Prefet, dass er schweizerische Vorfahren hat, ein neu eingebürgerter Amerikaner erkundigt sich nach den fremdenfeindlichen Schafplakaten in der Schweiz (!) und mit einem Marokkaner stossen wir auf unsere neue Staatsbürgerschaft an.
Wir sind stolz, nun fille und fils de la République zu sein. Damit sind wir endlich auch Mitglied der europäischen Union mit den Grundrechten in 27 europäischen Staaten.
Française et Français
Ludovic Maillard fotografiert Tag für Tag mes compatriotes….
Freunde treffen
Ich habe in den letzten zwei Wochen hier in der alten Heimat viele Freunde und Bekannte getroffen. Nachbarn aus unserer früheren Wohngemeinde, Bauern und Bäuerinnen, MitstreiterInnen aus der Zeit im kantonalen und nationalen Parlament, aktive Gemeinde-, Gross-, Regierungs-, National- und Ständeräte, junge Alte und alte Junge, Wahlsieger und -verlierer, Funktionäre aus Verwaltung und Nichtregierungsorganisationen, Partei- und Umweltaktivisten, Journalisten und Lobbyisten…
Die Schweiz ist klein und Bern ein Mikrokosmos. Viele habe ich Jahre oder gar Jahrzehnte nicht mehr gesehen. Einzelne traf ich zu einem Bier oder Nachtessen, andere zufällig unterwegs.
So auch gestern abend kurz vor Pintenschluss unter den Lauben den bernischen Urgrünen Luzius Theiler, für viele der Verhinderer vom Dienst, immer noch aktiv, immer noch EU-Gegner, der Schreck aller Grossinvestoren und Baulöwen.
Und immer wieder die Frage, wie gehts den Auslandschweizern in der France profonde?
Danke, sehr gut! Wie schnell doch die Zeit vergeht.
Übermorgen fahren wir nach vielen schönen und interessanten Begegnungen zurück in die Gascogne.
Skypen
„Hi
habt ihr Zeit zum skypen? Seid ihr grad am compi?
Gruss
Simon“
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Schon erstaunlich, dass wir mit unseren Kinderlein jederzeit und überall auf der Welt mit dem Internet-Fernseh-Telefon Skype gratis und unbeschränkt plaudern können. Zur Zeit live aus New Orleans!
Vor 13 Jahren erhielt ich in den USA die ersten Visitenkarten mit diesen komischen Internetadressen und wusste nichts damit anzufangen…
Hut ab vor all‘ den klugen Köpfen, die dieses Kommunikationswunderwerk in so kurzer Zeit entwickelt haben!
Weisch no….
Klassenztusammenkunft im Kreuz in Ammerzwil. Jahrgang 1947. Primarschule Grossaffoltern. 13 nicht mehr ganz junge Frauen und Männer sind gekommen. Einzelne sind schon pensioniert. Andere freuen sich auf den Ruhestand. Alle mehr oder weniger gezeichnet durch den Berufsalltag, durch das gelebte Leben. Weisch no….






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