The Band’s Visit
Es war eine kleine Sache, nichts Wichtiges, als vor einiger Zeit ein aegyptisches Polizeiorchester nach Israel reiste, um dort in einem arabischen Kulturzentrum aufzuspielen. Leider wurden die tapferen Musikanten nicht abgeholt….
Ein schöner Film, voller Poesie und Komik, ein richtiges Kinovergnügen. Ich habe mich nur gefragt, warum das Orchester nicht öfter und mehr gespielt hat?
Auswanderer-Beratung
Wir erhalten relativ viele Anfragen von Leuten, die auswandern wollen. Heute zum Beispiel folgendes Mail:
„Sehr geehrter Herr Baumann
Auf der Suche nach Schulungsmöglichkeiten in Bereich Tropenlandwirtschaft bin ich mit diesem Suchbegriff auch auf Ihre Homepage gestossen.
Vermutlich bin ich bei Ihnen am richtigen Mann. Nun, eine Emigration ist kein Pappenstiel, das muss gut vorbereitet sein. Sie haben diesen Schritt hinter sich. Wie haben Sie die Emigration überstanden? Haben Sie sich gut eingelebt und angepasst? Haben Sie auch ein soziales Netz vor Ort aufbauen können? Würde mich schon interessieren.
Ich habe folgende Situation: In 5 Jahren werde ich pensioniert und emigriere mit meiner Gattin in die Philippinen. Dort wollen wir unseren Lebensmittelbedarf an Früchten und Gemüse selber herstellen.
Die Planung für diese Emigration hat bereits vor einem Jahr begonnen. Nun möchte ich noch eine Berufsbegleitende Ausbildung machen, damit ich über die Tropenklimatischen Bedingungen der Landwirtschaft informiert bin, und mich entsprechend verhalten kann.
Können Sie mir mit Informationen zur Schulung oder Lektüre für diesen Bereich weiter helfen oder haben Sie Kontakte, die für mich nützlich wären??
Hoffnungsvoll erwarte ich Ihre Antwort.
Freundliche Grüsse
XY“
Meine Antwort:
„Lieber XY
Ich sehe mich eigentlich nicht als Auswandererspezialist. Und Frankreich ist sicher nicht zu vergleichen mit den Philippinen.
Wenn sie meine über 600 Blogbeiträge oder mein Büchlein „Bauernland“ lesen, werden sie unschwer feststellen, dass uns die Integration verhältnismässig gut gelungen ist. Allerdings glaube ich nicht, dass eine „vollständige“ Integration gelingt, wenn man erst nach der Pensionierung emigriert. Die sozialen Kontakte werden ja in der Regel sehr stark durch die Arbeitswelt geprägt. Also warten Sie nicht zu lange….
Wir haben sehr viele Besucher aus unserem (grossen) politischen Freundeskreis in der Schweiz und schliesslich wohnen und arbeiten unsere Söhne nach wie vor in der alten Heimat.
Wichtigste Integrationshilfe ist natürlich nach wie vor die Sprache und der Wille sich zu integrieren.
Wir zählen inzwischen einige französischen Familien zu unseren guten Freunden, mit denen wir uns regelmässig treffen (kürzlich auch in der Schweiz).
Ich glaube die technischen Fragen (Tropenlandwirtschaft usw.) lassen sich leicht klären, wenn nötig auch erst an Ort und Stelle. An der Ingenieurschule Landwirtschaft in Zollikofen gibt es übrigens einen Lehrgang für Internationale Landwirtschaft. Aber wenn es nur um die Selbstversorgung geht, glaube ich, finden sie auch im Internet genügend Infos und Literatur.
Aber wie gesagt, sprachliche und kulturelle Fragen sind viel wichtiger!
Viel Erfolg!
Mit freundlichen Grüssen
Ruedi Baumann“
Neujahr
Viel Glück im neuen Jahr!
Voeux de M. le Président de la République
Neujahrsansprache des Bundespräsidenten der Eidgenossenschaft
Wanderungen
Wir machen zur Zeit kürzere oder längere Wanderungen über und unter dem Nebel.
Hier die freie Auswanderin auf der Inselmatt….
…und hier der freie Auswanderer in den Freibergen….
….. das war übrigens mein 599 Blogbeitrag (Rekord, Rekord…).
Bachrauschen
Bachrauschen statt Weihnachtsrummel. Oder für Philosophen: Alles fliesst…. Jedenfalls no shopping!
Hochnebel
Der zähe Hochnebel im Berner Seeland hält sich seit Tagen und bewirkt, dass die Temperaturen dauernd unter dem Gefrierpunkt bleiben. Die Solarkollektoren nützen zur Zeit nichts und der Wasserrad-Generator läuft nicht, weil alles einfriert. Es braucht viel Holzspälten zum Heizen!
Er wird fehlen in Bern
Daniele Jenni ist gestorben. Die Meldung heute morgen früh hat mich aufgeschreckt und traurig gestimmt. Daniele Jenni, geboren 1949, konsequenter Oppositionspolitiker, Alternativen-Anwalt, bürgerliches Feindbild, Schrecken aller Grossinvestoren, echter radikalgrüner Stadrat, Grossrat, ist einem kurzen Krebsleiden erlegen.
Geärgert hat er sie alle. Nicht nur die rechtsbürgerlichen Baulöwen und Polizeidirektoren, nein auch die Linken. Zuletzt bei der Anti-SVP-Demo kurz vor den Parlamentswahlen, wo es zu hässlichen Krawallszenen gekommen ist, die den Linken und Grünen bei den Wahlen geschadet haben. Grüne wollten ihn danach aus der Partei ausschliessen.
Daniele Jenni war hartnäckig, unnachgiebig, stur. Aber er war immer freundlich, zuvorkommend und anständig. Ganz im Gegensatz zu einzelnen von seinen rechtsbürgerlichen Gegnern.
Ich habe mit ihm bei der Revision der bernischen Kantonsverfassung eng zusammengearbeitet und erinnere mich, wie er mit Begeisterung und viel Sachverstand wesentlich dazu beigetragen hat, dass der Kanton Bern ein fortschrittliches Grundgesetz erhalten hat. Er wurde nie müde demokratisch zu argumentieren, selbst dann, wenn er mit seinen Anträgen allein auf weiter Flur war. Er hat es ausgehalten, politisch oft sehr einsam zu sein.
Daniele Jenni wird in Bern fehlen.
Winter im Südwesten
Es ist kalt in der Gascogne. Man sagt, es sei zur Zeit sechs Grad kälter als im langjärigen Durchschnitt um diese Jahreszeit.
Und wie üblich um diese Jahreszeit werden für ein paar Tage auch wieder die Probleme der SDF (Sans Domicile Fixe, früher hiessen die Clochards) diskutiert. Die Regierung will aber offenbar in Paris keine neuen, aufsehenerregende Zeltreihen entlang der Uferquais mehr tolerieren, weil sonst der ganzen Welt demonstriert würde, dass sie ihre Versprechungen nicht eingehalten hat („Wohnung für alle!“). Man sagt, dass es in Frankreich insgesamt rund 100’000 SDF gebe.
Wahrlich kein Ruhmesblatt für den Sozialstaat Frankreich.










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