Grand Prix in Locarno
Der Dokufilm „Wir Erben“ von Simon Baumann gewinnt den Hauptpreis in der Kategorie „Semaine de la critique“ am Film Festival in Locarno! Wir gratulieren herzlich!

Film Festival Locarno

Filmpremiere in Locarno
Folgenden Beitrag auf Infosperber möchte ich empfehlen!
«Wir Erben» – bejubelte Weltpremiere in Locarno . Der Dokfilmer Simon Baumann fokussiert ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema –radikal persönlich, mit viel Witz und Verstand.
Der Film „Wir Erben“ läuft nächsten Winter in den CH-Kinos!
Unsere Britsche
Das Regulierwerk am Lyssbach gehört zusammen mit der ältesten Sandsteinbrücke im Seeland, dem Findling vom Rhonegletscher und dem Fischpass zu den wenigen schützenswerte Anlagen und Bauten in unserer Gemeinde.

Geschichte und Geschichten
Es gibt im Berner Seeland eine Reihe von hervorragend recherchierten Ortsgeschichten. Zum Bespiel von Schüpfen (Bilder- und Geschichtenbuch), oder Rapperswil (zehn Dörfer- eine Gemeinde), oder Oberwil bei Büren. Ich geniesse es ausserordentlich, anhand dieser Bücher E-Bike-Wanderungen zu machen und an Ort und Stelle bauliche und landschaftliche Zeugen der Vergangenheit zu besichtigen. Heute habe ich mich im Buch „Geschichte von Bargen“ (Autor Jörg Känel) mit dem Kapitel der grausamen Hexenverfolgung beschäftigt!
„Am Wolfsberg bei Bargen loderten besonders in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Dutzende von Feuerstössen, wo Beschuldigte ihr schauerliches und trauriges Ende fanden. Darüber berichten uns nicht nur die chronikalischen Aufzeichnungen des zeitgenössischen Aarbergerpfarrers Rudolf Ferrer in seinen Kirchenbüchern, sondern auch die Amtsrechnung der Aarbergervögte des 17. Jahrhunderts“.
„Von 1650 bis 1660 erreichte der Hexenwahn unter den beiden Vögten Jakob und Hans Rudolf von Fellenberg einen letzten Höhepunkt unvernünftiger Verfolgungen. Da wurde unmenschlich visitiert und gestreckt (gefoltert), hingerichtet und verbrannt.“
Dutzende unschuldige Opfer, aufgeführt mit Namen und Herkunft, wurden in dieser Zeit auf dem Wolfberg, Waldhügel zwischen Bargen und Kallnach unter unsäglichen Qualen hingerichtet und verbrannt.
Was mich noch heute schockiert: die gnädigen Herren des ancien régimes werden in unseren Geschichtsbüchern erwähnt, wurden vom Landvolk gegen die Prinzipien der Freiheit und Gleichheit der französischen Revolution verteidigt und stehen noch heute auf Denkmälern.
Auf dem Wolfberg bei Bargen findet sich aber nicht der geringste Hinweis auf ihre unschuldigen Opfer!

Wolfberg zwischen Bargen und Kallnach
13. AHV verprassen…
Zu Besuch bei den Neinsagern. Im Kanton Luzern wird auf den grünen Matten nach dem langen Winter überall Bschütti eingerieben. Ist auch dringend notwendig: hier soll es mehr Schweine haben als Leute.
Zum ersten mal in meinem Leben in Schwyz: die Nebel hangen tief in der Rotenfluh-Mythenregion. Der Ortsrundgang in Schwyz zeigt viele Herrenhäuser des Landpatriziats, finanziert durch das frühere Söldnerwesen. Der Hauptplatz wird von Pfarrkirche und Rathaus dominiert und durch den regen Autoverkehr belebt. Ein Gemälde der Schlacht bei Sempach ziert die Fassade. Der Landbote der Innerschweiz berichtet über die gestrigen Regierung- und Parlamentswahlen: die SVP hat gewonnen, alle anderen Parteien haben verloren. Hauptthema war die Asylproblematik. Die Kandidatenplakate werden entfernt oder mit neuer Werbung überklebt.
Überall wird Personal gesucht. Das Bundesbriefmuseum ist am Montag geschlossen. Im Restaurant am Rathausplatz darf noch geraucht werden.

Weiterfahrt mit Postauto und Südostbahn zum Kloster Einsiedeln. Entlang dem Rothenturm-Hochmoor, wo die Schweizer Armee vor langer Zeit einen Waffenplatz errichten wollte. Mit einer Volksinitiative und mit einer der wenigen gewonnenen Abstimmungen konnte das im letzten Moment verhindert werden.

Einsiedeln, auch hier war ich noch nie, obschon das Kloster Einsiedeln jährlich von hunderttausenden Besuchern und Pilgern besucht wird. Es trieft von Gold und Reichtum! Jede Mutter Gottes und jede Türfalle ist vergoldet. Spenden und Legate sind willkommen.

Die Reise geht weiter an den Zürichsee. Die Goldküste glänzt in der lichten Abendsonne. Einzelne privilegierte private Seeanstösser haben die Schweizerfahne gehisst: schliesslich hat eine deutliche Mehrheit am Sonntag Nein gesagt zu einem öffentlichen Seeuferweg…

Letzte Etappe: Spaziergang durch die Zürcher Bahnhofstrasse. Am Paradeplatz steht immer noch das eindrückliche Gebäude der Crédit Suisse. Die UBS wird renoviert. Überall die jungen, smarten Banker wie eh und je, ausser dass sie jetzt alle weisse Apple-Kopfhörer im Ohr haben.
Reiche Schweiz, teure Schweiz, verbaute Schweiz, schöne Schweiz.
Schweizer Solarpreis
Das denkmalgeschützte Bauernhaus von 1813 im bernischen Münsingen produziert inzwischen mit seiner PV-Anlage jährlich 78’400 kWh und damit 142% des eigenen Energiebedarfs (6 Wohnungen)!
Die Energiewende ist möglich!


Wir Erben
Letzte Filmaufnahmen für einen vielversprechenden Dokumentarfilm:
https://www.tonundbild.ch/wir-erben

Demnächst in diesem Theater!
Schützenswerte Baudenkmäler: Zum Beispiel Suberg
Der Kanton Bern hat für den ganzen Kanton das überarbeitete Bauinventar veröffentlicht: https://www.kultur.bkd.be.ch/de/start/themen/denkmalpflege/baudenkmaeler-im-kanton-bern/bauinventar/bauinventar-online.html
Dabei wird grundsätzlich zwischen „schützenswerten“ und „erhaltenswerten“ Baudenkmälern unterschieden. Schützenswerte Bauten dürfen grundsätzlich nicht abgebrochen werden, währen für erhaltenswerte Bauten weniger strenge Vorgaben gelten.
In meinem früheren Wohnort Suberg gelten nur vier Bauwerke als schützenswert:
- Bauernhof Inselmatt, Wilerstrasse 1 (ältestes Gebäude von Suberg, Bauteile 1700-1770 datiert)

2. Sandsteinbrücke am Lyssbach, Inselmatt

3. Gasthof zum Goldenen Krug

4. Stöckli Mühle Suberg

Ich bin den früheren Generationen sehr dankbar, dass sie so sorgfältig mit der wertvollen Bausubstanz umgegangen sind (und selber auch ein wenig stolz). Leider gibt es in der Gemeinde Grossaffoltern und im übrigen Kanton auch viele schlechte Beispiele.






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