Au bout du monde
An einem trüben Tag im Mai 2024 hat uns das Google-Auto auch noch aufgespürt…




Filmkritik (Geri Krebs)
„Sowohl Publikum wie Jury begeisterte hingegen WIR ERBEN von Simon Baumann, der in der Sektion Semaine de la Critique, den Hauptpreis gewann. Dabei steht Baumanns Film ganz in der Tradition des politischen Schweizer Dokumentarfilms: Grundsolide Präzision wie die alten Uhrmacher, geschickt sich um soziale wie existenzielle Fragen bemühend – und mit sympathischen Protagonist:innen aufwartend, die einem im Verlauf von knapp zwei Filmstunden ans Herz wachsen. Und das, obwohl Ruedi Baumann, Vater des Regisseurs Simon Baumann und ehemaliges Urgestein der Grünen in der Schweizer Politik, einem mit seiner Selbstgefälligkeit in gewissen Momenten auch mal nerven kann.“

Filmkritiken (Wir Erben)
WIR ERBEN wird in der Deutschschweiz Anfangs 2025 und in der Romandie Ende 2025 zu sehen sein. Simon Baumanns grandioses Familienportrait rund um das politisch brisante Thema Erben hat alles, um zum regelrechten Kinohit zu werden
Brigitte Häring zu WIR ERBEN
Simon Baumann, der sich nie hinter der Kamera zeigt, erzählt eine sehr intime Familiengeschichte, einfühlsam, warm und sympathisch. Die schöne Landschaft bildet die stimmungsvolle Kulisse für das Porträt seiner Eltern, die einst als links-grünes Powerpaar in der Schweiz politisch aktiv waren und sich inzwischen in Frankreich ihr Paradies geschaffen haben. Aber ist es auch ein Paradies für ihre Nachkommen? Wie schon in seinem letzten Film ZUMBEISPIEL SUBERG erkundet Baumann mit der Kamera seine Herkunft, seine Familie, seine Wurzeln, stellt Fragen und recherchiert. WIR ERBEN ist sowohl ein intimes Familienporträt als auch eine politische Geschichte. Eine Geschichte über Privilegien, die vielleicht nur diese beiden Generationen kennen – die ältere Generation, die in den 60er und 70er Jahren viel Erfolg hatte und die nun ihren Nachkommen viel zu vererben hat. Weit mehr als nur Besitztümer.
WIR ERBEN
Simon Baumann, CH, 2024, 96 Min.
Locarno Film Festival 2024, Grand Prix Semaine de la critique
«Meine Eltern wollen uns ihr Lebenswerk vererben. Wir müssen reden. Über Erwartungen und Ideale. Über Privilegien und Lasten. Aber auch über Geld.» Vor 20 Jahren haben Simon Baumanns Eltern im Südwesten Frankreichs einen grossen Hof gekauft und sind dorthin ausgewandert. Nun, aufs Alter hin, stellt sich die Frage, was mit dem Hof passieren soll: Denn von den Söhnen möchte eigentlich keiner nach Frankreich auswandern. Was soll mit dem Erbe geschehen? Wer wünscht sich was? Müssen die Träume unserer Eltern auch die unseren sein? Was wollen wir überhaupt von den Eltern übernehmen?*
Grand Prix in Locarno
Der Dokufilm „Wir Erben“ von Simon Baumann gewinnt den Hauptpreis in der Kategorie „Semaine de la critique“ am Film Festival in Locarno! Wir gratulieren herzlich!

Film Festival Locarno

Filmpremiere in Locarno
Folgenden Beitrag auf Infosperber möchte ich empfehlen!
«Wir Erben» – bejubelte Weltpremiere in Locarno . Der Dokfilmer Simon Baumann fokussiert ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema –radikal persönlich, mit viel Witz und Verstand.
Der Film „Wir Erben“ läuft nächsten Winter in den CH-Kinos!
Unsere Britsche
Das Regulierwerk am Lyssbach gehört zusammen mit der ältesten Sandsteinbrücke im Seeland, dem Findling vom Rhonegletscher und dem Fischpass zu den wenigen schützenswerte Anlagen und Bauten in unserer Gemeinde.

Geschichte und Geschichten
Es gibt im Berner Seeland eine Reihe von hervorragend recherchierten Ortsgeschichten. Zum Bespiel von Schüpfen (Bilder- und Geschichtenbuch), oder Rapperswil (zehn Dörfer- eine Gemeinde), oder Oberwil bei Büren. Ich geniesse es ausserordentlich, anhand dieser Bücher E-Bike-Wanderungen zu machen und an Ort und Stelle bauliche und landschaftliche Zeugen der Vergangenheit zu besichtigen. Heute habe ich mich im Buch „Geschichte von Bargen“ (Autor Jörg Känel) mit dem Kapitel der grausamen Hexenverfolgung beschäftigt!
„Am Wolfsberg bei Bargen loderten besonders in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Dutzende von Feuerstössen, wo Beschuldigte ihr schauerliches und trauriges Ende fanden. Darüber berichten uns nicht nur die chronikalischen Aufzeichnungen des zeitgenössischen Aarbergerpfarrers Rudolf Ferrer in seinen Kirchenbüchern, sondern auch die Amtsrechnung der Aarbergervögte des 17. Jahrhunderts“.
„Von 1650 bis 1660 erreichte der Hexenwahn unter den beiden Vögten Jakob und Hans Rudolf von Fellenberg einen letzten Höhepunkt unvernünftiger Verfolgungen. Da wurde unmenschlich visitiert und gestreckt (gefoltert), hingerichtet und verbrannt.“
Dutzende unschuldige Opfer, aufgeführt mit Namen und Herkunft, wurden in dieser Zeit auf dem Wolfberg, Waldhügel zwischen Bargen und Kallnach unter unsäglichen Qualen hingerichtet und verbrannt.
Was mich noch heute schockiert: die gnädigen Herren des ancien régimes werden in unseren Geschichtsbüchern erwähnt, wurden vom Landvolk gegen die Prinzipien der Freiheit und Gleichheit der französischen Revolution verteidigt und stehen noch heute auf Denkmälern.
Auf dem Wolfberg bei Bargen findet sich aber nicht der geringste Hinweis auf ihre unschuldigen Opfer!

Wolfberg zwischen Bargen und Kallnach
13. AHV verprassen…
Zu Besuch bei den Neinsagern. Im Kanton Luzern wird auf den grünen Matten nach dem langen Winter überall Bschütti eingerieben. Ist auch dringend notwendig: hier soll es mehr Schweine haben als Leute.
Zum ersten mal in meinem Leben in Schwyz: die Nebel hangen tief in der Rotenfluh-Mythenregion. Der Ortsrundgang in Schwyz zeigt viele Herrenhäuser des Landpatriziats, finanziert durch das frühere Söldnerwesen. Der Hauptplatz wird von Pfarrkirche und Rathaus dominiert und durch den regen Autoverkehr belebt. Ein Gemälde der Schlacht bei Sempach ziert die Fassade. Der Landbote der Innerschweiz berichtet über die gestrigen Regierung- und Parlamentswahlen: die SVP hat gewonnen, alle anderen Parteien haben verloren. Hauptthema war die Asylproblematik. Die Kandidatenplakate werden entfernt oder mit neuer Werbung überklebt.
Überall wird Personal gesucht. Das Bundesbriefmuseum ist am Montag geschlossen. Im Restaurant am Rathausplatz darf noch geraucht werden.

Weiterfahrt mit Postauto und Südostbahn zum Kloster Einsiedeln. Entlang dem Rothenturm-Hochmoor, wo die Schweizer Armee vor langer Zeit einen Waffenplatz errichten wollte. Mit einer Volksinitiative und mit einer der wenigen gewonnenen Abstimmungen konnte das im letzten Moment verhindert werden.

Einsiedeln, auch hier war ich noch nie, obschon das Kloster Einsiedeln jährlich von hunderttausenden Besuchern und Pilgern besucht wird. Es trieft von Gold und Reichtum! Jede Mutter Gottes und jede Türfalle ist vergoldet. Spenden und Legate sind willkommen.

Die Reise geht weiter an den Zürichsee. Die Goldküste glänzt in der lichten Abendsonne. Einzelne privilegierte private Seeanstösser haben die Schweizerfahne gehisst: schliesslich hat eine deutliche Mehrheit am Sonntag Nein gesagt zu einem öffentlichen Seeuferweg…

Letzte Etappe: Spaziergang durch die Zürcher Bahnhofstrasse. Am Paradeplatz steht immer noch das eindrückliche Gebäude der Crédit Suisse. Die UBS wird renoviert. Überall die jungen, smarten Banker wie eh und je, ausser dass sie jetzt alle weisse Apple-Kopfhörer im Ohr haben.
Reiche Schweiz, teure Schweiz, verbaute Schweiz, schöne Schweiz.










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