Faget-Abbatial
Es gibt in der Region zahlreiche kirchliche Baudenkmäler. L’équipement religieux est important. Les églises rurales, on l’a vu, sont nombreuses et cinq abbayes au moins sont en place au début du IXème siècle: Sère, Faget-Abbatial, Pessan, Simorre et Lombez.
Zu Beginn des neunten Jahrhunderts gab es in der Region nicht weniger als fünf Klöster.
Das Kloster von Faget-Abbatial war sogar Bischofsitz, bevor dieser in den Hauptort Auch zügelte.
Heute ist das Kloster von Faget-Abbatial in Privatbesitz und leider am zerfallen. Obwohl unter Denkmalschutz, fehlt offensichtlich das notwendige Kleingeld um dieses einzigartige Baudenkmal zu erhalten. Schade.
Ich staune immer wieder über den Reichtum an historischer Bausubstanz in der französischen Provinz. Ein Paradies für Denkmalpfleger oder für an Geschichte interessierten Investoren…
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Kirchen
Ich mache mit unseren Besuchern regelmässig eine kleine „Kirchentour“. Die religiösen Bauten sind sehr zahlreich in der Gegend. Selbst unsere Gemeinde Traversères mit 60 Einwohnern hat zwei Kirchen obschon sie kaum mehr benützt werden. Der Gebäudeunterhalt wird hier durch die Gemeinde bewerkstelligt. Den Kirchenschlüssel kann man beim Maire abholen.
Zahlreich sind die sogenannten églises fortifié, Kirchen die offenbar im kriegerischen Mittelalter vor allem der Schutz der Bevölkerung dienten.
Ein schönes Beispiel ist die romanische Kirche von Lamaguère, imposant, einfach, man könnte meinen Botta hätte seine Architektur hier abgeschaut…
Religionskritisches
Ich zähle mich zu den religionskritischen Freidenkern. Die in Frankreich praktizierte konsequente Trennung von Kirche und Staat gefällt mir besser als die in der Schweiz übliche Förderung der Landeskirchen. Ich finde es absurd, der helvetischen Verfassung eine Präambel voranzustellen mit der Formulierung „Im Namen Gottes des Allmächtigen…“. Ich halte nichts von christlichen und evangelischen Volksparteien in der Schweiz und die Vermischung von Religion und Politik stört mich seit jeher. Ich lehne religösen Fundamentalismus jeglicher Couleur ab und halte auch nichts von zuviel Rücksicht auf religiöse Gefühle.
Der Staat soll die Religionsfreiheit garantieren, auch die Freiheit von Religion. Das heisst aber auch, dass in einem demokratischen Staat Religionen kritisiert weden dürfen.
Protestantisch getauft bin ich anfangs der siebziger Jahre aus der Kirche ausgetreten und seither konfessionslos.
Mich erstaunt positiv, wie unbedeutend im ruralen, katholischen Frankreich die Kirchen geworden sind. Unsere Dorfkirche steht wohl als historisches Baudenkmal „mitten im Dorf“ und wird von der Gemeinde unterhalten, benützt wurde sie in den letzten sechs Jahren in denen wir hier sind aber praktisch nie. Religion spielt bei unseren französischen Freunden keine Rolle mehr. Wer einen Pfarrer oder Priester in Anspruch nehmen will, kann das, aber er muss es selber bezahlen….
Praktische Ethik: Religion und Vernunft sind nicht vereinbar
Quatorze Juillet
Le jour de la prise de la Bastille, la fête nationale française, commémore la prise de la Bastille, qui a eu lieu le 14 juillet 1789 et a marqué le début de la Révolution française. La Bastille était une prison et un symbole du pouvoir absolu et arbitraire de l’Ancien Régime de Louis XVI. Sa prise par le peuple a démontré que le pouvoir du roi n’était plus absolu : ce pouvoir devait se fonder sur la Nation et être limité par une séparation des pouvoirs.
Wenn ich mich richtig an meinen Geschichtsunterricht erinnere, dann wurde damals der König und die Bastille durch schweizer Söldner verteidigt…. gegen das Volk!
Und heute am grossen Defilee auf dem Champs-Élysées sind 27 europäische Staaten vertreten, mit einer Ausnahme, der Schweiz…..
Dafür werden in der Schweiz zur Zeit durch eine rechtsextreme Bundesratspartei Unterschriften für eine menschenverachtende Ausschaffungsinitiative gesammelt!
Manchmal schäme ich mich für das was Blocher und Co. der Schweiz antun!
Erdgeschichtliches
Alle Böden haben eine geologische Geschichte. Unsere Molasseböden entstanden im Laufe von 25 Millionen Jahren. Die Biologin Verena Singeisen hat uns auf Stellen auf unserem Hof aufmerksam gemacht, wo man versteinerte Schnecken findet. Seither stossen wir bei fast jeder Flurbegehung auf irgendwelche Zeugen der Erdgeschichte.
Diese versteinerten Schneckenhäuschen habe ich gestern gefunden
Marktag in Seissan
Jeden Freitag ist Markt in Seissan. Für uns ist das distanzmässig die nächste Gelegenheit unsere Einkäufe zu machen. Seissan zählt rund 1000 Einwohner, hat einen kleinen See, einen grossen Dorfplatz, zwei Bàckereien, eine Arztpraxis, eine Apotheke, diverse Restaurants und Hotels, eine grosse Kirche, zwei Dorfläden, eine Bank, eine Markthalle und einen grossen Bricoleur-Laden….., kurz alles was man so für den täglichen Bedarf braucht.
Demnächst eröffnet die Gemeinde sogar eine öffentliche Mediathek. Von unserer Ferme sind es 14 km nach Seissan.
Natürlich ist der Markttag kurz vor dem zweiten Wahlgang eine gute Gelegenheit für die beiden Kandidaten für die Legislaturwahlen mit den WählerInnen in Kontakt zu treten. Philippe Martin (PS) unser bisheriger Député hat gute Chancen, trotz der Wahlniederlage seiner Partei, heute für eine neue Legislatur von fünf Jahren wiedergewählt zu werden.
Familienwappen
Seit Jahren hängt bei uns im Wohnzimmer ein alter Holzteller an der Wand, der früher meinem Grossvater väterlicherseits gehörte. Es handelt sich um ein geschnitztes Familienwappen der Familie Baumann und zeigt einen bärtigen Saemann, der mit der rechten Hand goldene Körner auf weisse Erde sät.
Mir gefällt das Bild. Der Saemann mit dem silbernen Säsack der über die Furchen schreitet und etwas anbaut (wer ernten will muss säen) hat für mich etwas Symbolisches: Baumann bedeutet Ackerbauer. Und als das verstehe ich mich auch. Solange wir unsere Familiengeschichte zurückverfolgen können waren die Baumanns immer Bauern.
Wenn man im genealogisch-heraldischen Webkatalog nachschaut, stellt man fest, dass das Familienwappen Baumann in anderen Kantonen neben dem Sämann noch verschiedene andere Darstellungen kennt.
Der Saemann wir im Berner Wappenbuch von 1932 dokumentiert.
Hier in Frankreich heissen wir jetzt Beauman….aber Bauern sind wir immer noch.
Geschichtliches
Der Hofname „La Oueyte“ (auch „La Ouaitte“ geschrieben) stammt aus dem okzitanischen und heisst so etwas wie „Die Schäferin“. Die Ferme hat in den letzten hundert Jahren oft die Hand gewechselt. Nicht wenige der früheren Besitzer sind auf den kargen Böden verarmt und mussten aus finanziellen Gründen den Hof verkaufen….
Die Gebäude sind teilweise mehrere hundert Jahre alt und wurden im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Die ganze Domaine war früher von dicken Mauern umschlossen.
Nach dem Krieg bauten 1945 deutsche Kriegsgefangene den heutigen Zufahrtsweg mit Steinen der alten Festungsmauern und leider wurde auch ein alter Turm abgebrochen.
1963 erwarb die aus Algerien zurückkehrende Bauernfamilie Prost den Hof und hat im Laufe einer Generation viele bauliche Veränderungen bewerkstelligt. Die sogenannten „pieds noir“ waren in dieser Zeit in Frankreich sehr zahlreich.
Da keines der vier Kinder der Familie Prost den Hof weiterführen wollte, konnten wir den Betrieb mit den verbliebenen rund 70 Hektaren Land im Jahr 2000 für 600’000 sfr. kaufen. Wir haben die Ferme auf dem Internet gefunden, nachdem wir vorher währen vier Jahren zahlreiche Objekte in Südwest-Frankreich besichtigt haben. Der Hof war die letzten zehn Jahre praktisch stillgelegt, so dass wir vom ersten Tag an mit dem Biolandbau beginnen konnten.
In der Zwischenzeit haben wir selber viel renoviert und erneuert. Inzwischen ist das Dach des Wohnhauses neu gedeckt (mit alten Ziegeln), wir haben eine Heizung eingebaut und die Küche erneuert und sind jetzt auch an die öffentliche Wasserversogung angeschlossen.
Die Felder sind neu eingeteilt, die Entwässerungsgräben erneuert und die Weiden entbuscht.
Aber es gibt noch einiges zu tun…. (mehr darüber in meinem Buch „Bauernland“)
La Oueyte, Entrée, vor 65 Jahren….
… und heute!
Die zahlreichen MitarbeiterInnen 1942…..
….und der wichtigste Mitarbeiter 2007!
Baumnüsse
Das Perigord ist berühmt für seine Baumnusskulturen. Nussbäume und auch eigentliche Nussbaumplantagen begegnen einem auf Schritt und Tritt. Nussoel, Nusstorten und andere Nussspezialitäten gehören wie Fois gras und Trüffel zu den Spezialitäten der Region.
Mehr über die Nussoelproduktion im Ecomusée de la noix du Perigord
Sarlat
Nirgendwo in Frankreich sind Mittelalter, Renaissance und 17. Jahrhundert so präsent wie in Sarlat.
Sarlat, au patrimoine exeptionel, est la ville européenne possédant le plus grand nombre de bâtiments inscrits au classés au kilomètre carré.
Sarlat ist ein unter Denkmalschutz stehendes Freiluftmuseum mit einem der schönsten Wochenmärkte Frankreichs.
Wir sind beeindruckt.
„Lorsque j’étais enfant, j’ai été quelque temps intrigué par l’inscription „Là est le trésor“ figurant en lettres dorées, sur bon nombre d’édifices de Sarlat. La richesse ainsi désignée, m’a-t-on expliqué, est celle de la valeur architecturale, artistique et historique de ces constructions…
Là est peut-être l’origine de mon intérêt pour l’architecture…“
Jean Nouvel, Juin 2001 Sarlat


















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