We need to talk
Zur Abwechslung mal in englisch….

Vorortschweiz

Schon im Foyer des Kornhauses in Bern wird man vom Männerchor Suberg vor der Hecke empfangen (ausgekoppelte Schlussszene aus dem Dokumentarfilm „Zum Beispiel Suberg“).
Irgendwie bezeichnend für die Vorortsschweiz: Der Chor geht ab, die Hecke bleibt stehen. Man lebt auf dem Land (nicht im Dorf), man lebt zufällig nebeneinander aber man kennt sich nicht. Vereine und Gasthöfe gehen ein, es fehlt zunehmend an sozialem Zusammenhalt. Dramatische Vereinzelung im schweizerischen Mittelland!
Die Gemeinden haben zunehmend Mühe geeignete Leute zu finden um ihre Behörden zu bestellen. Man wohnt auf dem Land, abgeschlossen für sich, man will sich nicht mehr engagieren. Für kulturelle Anlässe fährt man in die Stadt.
Die Ausstellung im Kornhausforum in Bern zeigt Szenen und Bilder aus der Agglomeration: Was sind die Beweggründe und Motivationen auf dem Land zu wohnen? Beeindruckende Analyse der Einfamilienhausarchitektur!
Vorortschweiz, Ausstellung im Kornhaus Bern, 22. November 2024 bis 2. Februar 2025
Val de Bagnes
Noch etwas mehr Nostalgie: vor mehr als fünfzig Jahren absolvierten wir als ETH-Agronomie Studenten in Bruson im Val de Bagnes, Kanton Wallis, Blockkurse in einer beschaulichen alten Alphütte. Wir beschäftigten uns mit lokaler Berggebietsförderung, verpflegten uns selber mit lokalen Produkten und wollten die Welt verbessern…
Nun, ein Augenschein vor Ort nach mehr als einem halben Jahrhundert wirft viele Fragen auf: in Verbier ist durch den Zweitwohnungstourismus eine hässliche Alpenstadt entstanden: Chalet an Chalet, in der Hochsaison bis 50’000 Einwohnerinnen, jetzt in der Zwischensaison nur geschlossene Fensterläden und geschlossene Restaurants, Quadratmeterpreis für eine Ferienwohnung über 20’000 sfr. …


Siedlungsbrei in den Bergen, Skitourismus bis zum geht nicht mehr… Ich kann nichts damit anfangen, ein für allemal: ich hab’s gesehen!

























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