Pigeonnier (Taubenschlag)
Die Pigeonnier im Midi-Pyrénées sind legendär. Seit dem Mittelalter hat man in diesen charakteristischen Pigeonnier Tauben gezüchtet. Für die Bauern war das ein wichtiger Bestandteil der Fleischversorgung und ein willkommener Zusatzverdienst.
Architektonisch sind es oft eigentliche Kunstwerke in verschiedenen Formen und Materialien in der Agrarlandschaft. Manchmal dienten sie als eine Art Vorhalle zum Haupthaus, oft stehen sie aber als adrette Wachttürme in der Landschaft. Vielfach wurden sie auch auf Säulen gebaut.
Heute dienen sie manchmal als originelle Gites (Ferienwohnung).
Roussillon
Das Roussillon grenzt direkt an Spanien und ist in etwa identisch mit dem Departement Pyrénées orientales. Früher wurde hier katalanisch gesprochen und vieles kommt einem nach wie vor „spanisch vor“.
Die Landschaft wird geprägt durch den Weinbau auf steinigen Böden.
Die Côte vermeille der Mittelmeerküste ist bekannt durch eine Reihe pittoresker historischer Städtchen. Zum Beispiel Port-Vendres
Cap Leucate
Die falaises am Cap Leucat sind eindrücklich. Eine Steilküste würde man ja hier am Mittelmeer nicht gerade erwarten.
Das Gebiet gehört zur Corbières (Departement Aude) und soll zur trockensten Region von ganz Frankreich gehören. Bekannt auch durch seine Orchideenvielfalt.
Orchideen haben wir nicht viele gefunden aber trocken ist es schon…
Dafür gibt es neben den Leuchttürmen auch ein sehenswertes monument historique
Camp Joffre Riversaltes
Das Camp de Riversaltes ist ein 600 Hektaren (!) grosses, aufgelöstes und ziemlich vernachlässigtes Militärlager in der Region Languedoc-Roussillon. Es diente ursprünglich 1939 als Auffanglager für republikanische Flüchtlinge aus dem spanischen Bürgerkrieg, erlangte dann traurige Berühmtheit als Zwischenlager für jüdische Flüchtlinge die von hier nach Ausschwitz deportiert wurden. Danach wurden Flüchtlinge aus dem Algerienkrieg (Harkis) hier interniert.
Wenn alte Gebäude erzählen könnten…. Flüchtlinge, und immer wieder Flüchtlinge!
Im Hause muss beginnen…
… was leuchten soll im Vaterland!
Nicht weniger als 17 alte Fenster haben wir jetzt bald durch neue Isolierglasfenster ersetzt.
Dass das kein Luxus ist sieht man hier:
Dazu noch zwei Glastüren
Alles finanziert mit dem Ertrag aus der Photovoltikanlage
355 Bilder aus Cuba
Wenn Sie Zeit und Lust haben, können Sie hier 355 Bilder aus Cuba ansehen!
(und daneben tausend andere Dinge aus dem Leben und Wirken von meinem Bruder Kurt Baumann (kuba) in New York).
Fortschritt…
Vor einer Woche habe ich aus den alten Jahresberichten des Schweizer Heimatschutzes eine Dorfstrasse aus den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts abgebildet. Ein aufmerksamer Blogleser hat herausgefunden, dass es sich dabei um die Hintergasse im bernischen Münsingen handelt, und er hat mir – oh Schreck – die Bilder zugestellt, wie sich die Dorfstrasse heute präsentiert…
Zuerst in Schwarzweiss die Veränderung um 1940:
Zustand heute, 21. Februar 2012:
Der Kurzkommentar 1947 hiess sinnigerweise: „Hier ist leider nur noch eine rückwirkende Belehrung möglich“.
Wiederherstellung
Wir sind immer ein wenig am renovieren und flicken. Kein Wunder bei einer Jahrhunderte alten Ferme (siehe Geschichtliches).
Nachdem wir letztes Jahr im Erdgeschoss einige Isolierglasfenster eingebaut haben, wollen wir demnächst im ersten Stock diverse Fenster ersetzen.
Frühere Besitzer haben sich wenig um die Architektur der Gebäude gekümmert und leider einen Turm und und einen Pigonnier kurzerhand abgebrochen.
Türme können wir nicht wieder aufbauen, aber zumindest eine Balkontüre wieder herstellen die halb vermauert ist.
So sieht das heute aus:
Und das ist geplant:
Jetzt suche ich ein altes schmiedeisenes Balkongeländer (ca. 100x180cm). Die Franzosen sagen dem, glaube ich, balconnet fer forgé oder grilles de balcon oder garde fou…
Das waren noch Zeiten…
Das Internet macht es möglich: Man kann inzwischen in 106 Jahren Geschichte des Schweizer Heimatschutzes stöbern! Ich habe das Heft 1947 ausgewählt (mein Geburtsjahr). In einem Bericht über Berner Dorfwochen wir die Verunstaltung der Dorfbilder durch hässliche Neubauten angeprangert:
Es wäre reizvoll zu sehen, w i e diese Dorfstrasse heute aussieht….
Die Schönschweiz und die Gebrauchsschweiz
„Die Schweiz ist schön, das steht fest. Jedes Fotobuch beweist es, jeder Wandkalender verkündet’s, auf dem ganzen Erdenrund ist es bekannt. Abermillionen Touristen können nicht irren. Die Schweiz ist schön, genauer: pittoresk, einzigartig, wildromantisch und sinnstiftend.
Ist das so? Auf der Fahrt von Biel nach Lyss tauchen Zweifel auf. Es braucht viel Verdrängungskunst, diesen Agglomerationsstreifen schön zu nennen. Schlimmer noch: Agglomeration ist überall, zwei Drittel der Bevölkerung leben in dieser ästhetischen Sahelzone. Nein, in Tat und Wahrheit ist die Schweiz hässlich, genauer: banal, gewöhnlich, langweilig und sinnlos.
Wie aber schaffen wir es, den Glauben an die Schönheit der Schweiz zu bewahren? Wie gelingt uns der tägliche Selbstbetrug? Durch Bewusstseinsspaltung. Wir machen aus der einen zwei Schweizen: die geglaubte Schönschweiz und die verdrängte Gebrauchsschweiz. In der schönen leben wir mit dem Herzen, in der gebrauchten mit dem Verdauungstrakt.
Zur Schönschweiz gehören die Berge, Flüsse und Seen, die Matten, Reben und Dörfer, kurz, die «intakte» Landschaft, garniert mit Schlössern, Kirchen und gedeckten Brücken. Ebenso gehören die unterdessen zu Schmucktruckli herausgeputzten Altstädte dazu. Der Rest des Landes ist Gebrauchsschweiz. Die Stadt des 19. Und 20. Jahrhunderts, die Geleisfelder der Eisenbahn, die Autobahnen, Lagerhäuser, Fabriken, Geschäftsviertel, Shopping Centers, Wohnblöcke, Hüslihalden, ebenso die Schrumpf- und Blähstädte in den Alpen, kurz, die Aggloschweiz, in der wir leben. Wären wir nicht vom Schönschweizglauben geblendet, so kämen wir zur Erkenntnis: Die Gebrauchsschweiz ist die Wirklichkeit.
Trotzdem, die Mehrheit, die in der Verbrauchsschweiz lebt, lebt beharrlich anderswo: in der Schönschweiz. Den Leuten gelingt es, nicht dort zu sein, wo sie sind, ein ontologisches Kunststück.
Durch regelmässige Besuche der Schönschweiz wird die Verbrauchsschweiz aus dem Bewusstsein verdrängt. Wer den Schönschweizglauben hat, ist gegen jede Wirklichkeit immun. Was ich jeden Tag sehe, darf nicht sein, darum ist es nicht.
Wie schafft man das? Durch Beschönigung zuerst. Bei uns ist das gar nicht so schlimm! Das Gebrauchsausland ist noch viel hässlicher als die Gebrauchsschweiz. Die ist wenigstens ordentlich und geputzt. Die Schweiz werde hässlicher? Das mag im Unterland so sein, aber das macht nichts, denn wir haben Schönschweiz im Überfluss. Wer so viel hervorragende Berge, so leuchtendweisse Gletscher, so saftige Matten, so tiefgrüne Seen mit so beeindruckender Beleuchtung hat, der ist getröstet und muss sich um die Gebrauchsschweiz nicht kümmern. Die schiere Menge an Schönschweiz dichtet uns gegen die Wirklichkeit ab. Wenn das alles nichts nützt, bleibt noch die Eingrenzung. Gewiss, die Hüslihalde, in der ich lebe, ist keine städtebauliche Meisterleistung. Sitze ich aber hinter der Thujahecke entspannt in meinem Gärtli, so wird mein Stück Gebrauchsschweiz zur Schönschweiz. Was geht mich da die Gebrauchsschweiz an. Das Glück im Winkel ist unbesiegbar.
Früher, so der Schönschweizglaube, war das ganze Land Schönschweiz. Wächst nun die Gebrauchsschweiz, so schwindet die Schönschweiz. Dass dabei die Schweiz immer hässlicher wird, haben wir längst stillschweigend akzeptiert. Denn eine schöne Gebrauchsschweiz zu bauen haben wir endgültig aufgegeben, dazu sind wir nicht fähig. Das ist gar kein Ziel der Gesellschaft, weil es die Konsumfreiheit einschränkt. Denn unterdessen ist klar: Die Gebrauchsschweiz ist konsumierte Schönschweiz.“
Benedikt Loderer, Bieler Tagblatt vom 13.2.2012

























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