AUSWANDERERBLOG

Keimlinge

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 12, 2009

Die Bohnen keimen! Drei Wochen nach der Saat zeigen sich die ersten Keimlinge.

Farbe bekennen…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 9, 2009

Die Regierung Sarkozy hat sich bisher höchstens rethorisch um den Bio-Landbau gekümmert. Die EU lässt den einzelnen Nationen relativ grossen Spielraum, wie sie stark sie bei der Auszahlung der europäischen Unterstützungsgelder umweltschonende Produktionsformen bevorzugen will. Frankreich bezahlt offenbar lieber Bussen, wenn beispielsweise in der Bretagne Nitrat- und Phosphatgrenzwerte überschritten werden (grüne Algen – algues vertes).
Da wo links-grüne Mehrheiten regieren, wird oekologische Landwirtschaft (organic farming) mehr unterstützt als konventionelle (industrielle) Landbauformen. Die sozialistische Regierung (Premierminister Jospin) hat in Frankreich sehr viel stärker auf Biolandbau gesetzt als das zur Zeit der Fall ist.
Nun versuchen zunehmend links-grüne Mehrheiten auf regionaler Ebene etwas Gegensteuer zu geben. Unsere Region Midi-Pyrénée wird seit Jahren von dem Sozialisten Martin Malvy präsidiert. Er und sein Team unternehmen grosse Anstrengungen die (bescheidenen) regionalen Förderungsmittel zu Gunsten des Biolandbaus umzuleiten.
Und weil im nächsten März Regionalwahlen sind, werden die Biobauern angehalten, Farbe zu bekennen und ihre zertifizierten Höfe zu kennzeichnen. Ich halte zwar nicht sehr viel von all‘ diesen Plaketten, aber wenn sie etwas zur Verbreitung des Biolandbaus beitragen können, warum nicht?

Europäisches Bio-Logo

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 7, 2009

Auf der Homepage der Europäischen Kommission kann zur Zeit für ein eurpaweites Bio-Logo gevotet werden. Zur Auswahl stehen noch drei Vorschläge. Hier dürfen sogar Leute aus dem Nicht-EU-Mitglied-Land Schweiz einmal europäisch mitbestimmen…

hier abstimmen

Überschwemmung…

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 4, 2009

Starke Regenfälle in der letzten Nacht haben dazu geführt, dass unsere sonst häufig trockenen Bächlein (Ruisseau de la Ouaitte und Ruisseau d’Embarrut) plötzlich viel Wasser führen und das angrenzende Kulturland teilweise überschwemmt haben. Ärgerlich, weil die gesäten Bohnen gerade gekeimt haben und nun stellenweise abgeschwemmt wurden. Ich habe mich den ganzen Tag bemüht, Gräben zu schaufeln um Wasser um- und abzuleiten. Hard work! Das isch haut buuret!

Teiche – Mares

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on November 25, 2009

Zwei Techniker von der ADASEA haben uns heute beraten, wie mit den Feuchtgebieten und kleinen Teichen auf unserem Hof umzugehen ist. Leider werden auch hier immer noch kleine Tümpel aufgefüllt und als Bewirtschaftungshindernis weggeräumt. Wir haben drei Teiche auf unserem Hof, die wir selbstverständlich im Interesse einer vielseitigen Flora und Fauna erhalten wollen. Damit sie nicht verlanden, müssen wir von Zeit zu Zeit das Schilf entfernen.

Les mares: un potentiel écologique et économique…
un écosystème original crée par l’homme…
élément remarquable du patrimoine local…
au multiples fonctions…
mais fragile et menacé!

Bodenerosion

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on November 22, 2009

In der ersten Novemberwoche hat es hier 101 mm geregnet. Das ist viel für hiesige Verhältnisse. Die Niederschläge haben in unserer Nachbarschaft auch gleich zu Hangrutschen und Erosionsgräben geführt. Der grossflächige Ackerbau an relativ steilen Hängen im Gers begünstigt natürlich diese verhängnisvolle Entwicklung.

In diesem nach Norden exponierten, vor drei Wochen angesäten, grossen Getreidefeld sieht man von weitem, dass etwas nicht stimmt…

und bei näherer Betrachtung zeigt sich das ganze Ausmass des Hangrutsches…

mindestens zwei Meter tief…

und dreissig Meter lang ist der Hang abgerutscht!

Anderenorts zeigt sich die typische Streifenerosion, mit immer tieferen Erosionsgräben.

Zu intensiver Ackerbau, zu enge Fruchtfolge, zu wenig Landschaftselemente wie Hecken und Bäume und zu grosse Felder sind alles Faktoren, die die Bodenerosion begünstigen.

Arbeitstag

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on November 19, 2009

Am morgen früh eggen (Hackstriegel Hatzenbichler) 20 ha…

Saatgut bereitstellen (3 Tonnen, Bio-Févéroles) in Bigbags…

Das Auffüllen der Sämaschine erfordert viel Improvisationsgeschick, wenn man nur einen Traktor zur Verfügung hat…

Säen…

Ich bin hundemüde, morgen geht es weiter!

Campesino

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 30, 2009

Mein Arbeitsplatz, heute, 30. Oktober, 26 Grad…

Heckenpflege

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 17, 2009

Wir haben auf La Oueyte über fünf Kilometer artenreiche Hecken. Deren Pflege ist zeit- und arbeitsaufwendig. Die Hecken sind einerseits wichtige Gestaltungselemente in der Landschaft der Gascogne und andererseits von grosser Bedeutung für Flora und Fauna.
Von Zeit zu Zeit holze ich kleinere Abschnitte aus (auf den Stock zurücksetzen) und gewinne dabei klafterweise Brennholz.
Vor der Aussaat der Feldkulturen mähe ich mit der Débroussailleuse den Krautsaum und verhindere damit, dass die Dornen in die Kulturen wachsen. In der EU muss jedes kleinste Gewässer durch einen Oekostreifen von mindestens zehn Meter Breite geschützt sein. Eine wichtige oekologische Massnahme, die leider in der Schweiz erst ansatzweise realisiert ist.

Stichwort Hecken in diesem Blog.

Welternährungstag

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 16, 2009

Das Thema Welternährung hat mich seit meiner Ausbildungszeit ein Leben lang begleitet.
Ich habe Bauer gelernt und an der ETH Agronomie studiert.
Bei Aufenthalten in Entwicklungsländern lernte ich die Situation der Landbevölkerung und Projekte der schweizerischen Entwicklungshilfe kennen.
Später, als Co-Präsident der Schweizerischen Kleinbauernorganisation pflegte ich Kontakte zu den Landlosen-Organisationen in Brasilien und Im Parlament war ich Mitglied der Beratenden Kommission für Entwicklungszusammenarbeit.
Ich habe Kontakt zu Studienkollegen die als Entwicklungshelfer im Feld oder bei der FAO-Zentrale (die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) in Rom arbeiten.
Und zu guter Letzt bin ich selber seit jeher Bauer, früher in der Schweiz, jetzt in Frankreich und damit immer ein kleiner Nahrungsmittelproduzent.

Diese Erfahrungen haben mich mit der Komplexität der Zusammenhänge vertraut und gegen Patentrezepte sehr skeptisch gemacht.

Wie kann unserer Beitrag aussehen, was kann der Norden dazu beitragen, um die Schieflagen zu verringern?

Hand aufs Herz: Warum sind viele afrikanische Staaten auch nach Jahrzehnten west- und östlicher Entwicklungshilfe so arm wie nie zuvor?
Wem helfen denn die Helfer eigentlich?

Thema Welternährung in diesem Blog.