AUSWANDERERBLOG

Gastbeitrag: Kilian Baumann

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 20, 2015

Kilian Baumann 34-jährig, Biobauer und Grossrat.
Lebt zusammen mit seiner Partnerin und den zwei gemeinsamen Kindern
in Suberg und bewirtschaftet dort einen Biohof.
Im Jahr 2014 wurde er für die Grüne Partei ins Kantonsparlament gewählt.

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Interwiev in der Mitarbeiterzeitung des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW)

Weshalb bist du Landwirt geworden?
Weil es möglicherweise der vielfältigste Beruf überhaupt ist und ich das Glück hatte, einen kleinen Betrieb in der Familie übernehmen zu können.

Was schätzt du am meisten an deiner Arbeit?
Die Selbständigkeit, die unternehmerischen Freiheiten, das Arbeiten in der Natur und mit den Tieren.

Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn du BLW hörst?
Der Dreh- und Angelpunkt einer sehr staatsabhängigen Branche.

Inwiefern bist du bei deiner Arbeit in Kontakt mit dem BLW?
Als Betriebsleiter und auch als Politiker stehe ich immer wieder in Kontakt mit dem BLW. Als Bauer können die Endscheidungen im BLW bezüglich Direktzahlungen oder Standardarbeitskraft auch immer gleich existenzielle Bedeutung haben. Da meine Partnerin weiterhin ihrem erlernten Beruf nachgeht und ich zwei Tage in der Woche die Kinder betreue, gelten wir nach Standartarbeitskraftverordnung als nicht zukunftsfähiger Landwirtschaftsbetrieb. Kleine Veränderungen in diesem Bereich können also immer gleich das Aus für unseren Biohof bedeuten.

Wie nimmst du das BLW wahr?
Grundsätzlich positiv, bei allen Handlungen stellt man fest, es wurde viel überlegt und es ist eigentlich gut gemeint. Oft wird es aber bei uns in der Landwirtschaft nicht von Beginn weg so aufgenommen.
Äusserst stossend ist es höchstens, wenn das BLW zum Mediensprecher der Agrochemie wird, wie kürzlich wieder in der Rundschau von SRF. Gewässerverschmutzungen durch Pflanzenschutzmittel müssen konsequent verhindert werden, hier darf das BLW nichts beschönigen. Äusserungen, wie sie vom BLW in der Sendung gemacht wurden, sind ein Affront gegenüber allen Biobäuerinnen/Biobauern und PolitikerInnen, welche sich tagtäglich für den Gewässerschutz einsetzen.

Hast du einen Wunsch ans BLW?
Wie erwähnt, konnte ich den Betrieb in der Familie übernehmen, ansonsten wäre ich wohl nicht Bauer geworden, jedenfalls nicht Eigentümer eines Hofes. Landwirtschaft in der Schweiz ist ein Hobby für Reiche geworden, fast nur noch Baulandmillionäre können sich das Bauern leisten. Fehlende Mehrwertabschöpfung bei Baulandverkäufen und die Aufhebung der Einkommens- und Vermögensgrenze bei den Direktzahlungen haben das Nötige dazu beigetragen. Grossbetriebe mit Geld zu überschütten und gleichzeitig Klein- und Nebenerwerbsbetriebe zu diskriminieren, ist nicht im Interesse des Steuerzahlers. Ich wünschte mir, dass das BLW dies in Zukunft berücksichtigen würde.

http://www.suberg.ch/cms/front_content.php?idcat=1

http://www.blw.admin.ch

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