AUSWANDERERBLOG

Erinnerungen

Posted in Bauernland by ruedibaumann on Februar 15, 2015

Es war vor  rund 60 Jahren,  jedenfalls am 15. Februar und es war saukalt! Minus 10 oder 15 Grad Celsius, alles steinundbein gefroren. Ich war mit meinem Vater im Gärbi-Ischlag am holzen. Der Gärbi-Ischlag-Waud ist unsere steilste Waldparzelle oberhalb von Grossaffoltern, von wo man bei gute Fernsicht über das Dorf hinweg die ganze Alpenkette mit Eiger, Mönch und Jungfrau sieht. Mein Götti half uns, er war eben von Kanada heimgekehrt, wo er während zwei Jahren als Waldarbeiter beschäftigt war. Er hat mich mit seinen Art und Weise, wie er die grossen Fichten fällte, sehr beeindruckt. Zum Holzrücken arbeitete man noch mit den Freibergerpferden.

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Am späteren Nachmittag erschien über dem Lyssbachtal, hinter dem Birchiwald eine dunkle Rauchsäule. Mein Vater reagierte sofort: „Äs brönnt, wahrscheinlich in Kosthofen!“ Mit dem Velo fuhr er sofort los, schliesslich war er damals Kommandant der dörflichen Feuerwehr. Mich schickte er  zu Fuss nach hause um die Mutter zu benachrichtigen. Ich rannte voller Angst die zwei Kilometer zurück wie ein Marathonläufer! Inzwischen hörte man auch das Feuerwehrhorn, eine Sirene hatten wir damals noch nicht. Zusammen mit meiner Mutter durfte ich dem Vater die Feuerwehruniform bringen. Die Feuerwehruniform damals noch sehr schmuck (schwarz mit roten Abzeichen) und der Hut sah eher aus wie der von General de Gaulle!

Am Brandplatz brannte ein grosses Berner Bauernhaus lichterloh. Der Krach, verursacht durch die explosionsartig fortfliegenden Dachziegeln beeindruckte mich wahnsinnig! Die Kühe und Rinder konnten noch rechtzeitig ins Freie getrieben werden, einige Hühner und Schweine wurden aber ein Raub der Flammen. Der mächtige Dachstuhl brach bald einmal rotglühend und krachend zusammen. Die Feuerwehr konnte nur noch verhindern, dass das Feuer nicht auf benachbarte Liegenschaften übergriff. Weil es so furchtbar kalt war, vereiste das Löschwasser bald einmal zu einem eigentlichen Gletscher unterhalb der Ställe. Darum habe ich den 15. Februar nie mehr vergessen, auch nicht, dass Feuer auf einem Bauernhof immer gefährlich ist.

Am darauffolgenden Sonntag konnten wir mit den Eltern den Brandplatz besichtigen. In der Nische im Sitzofen waren noch die angekohlten Finken der Bauernkinder. Das und der strenge Brandgeruch in der Ruine haben sich in meinen Erinnerungen festgesetzt. Vater hat erzählt, dass die Hühner auf ihren Sädeln festgefroren waren und dass man sie wie Eisblöcke wegschlagen musste. Dass sie allerdings nach dem Auftauen wieder gegackert haben ist wahrscheinlich eine Legende die erst im Laufe der Zeit weitererzählt wurde.

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Der alte Bauernhofbrunnen von 1886 steht heute noch. Daneben wurde ein neues Bauernhaus errichtet, in dem heute allerdings auch nicht mehr gebauert wird.

 

 

 

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9 Antworten

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  1. p bossart bl ch said, on Februar 15, 2015 at 7:27 pm

    Ja die grossen,prächtigen Berner Bauernhäuser.Wie Monumente Kathedralen stehen sie im Land. Wie lange noch? Immer mehr verschwinden oder werden zweckentfremdet.

  2. ellahib said, on März 7, 2015 at 11:19 pm

    very nice page

  3. ellahib said, on März 7, 2015 at 11:20 pm

    good luck

  4. ellahib said, on März 7, 2015 at 11:23 pm

    ilove it

  5. ellahib said, on März 7, 2015 at 11:23 pm

    ;;;;;;)

  6. khaled said, on Mai 31, 2015 at 10:50 pm

    😉

  7. ahmad said, on Mai 31, 2015 at 10:51 pm

    i like this page

  8. Ali said, on Mai 31, 2015 at 10:51 pm

    ;;;;;;)tr


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