Rebenlehrpfad Mont Vully
Ich habe Marcel im Altersheim in Salavaux (VD) besucht. Er ist inzwischen 91-jährig und gesundheitlich etwas angeschlagen. Aber selbstverständlich tranken wir zusammen ein Glas Pinot Noir vom nahe gelegenen Mont Vully und haben über Früher geredet, über die Politik und überhaupt über Gott und die Welt. Das Porträt von General Guisan hat in Marcels Zimmer immer noch einen prominenten Platz.
Ich habe anschliessend ein Velotürli rund um den Murtensee gemacht und dabei den Rebenlehrpfad am Mont Vully kennengelernt.
Liebliche Gegend rund um den Murtensee, der für mich immer etwas Geheimnissvolles hatte, weil mein Grossvater behauptete, das Wasser sei immer noch rot vom Blut der Burgunderkriege…
Die Rebberge sind gepflegt und geschützt…
Aber das Seeufer wird hemmungslos überbaut und ist für die Öffentlichkeit fast nicht mehr zugänglich. „Privat, kein Durchgang, Privatweg…“, überall in der Schweiz sichern sich die Reichen die schönen Plätze und grenzen ihr Eigentum mit hohen Zäunen und Mauern ab!
Es fällt mir zunehmend auf: in ganz Europa ist der freie Zugang zu Fluss-, See- und Meerufer eine Selbstverständlichkeit mit einer Ausnahme: dem Binnenland Schweiz!
Liberté steht im waadtländischen Kantonswappen, aber es fehlen leider die anderen Grundsätze der französischen Revolution: Égalité, fraternité, solidarité…
Freiheit total, aber nur für die, die es bezahlen können! Armes Heimatland…
Zum grüene Aff
Velotour entlang dem Wasserfluss: Lyssbach, alte Aare, Aare in die Grenchner Witi…
…bis zur Storchensiedlung Altreu…
… daselbst Zwischenhalt im Speiserestaurant mit dem eigenwilligen Namen „Zum grüene Aff“ und dank Rückenwind (Bise!) zurück nach Büren an der Aare.
Es stinkt in der Schweiz
„Bewilligung für den Bau einer Masthalle erteilt“
„Der Regierungsstatthalter hat die Bewilligung zum Bau einer Hühnermasthalle in Niederried erteilt. Der Bau, 60 Meter lang, 25 Meter breit, mit Platz für 17 000 Masthühner, darf somit erstellt werden. Acht Einsprachen zum Baugesuch wurden abgewiesen, eine Petition an die Gemeinde negativ beantwortet. Die Einsprecher fürchten starke Geruchsimmissionen sowie die Veränderung des Ortsbildes und zweifelten die Zonenkonformität an.
Das Regierungsstatthalteramt hatte alle Einsprachegründe in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachstellen untersucht und für unbegründet erachtet: Sowohl der Berner Heimatschutz als auch das Amt für Berner Wirtschaft und das Amt für Gemeinden und Raumordnung stimmten dem Vorhaben zu. Alternativstandorte seien diskutiert worden, teilte das Regierungsstatthalteramt mit. Dabei habe sich aber herausgestellt, dass der Bauherr über kein anderes geeignetes Land verfüge. Sowohl der Anwalt mehrerer Einsprecher als auch ein Einsprecher selber konnten noch keine Auskunft darüber geben, ob sie den Entscheid an die nächste Instanz weiterziehen werden.“
(Meldung aus dem Bieler Tagblatt von heute 12.4.2011)
Kommentar:
Es fällt mir auf, dass an diesen schönen Frühlingstagen die Freude am Draussensitzen in Gartenwirtschaften im schönen Schweizerländli arg getrübt wird durch den bestialischen Gestank von Söibschütti und anderen Exkrementen aus der Intensivtierhaltung.
Kaum zu glauben, dass in diesem Land weite Bevölkerungskreise krankmachende Ammonniakimmissionen erleiden müssen, nur weil die SVP-Landwirtschaftsoberen meinen, man müsse die Massentierhaltung in unserem dicht besiedelten Land weiter ausdehnen!
Geflissentlich wird verschwiegen, dass ein Grossteil des Kraftfutters für diese „Wertschöpfung“ aus Brasilien oder wer weiss woher importiert wird.
Die Schweiz ist ein Grasland, Milch und Fleisch liesse sich vernünftig auf einheimischer Futterbasis produzieren ohne dass damit die Luft verpestet und der Boden überdüngt würde.
Weniger wäre mehr kann ich dazu nur sagen: weniger Direktzahlungen für Grossbauern, weniger Masthallen, weniger Söibschütti und dafür mehr intakte Landschaft, mehr Rücksicht auf die Umwelt und schliesslich mehr Lebensqualität für Mensch und Tier!
Bluescht-Wanderung am Bielersee
Vom Jäissberg über Bellmund, Sutz-Lattrigen nach Mörigen und zurück durch den frühlingshaften Oberholzwald hoch über dem Bielersee, haben wir den schönen Sonntag genossen. Und erst noch alte Freunde getroffen und in alten Erinnerungen geschwelgt.
Es blüht, strahlt, summt und pfeift in den Obstgärten, dass es eine helle Freude ist…
Das ist die Hohle Gasse in Mörigen mit prächtigen Buchen und Eichen…
… wobei diese Baumriesen nur dank dem mutigen Einsatz von Monika eine geplante Baumfällaktion überlebt haben! Châpeau!
Au Milieu du Monde
Ich kenne den Ort Pompaples (VD) mit seiner Auberge „Au Milieu du Monde“ aus dem gleichnahmigen Film von Alain Tanner. Es gibt da bei der Mühle Bornu einen Weiher, dessen Wasser auf der einen Seite über den Neuenburgersee, Aare, Rhein in die Nordsee und auf der anderen Seite über den Lac Léman und Rhone ins Mittelmeer fliesst. Eine klassische und einzigartige Wasserscheide.
Hier noch ein schöner Wandervorschlag: Entlang dem Nozon bis hinauf nach Romainmôtier führt ein idillischer Wanderweg, der jetzt im Frühling keine Wünsche offen lässt.
Ich habe nicht zu viel versprochen….
Freundlicherweise hat mich zer mit seinem Beitrag auf viele interessante geschichtliche und geografische Details der Region aufmerksam gemacht. Merci viu mou!
Feuersbrunst
Wir nutzen das schöne Frühlingswetter und steigen wieder mal auf den Chutzen-Aussichtsturm im Frienisbergwald.
Plötzlich steigt in der Ferne (Ammerzwil, Gemeinde Grossaffoltern, Distanz ca. 6 km)) eine schwarze Rauchsäule in den Himmel…
Als ehemaligem Feuerwehrmann war mir sofort klar, dass es sich um einen Hausbrand handeln musste. Und in der Tat, kaum eine Stunde später waren bereits die ersten Bilder auf dem Netz (Bieler Tagblatt).
Ein ehemaliges Bauernhaus stand in Vollbrand.
Die örtliche Feuerwehr musste sich darauf beschränken, die umliegenden Häuser zu schützen.
Gegen abend blieb nur noch eine rauchende Brandruine übrig. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die Brandursache ist noch nicht geklärt.
Drei-Seen-Fahrt
Wo die Schweiz am Schönsten ist: die Croisière des Trois-Lac ist ein unvergessliches Erlebnis. Zur Zeit hat es viel Platz auf den Schiffen, das Wetter ist traumhaft und die Kulisse grandios!
Das berühmte Ligerz-Chiuchli am linken Bielerseeufer…
… gegenüber ein majestätisches Alpenpanorama…
… weiter durch den ruhigen Zihlkanal (Thielle)…
… nach Neuchâtel…
… und durch den Broyekanal, Murtensee nach Morat. Dazu Geschichten von der St. Petersinsel, vom Naturschutzzentrum La Sauge, von der Juragewässerkorrektion und, und, und…
Auf was wartet ihr noch?
Filmen in der Provinz
Die Filmcrew ist für ihren Dokufilm „Zum Beispiel Suberg“ unterwegs!
Nachwuchs
Auf dem Biohof Inselmatt hat es viel Nachwuchs gegeben. Nicht nur acht neue Kälber in der Mutterkuhherde…
… sondern auch sechs attraktive südafrikanische Burenziegen (Boer goat) tummeln sich neuerdings auf der Frühlingsweide!






























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