AUSWANDERERBLOG

Was ich nicht weiss…

Posted in Politik by ruedibaumann on Dezember 9, 2010

Der 27-jährige Fürst Albert von Thurn und Taxis, der sich in der Stadt Zürich niedergelassen hat, gehört zu den 300 Multi-Milliardären der Schweiz. Sein Besitz soll sich auf 30’000 Hektaren Forst und Landwirtschaftsflächen belaufen. Dafür erhält er jährlich 1 016 999 €uros Direktzahlungen aus dem EU Agraretat! Skandal, Skandal…

Nun, auf der Milliardärliste befindet sich bekanntlich auch der als Bundesrat kläglich gescheiterte Christoph B. Für seine grossen Ländereien um Domat-Ems bezog oder bezieht der SVP-Tribun jährlich hunderttausende Franken Schweizer Agrar-Direktzahlungen…

Auch der Neu-Bundesrat Schneider-Ammann ist Milliardär und stolzer Besitzer eines Biobauernhofes. Wetten, dass auch er von den grosszügig sprudelnden Agrardirektzahlungen profitiert oder profitiert hat!

Die bürgerliche Mehrheit des Parlamentes hat es in der Vergangenheit wiederholt abgelehnt, die landwirtschaftlichen Direktzahlungen zu plafonieren und durch vernünftige Einkommens-und Vermögensgrenzen zu beschränken! Selbst eine Volksinitiative (Kleinbauerninitiative) wurden verworfen, die diese Zahlungen an millionenschwere Schlossbesitzer ausgeschlossen hätte!
Argumentiert wird immer, Einkommens- und Vermögensgrenzen seien administrativ schwierig zu handhaben. Bei Krankenkassenprämienzuschüssen und diversen Sozialleistungen ist man bei diesen Abklärungen offenbar weniger zimperlich…

Der wahre Skandal ist aber, dass die landwirtschaftlichen Direktzahlungen in der Schweiz (im Gegensatz zur EU) immer noch geheim gehalten werden! Wenn in jedem Kanton die Liste der hundert grössten Direktzahlungsbezüger endlich auch publiziert würde, dann könnte das Gejammer um sinkende Milch- und Getreidepreise wieder etwas relativiert werden. Und mancher Normalverdiener würde sich verwundert die Augen reiben…

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  1. Avatar von Unbekannt Albert Notz said, on Dezember 9, 2010 at 11:47 am

    Die Direktzahlungen in der Schweiz sind glasklar begrenzt. Ab 80’000.- Einkommen wird knallhart gekürzt, und wer mehr als 1 Mio Vermögen hat, erhält keinen Rappen mehr.—————–Dass Rüedu Baumann 6 mal mehr EU-Subventionen erhält als der Fürst, verschweigt er hier geflissentlich, der alte Neider.Der Fürst erhält nämlich nur rund 30 Euro pro Hektare. Seine Kosten zugunsten der Allgemeinheit für Park- und Landschaftspflege dürften ein zigfaches davon betragen.Wie im Mittelalter verlangt Rüedu Baumann nun den Pranger (veröffentlichung von Personen), rückwärtsgewandter geht es gar nicht mehr. Das was Rüedu Buume nämlich hier verlangt ist nichts anderes als dass in letzter Konsequenz Lebensmittel noch weiter hergekarrt werden unter verpuffung unsinniger Energiemengen.Das Direktzahlungssystem in der Schweiz ist wahrscheinlich das fortschrittlichste und ökologischste der Welt.Neid und Hass sind schlechte Berater Herr Baumann!

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  2. Avatar von Unbekannt Tom said, on Dezember 9, 2010 at 9:00 pm

    Oooh! Schon ab 80 000 SFr. Einkommen wird die Landrente etwas gekürzt. Arme Landbesitzer. 🙂

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  3. Avatar von Unbekannt Schüle M. said, on Dezember 10, 2010 at 1:44 am

    Hallo Notz,wohl mögen sie mit dem eint oder anderen Recht behalten was sie Herrn Baumann anprangern.Doch das Schweizer Direktzahlungssystem fortschrittlich zu nennen ist wohl ein bisschen überrissen. Anstatt konsequent die Ökologie und Artenvielfalt bzw. das Kleinbauerntum zu fördern, wird weiterhin eine Marktverzerrung und Überproduktion gefördert. Welche dazu führt, dass immer mehr Bauern hoch verschuldet sind, und wohl nie mehr diese Schulden los bekommen. So erzeugen wir eine Herde von Bauern welche vollkommen abhängig sind von Steuergeldern, anstatt vom Erlös ihrer Produkte zu leben. Diese DZ sind absoluter Blödsinn und sind meiner Meinung lediglich Schweigegeld und Sozialhilfe für die Bauern. Warum Schweigegeld? Weil sie sonst längst über die Zustände in der Landwirtschaft weltweit aufschreien hätten müssen und sie hätte in einer Revolte enden müssen. Doch bald sind es nur noch so wenig Bauern das ihnen kaum mehr einer Gehör schenken wird. Was früher einmal anders war, da hat man einen Bauern noch geachtet, nicht wie heute wo er von allen als Subventionsbezüger betrachtet wird was er in Wahrheit auch ist.Und trotz seiner langen entbehrungsreichen Arbeitszeiten kommt er auf keinen grünen Zweig mehr da seine Schulden und Investitionen die er tätigen muss, um am Markt zu bleiben sein ganzes Einkommen und seine ganze Freizeit auffrisst …

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  4. Avatar von Unbekannt Albert Notz said, on Dezember 10, 2010 at 7:41 am

    @manuelschueleEs besteht leider eine falsche Vorstellung bezüglich ökologischer Leistungen von Kleinbauern. Oekobilanzauswertungen zeigen, dass die ökologische Effizienz von grösseren Höfen günstiger ist, da sie pro Einheit (je nach dem Pro Hektare, pro Kilogramm produzierte Milch oder pro Fr. Rohleistung) weniger negative Umweltwirkungen (co2, ökotox, aquatox usw…) aufweisen. Es gibt übrigens auch keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Umweltwirkungen zwischen öln oder bio-Höfen.die echte Leistung von Kleinbauern ist meistern begrenzt auf den sozialen Faktor, der aber (bisher) noch nicht messbar ist. Bin selber gespannt, ob sich hier etwas tut. Mit freundlichen Grüssen A. Notz

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  5. Avatar von Unbekannt RB said, on Dezember 10, 2010 at 9:35 am

    @ Albert NotzLieber BärtuWer sich in der Schweiz für mehr Gerechtigkeit oder sozialen Ausgleich einsetzt, wird sofort mit dem Killerargument Neid und Missgunst überschüttet. Das ist nicht neu und ich kenne das zur Genüge. Aber mit dieser Argumentation hätte es nie eine französische Revolution gegeben und die gnädigen Herren in Bern hätten immer noch das alleinige Sagen…Ich verlange ja nicht mehr Geld für die Kleinbauern, sondern nur etwas mehr Transparenz und etwas weniger Steuergelder an Superreiche…Bei durchschnittlich 60’000 Schweizerfranken Subventionen pro Betrieb sollte es beim „ökologischsten Direktzahlungssystem der Welt“ eigentlich kein Artensterben in der Natur mehr geben…RB

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  6. Avatar von Unbekannt A. Notz said, on Dezember 10, 2010 at 11:41 am

    -Transparenz bei den Direktzahlungen ist vollständig gegeben (siehe DZ-Verordnung und beispielsweise Geoportal Kanton Bern). Dafür brauchts keine Postadressen.-Die Verteilung der DZ hat in keinster Weise etwas mit Biodiversität zu tunmit freundlichen Grüssenp.s. Anstatt bei der frz. Revolution könnte man ja auch gleich bei den Neandertalern anfangen, die kletterten ja auch von den Bäumen herunter, weil ein paar von ihnen stärker und schlauer waren….. that’s life…

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  7. Avatar von Unbekannt Urs said, on Dezember 11, 2010 at 1:03 pm

    Der wahre Skandal ist aber, dass die landwirtschaftlichen Direktzahlungen in der Schweiz (im Gegensatz zur EU) immer noch geheim gehalten werden!Der wahre Skandal ist vielmehr, dass diese Aussage falsch ist! Die Veröffentlichung ist laut EuGH nicht rechtens:Mit Urteil vom 9. November 2010 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) die EU-Vorschriften zur personengenauen Veröffentlichung der Direktzahlungen für teilweise ungültig erklärt.Das ist Herr Baumann möglicherweise entgangen, peinlich, peinlich.

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  8. Avatar von Unbekannt RB said, on Dezember 11, 2010 at 5:01 pm

    @UrsIch kann dich beruhigen Urs, das ist mir nicht entgangen. Offenbar haben sich ein paar Landjunker aus Süddeutschland darüber aufgeregt, dass ihre grossen Bezüge öffentlich gemacht wurden. Das „teilweise ungültig“ des EuGH wird dazu führen, dass die Gesetzgebung umgehend angepasst wird. Oder bist du wirklich der Meinung, dass die grossen Zahlungen der EU künftig wie in der Schweiz geheim erfolgen sollen?RB

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  9. Avatar von Unbekannt Urs said, on Dezember 11, 2010 at 9:35 pm

    Danke für deine Message.Also ob geheim oder nicht: ich finde die Frage ist weniger entscheidend, als zu wissen, welche Leistungen dafür erbracht werden.Immerhin kann mann mit der Verordnung nachvollziehen wiviel jem. pro ha, etc bekommt in der CH:Uebrigens: es gibt in Süd-D keine Landjunker. Hat es dort auch nie gegeben..herzlichst: Urs.

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