Es war einmal…
Es war einmal ein kleiner Bauernhof im Herzen Frankreichs. Die Böden waren karg und zum Teil sumpfig. Jedenfalls konnten die zwölf Hektaren Land der Fermette schon in der Mitte des letzten Jahrhunderts die Bauernfamilie nicht mehr ernähren. Die Kinder zogen in die Stadt und seit die alten Eltern gestorben sind, wird der Hof nicht mehr bewirtschaftet und auch nicht mehr bewohnt.
Das Land wurde zum Teil aufgeforstet oder ganz einfach der Natur überlassen. Bald einmal nahmen Dornenhecken überhand.
Das Gestrüpp wurde zum Paradies für Wildtiere und Vögel aller Art. Die Eichelhäher legten ihre Vorräte an und aus den vergessenen Eicheln sprossen neue Bäume. Ohne menschliches Dazutun ist in kaum fünfzig Jahren auf dem ehemaligen Ackerland ein neuer Eichenwald entstanden. Die Hähersaat ist aufgegangen. Die Dornen sind wieder verschwunden und haben einer neuen Pflanzengesellschaft Platz gemacht.
Die Moral der Geschichte: die Natur ist stärker!
Was habe ich gesagt….
…. die Axt im Haus erspart den Zimmermann und der Bricoleur den Sanitärinstallateur!
Alles selber gemacht, Materialien zum Teil aus Sperrgutabfuhr! Schön, nicht?
Ophrys arachnitiformis
Ein paar kalte Nächte und ein wenig Hagel haben den Orchideen zugesetzt. Besonders gelitten hat die spinnenähnliche Ragwurz (Ophrys arachnitiformis). Alle Blüten, die sich schon Ende Februar öffneten, sind jetzt bien cuites:
Oder sie haben zumindest kleine Schäden – dafür manchmal Besuch von einem bestiole:

Aber nach den ersten Sonnenstrahlen öffnen sich jetzt schon wieder neue Knospen. Etwas zerzaust zuerst:

Und am nächsten Tag schon in voller Pracht:
Und hier blüht eine, die immer noch die (allerdings leeren) Samenkapseln vom Vorjahr im Rücken hat:
Zu Besuch in: Chenonceaux
Das Wasserschloss Chenonceaux (Château des Dames) ist neben Versailles das am meisten besuchte Schloss Frankreichs. Es soll das eleganteste, feinste und originellste der Loire Schlösser sein.
Eigentlich liegt es an bzw. über der Cher, einem Zufluss der Loire.
Mich hat beeindruckt, dass es während dem zweiten Weltkrieg als Spitallazarett diente. Dabei lag der nördliche Eingang in der „zone occupée“, der südliche Ausgang in der „zone libre“…
Monsanto: mit Gift und Genen
Nicht verpassen: Heute um 21:00 Uhr auf Arte TV ein kritisches Firmenporträt über Monsanto, dem grössten und hässlichsten Agro-Chemie-Multi und seinen unzimperlichen Gentech-Verbreitungs-Methoden…
Linksrutsch
Avec 47 % des voix contre 45 % pour la droite, le PS et ses alliés ont remporté hier le premier round des municipales sans pour autant mettre l’UMP au tapis. A Bordeaux, l’ancien 1er ministre Alain Juppé a ainsi été réélu dès le 1er tour. A Lyon, c’est le maire PS sortant, Gérard Collomb, qui a battu l’ancien ministre UMP Dominique Perben. A Marseille et Toulouse, où les scores sont plus serrés, il faudra attendre dimanche prochain pour connaître le nom du 1er magistrat. Ségolène Royal a évoqué un „vote sanction“ pour le pouvoir, qui doit „s’amplifier au 2e tour“ et a appelé à „faire des alliances partout avec le MoDem“, qui jouera les arbitres dans de nombreuses villes. François Bayrou a déclaré que son mouvement ne donnerait „pas de consigne générale“ et examinerait la situation „ville par ville, candidat par candidat“>
Le Monde elctronique
In 37 000 Städten und Gemeinden wurde gestern gewählt. Überall wo keine Liste das absolute Mehr (>50%) erreicht hat, gibt es am nächsten Sonntag einen zweiten Wahlgang.
Zur Wahl stehen nur noch Listen bzw. KandidatInnen, die im ersten Wahlgang mindestens 10% Wählerstimmen erreicht haben. Listen mit mehr als 5% Wählerstimmen können mit anderen fusionieren. Je nach dem stehen sich am nächsten Sonntag noch zwei, drei, vier oder in einem Fall sogar immer noch fünf Listen gegenüber. Wichtig für jedes Lager ist, dass sie ihre WählerInnen noch einmal mobilisieren können…. So werden beispielsweise in Marseille und Toulouse sehr enge Entscheidungen erwartet.
Zusammenfassend darf man jetzt schon feststellen, dass in Frankreich auf Gemeindeebene la Gauche vorherrscht und dass insbesondere die grossen Städte von linken Mehrheiten regiert werden.
Gemeindewahlen
Heute gehen wir zum ersten mal in Frankreich wählen! Zwar sind es bei uns nur Gemeindewahlen und weil es in unserer kleinen Commune keine Parteilisten gibt, können wir auch keine Denkzettel an Sarkozy verteilen….
In unserer Gemeinde Traversères gibt es nur eine „Liste d’interet et de defense communale“ mit neun Namen. Klar, dass wir alle Kandidatinnen und Kandidaten kennen. Der Maire wird anschliessend durch den gewählten Conseil communal bestimmt. Der Bisherige, Jean-Michel Liares, agriculteur, ist bereit, weiterhin als Gemeindepräsident zu amten und wir sind froh darüber.
„Voter est un droit, c’est aussi un devoir civique“
Übrigens, bei den Kommunalwahlen können alle EUropäer wählen, auch die (noch) nicht eingebürgerten (mit Ausnahme der Schweizer….).
Heute abend werden wir mit Spannung die Resultate der grossen Städte erwarten. Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass die Linke beispielsweise Marseille und Toulouse zurückerobern kann.
Sollte es in ganz Frankreich einen (erwarteten) Linksrutsch geben, dann wird unser Staatschef noch mehr unter Druck kommen. Vorsorglich hat er schon mal angekündigt, dass er seine Regierung nicht umbilden werde…. Affaire à suivre!
Auf dem Weg zur Wahlurne….
Stimmabgabe unter dem kritischen Blick von Nicolas Sarkozy….
Wahlresultat von Traversères:
résultat :
66 inscrits
56 votants
55 exprimés
Elus :
Olivier Barasz 42 voix
Martine Bernadot 43 voix
Philippe Frechou 50 voix
Josette Gautier 38 voix
Jacques Gauthe 43 voix
Jean-Luc Latapie 39 voix
Jean-Michel Liares 48 voix
Jean-Pierre Monferran 49 voix
André Pau 47 voix
An der Loire
In Briare gibt es Wasser auf drei Ebenen. Das Wasser der Loire, darüber der Canal de Briare, daneben Lateralkanäle. Wenn es dann noch regnet, hat man wirklich Wasser auf jeder Ebene….
In der Confiserie links vom Kanal gibt es übrigens wunderbar heisse Schockolade….
Lokal produzieren und konsumieren
Olivier und Laurence, Biobauern im Loiret, produzieren für eine sogenannte AMAP (Association pour le Maintien d’une Agriculture Paysanne). Sie haben sich mit etwa zweihundert KonsumentInnen zusammengeschlossen, die jede Woche am Freitag auf ihrem Hof einen Produktekorb mit saisonalen Gemüsen abholen. Damit haben sie ein gesichertes Einkommen und die Konsumenten Gewähr, frische Bioprodukte direkt ab Hof zu erhalten.
AMAP’s gibt es inzwischen in ganz Frankreich, wobei in der Regel Höfe im direkten Umfeld von Städten besser geeignet sind als abgelegene Betriebe in ländlichen Regionen.
Olivier und Laurence haben einen Hof von 80 Hektaren, bauen neben Getreide und Kartoffeln verschiedenste Gemüse und Früchte an und sind zur Zeit daran, ein Gewächshaus zu erstellen, um die Gemüselieferungen durch den Winter gewährleisten zu können. Viele Gemüse werden in betriebseigenen Lokalitäten weiter verarbeitet. Spezialität des Hauses: Brennesselsuppe!
Municipales et Cantonales
An den nächsten beiden Sonntagen finden in ganz Frankreich Gemeinde- und Kantonalwahlen statt (Municipales et Cantonales). Es steht schon jetzt fest, dass Sarkozys UMP eine Niederlage einfahren wird. Die Frage ist nur noch, wie hoch der Sieg der Sozialisten ausfallen wird und welche Stadtregierungen von den Rechten zu den Linken wechseln. Die französischen WählerInnen werden mit ihrem Votum (einmal mehr) nicht die Leistungen der örtlichen Führungsequipen beurteilen, sondern die Situation auf nationaler Ebene sanktionieren. Und da sieht es denkbar schlecht aus für den Président de la République: Keine seiner grossmundig angekündigten Reformen hat bisher zum Erfolg geführt! Die Kaufkraft sinkt und mit ihr die Popularitätswerte des Staatschefs.
Auffallend bei diesen Wahlen ist auch, wie Frankreich Mühe bekundet, die Frauenquote bei den Wahlen endlich etwas zu verbessern. Vorschriften bezüglich Listengestaltung haben bisher nicht viel weitergeholfen: der Maire ist in aller Regel ein Mann und die Frauen sind bestenfalls Suppleantinnen…..
Bei meinen „Wahlbeobachtungen“ in der französischen Provinz begegnen mir immer wieder die gleichen Plakate: die Frauen als StellvertreterInnen…. trotz Jeanne d’Arc und Marianne!





























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