AUSWANDERERBLOG

Feinmotorik

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juni 12, 2007

Mit dieser Maschine (Debroussailleuse) mähe ich zur Zeit diverse Weg-und Strassenböschungen. Mit der rechten Hand steuere ich 10 verschiedene Bewegungen des Mäharms und mit der linken Hand lenke ich den Traktor. Die Füsse sind auf Kupplungs- Brems- und Gaspdalen. Hohe Konzentration ist erforderlich, damit die Baumstämme nicht verletzt werden und der Schlegelmäher vorsichtig den Bodenunebenheiten folgt. Alle Bewegungen werden durch einen ingenieusen Oeldruckmotor erzeugt. Es braucht viel Übung, bis sich eine gewisse Routine einstellt.

Debroussailleuse, Schlegelmäher am Schwenkarm

Zur Erinnerung…

Posted in Von Tag zu Tag by ruedibaumann on Juni 11, 2007

Der Dokumentarfilm HOPE MUSIC ist fertig!

Am Dienstag 12. Juni um 20.00 Uhr wird
im Filmpodium in Biel Premiere gefeiert
und am Sonntag 17. Juni um 23.30 Uhr
wird SF1 den Film ausstrahlen.

Filmpremiere im Filmpodium in Biel:
Dienstag 12. Juni
Türöffnung ab 19.00 Uhr
Ab 20.00 Uhr kurzes Konzert von Pegasus
Film ab: 20.15 Uhr
Barbetrieb
Eintritt frei (Kollekte)
Adresse und Lageplan Filmpodium:
http://www.pasquart.ch/d/filmpodium.d/programm.d.jsp

Ausstrahlung auf SF1:
Sonntag 17. Juni um 23.30 Uhr
Vorschau!

Weitere Infos zum Film auf http://www.hopemusic.ch/

Le Temps des Cerises

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juni 11, 2007

Le temps des cerises ist vorbei in Frankreich. Die Rechte wird in den nächsten fünf Jahren fast uneingeschränkt schalten und walten können. Alle Macht bei Sarkozy. Das (Majorz-) Wahlrecht führt zu eindeutigen Mehrheiten im Parlament, aber auch zum Ausschluss von Minderheiten. Die Politik wird sich vermehrt auf die Strasse verlagern.
Kleiner Trost: wenigstens in unserem Wahlkreis (Gers, 1. circonscription) hat der sozialistische Kandidat die Nase vorn…

Zurück auf den Hof: Nach der reichen Kirschenernte im letzten Jahr machen sich die süssen Früchte in diesem Jahr sehr rar: Folge des kalten und regnerischen Wetters während der Kirschenblühte.

Dafür sind die Kartoffeln gewachsen wie nie. Allerding ist die Krautfäule in den letzten Tagen geradezu explodiert. Da hilft nur vorzeitige Ernte oder das Mähen der Stauden, damit die Krautfäule nicht zur Knollenfäule wird.

Wenn wir schon nicht Kirschen ablesen können, ernten wir halt jetzt Lindenblühten um Tee zu machen. Tee statt (Kirsch-)Schnaps. Zur Genesung.

Linde auf La Ouaitte

Orage

Posted in Diverses by ruedibaumann on Juni 10, 2007

Schlechter Tag! Die Blueblogs funktionieren den ganzen Tag nicht! Die Parlamentswahlen in Frankreich haben bei schlechter Stimmbeteiligung das erwartete Debakel für la gauche gebracht! Für den Südwesten sind für diese Nacht heftige Gewitter angesagt und Roger Federer hat in Paris den Tennisfinal verloren….

Législatives 2007: Les Résultat

Familienwappen

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 9, 2007

Seit Jahren hängt bei uns im Wohnzimmer ein alter Holzteller an der Wand, der früher meinem Grossvater väterlicherseits gehörte. Es handelt sich um ein geschnitztes Familienwappen der Familie Baumann und zeigt einen bärtigen Saemann, der mit der rechten Hand goldene Körner auf weisse Erde sät.

Familienwappen Baumann

Mir gefällt das Bild. Der Saemann mit dem silbernen Säsack der über die Furchen schreitet und etwas anbaut (wer ernten will muss säen) hat für mich etwas Symbolisches: Baumann bedeutet Ackerbauer. Und als das verstehe ich mich auch. Solange wir unsere Familiengeschichte zurückverfolgen können waren die Baumanns immer Bauern.

Wenn man im genealogisch-heraldischen Webkatalog nachschaut, stellt man fest, dass das Familienwappen Baumann in anderen Kantonen neben dem Sämann noch verschiedene andere Darstellungen kennt.
Der Saemann wir im Berner Wappenbuch von 1932 dokumentiert.

Hier in Frankreich heissen wir jetzt Beauman….aber Bauern sind wir immer noch.

Die Grösste

Posted in Orchideen by ruedibaumann on Juni 8, 2007

Die Orchideen-Saison wird sehr bald schon vorbei sein. Was wir heute noch bieten können, ist die Himantoglossum hircinum, die Bocksriemenzunge. Sie ist dieses Jahr gewaltiger denn je: bis zu 1m hoch. Und wenn man sie nicht sähe im eben so hohen Gras, riechen täte man sie sicher. Sie böckelet gewaltig, deshalb auch der Name.

Orchidee Nr. 30, Bocksriemenzunge

Himantoglossum hircinum

Printemps Bio 2007

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juni 7, 2007

Vom 1. bis 15. Juni findet in Frankreich die achte Auflage der Biowochen statt: Printemps Bio 2007.

Die zahlreichen Veranstaltungen stehen dieses Jahr unter dem Motto: „Consommer bio, c’est voir plus loin“.
Cette campagne nationale va permettre de multiplier les occasions de rencontres et d’échanges entre les milliers de professionnels de l’agriculture biologique mobilisés et les consommateurs en demande d’informations.

Zur Feier des Tages ein Blick auf unseren im April angepflanzten Rebberg und auf unsere Getreidefelder….

Rebberg, La Ouaitte, Juni 2007

Hier wächst ihr Biowein….

Weizenfeld, La Ouaitte, Juni 2007

….. und hier ihr Biobrot!

La vague bleue, die blaue Welle

Posted in Politik by ruedibaumann on Juni 6, 2007

Nächsten und übernächsten Sonntag werden die Französinnen und Franzosen in diesem Jahr bereits zum dritten bzw. vierten Mal zur Urne gerufen. Die Legislativwahlen, also die Wahl der französischen Nationalversammlung, dem Parlament, stehen an.

Gewählt wird im Gegensatz zur Schweiz im Majorzverfahren, das heisst, dass pro Wahlkreis jeweils nur ein Kandidat gewählt werden kann.

Obschon sich beispielsweise in unserem Wahlkreis nur die Vertreter der Parti socialiste (PS) und der bürgerlichen UMP Wahlchancen ausrechnen können, kandidieren 15 verschiedene Gruppierungen! Zum zweiten Wahlgang dürfen dann nur noch KandidatInnen antreten, die im ersten Wahlgang mindestens 12.5% der Stimmen erhalten haben. In der Regel sind das jeweils zwei, manchmal drei Leute.

Die Kandidatenflut ist mit der staatlichen Parteienfinanzierung zu erklären: die Parteien bekommen pro erhaltene Stimme einen festen Beitrag für die nächsten fünf Jahre!

Man muss von einem Erdrutschsieg von Sarkozys UMP ausgehen. Das Wahlsystem bringt es mit sich, dass nach den verhältnismässig knappen Präsidentschaftswahlen in der Nationalversammlung klare Verhältnisse geschaffen werden sollen: „alle“ stimmen für den Sieger… Kleine Parteien haben praktisch keine Chancen in das Parlament gewählt zu werden. Wenn, dann nur durch Wahlabkommen mit den beiden Grossparteien UMP und PS.

Die Grünen, les verts, beispielsweise, – ich muss es leider sagen -, sind zumindest auf nationaler Ebene praktisch tot in Frankreich. Die blaue Welle, Sarkozys- Erfolgswelle, wird alles wegspülen… Der Saatschef ist allgegenwärtig zur Zeit und erzielt phänomenale Umfragewerte während sich die Sozialisten streiten wie es weitergehen soll…

Sarkozy will die Hälfte der Staatsbeamten abbauen, Europa neu lancieren, Ingrid Betancourt in Kolumbien freibekommen, die Steuern senken, die Banlieus aufräumen, die Migrationsprobleme lösen … und alles subito! Frankreich soll wieder zu einer Grande Nation werden!

In Auch, unserem Départements-Hauptort, streiken schon mal die Briefträger seit drei Wochen….

aus le monde électronique

Geschichtliches

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Juni 5, 2007

Der Hofname „La Oueyte“ (auch „La Ouaitte“ geschrieben) stammt aus dem okzitanischen und heisst so etwas wie „Die Schäferin“. Die Ferme hat in den letzten hundert Jahren oft die Hand gewechselt. Nicht wenige der früheren Besitzer sind auf den kargen Böden verarmt und mussten aus finanziellen Gründen den Hof verkaufen….
Die Gebäude sind teilweise mehrere hundert Jahre alt und wurden im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Die ganze Domaine war früher von dicken Mauern umschlossen.

Nach dem Krieg bauten 1945 deutsche Kriegsgefangene den heutigen Zufahrtsweg mit Steinen der alten Festungsmauern und leider wurde auch ein alter Turm abgebrochen.

1963 erwarb die aus Algerien zurückkehrende Bauernfamilie Prost den Hof und hat im Laufe einer Generation viele bauliche Veränderungen bewerkstelligt. Die sogenannten „pieds noir“ waren in dieser Zeit in Frankreich sehr zahlreich.
Da keines der vier Kinder der Familie Prost den Hof weiterführen wollte, konnten wir den Betrieb mit den verbliebenen rund 70 Hektaren Land im Jahr 2000 für 600’000 sfr. kaufen. Wir haben die Ferme auf dem Internet gefunden, nachdem wir vorher währen vier Jahren zahlreiche Objekte in Südwest-Frankreich besichtigt haben. Der Hof war die letzten zehn Jahre praktisch stillgelegt, so dass wir vom ersten Tag an mit dem Biolandbau beginnen konnten.
In der Zwischenzeit haben wir selber viel renoviert und erneuert. Inzwischen ist das Dach des Wohnhauses neu gedeckt (mit alten Ziegeln), wir haben eine Heizung eingebaut und die Küche erneuert und sind jetzt auch an die öffentliche Wasserversogung angeschlossen.
Die Felder sind neu eingeteilt, die Entwässerungsgräben erneuert und die Weiden entbuscht.
Aber es gibt noch einiges zu tun…. (mehr darüber in meinem Buch „Bauernland“)

La Oueyte, Aufnahme 1942

La Oueyte, Entrée, vor 65 Jahren….

La Oueyte, Aufnahme Frühling 2007

… und heute!

La Ouaitte, MitarbeiterInnen, 1942

Die zahlreichen MitarbeiterInnen 1942…..

Massey-Ferguson 6270

….und der wichtigste Mitarbeiter 2007!

Sonnenweg

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Juni 4, 2007

Wir nennen ihn Sonnenweg. Er führt westlich von unserer Ferme durch ein lichtes Eichenwäldchen, südexponiert, windgeschützt, sonnig eben. Auch in den Wintermonaten ist es auf dem Sonnenweg milder als an allen übrigen Standorten. Im heissen Hochsommer spenden die jahrhunderte alten Eichen etwas willkommenen Schatten.
Hier blühen jeweils im frühen Frühjahr die ersten Orchideen und auch diverses Getier scheint sich wohlzufühlen. Der Sonnenweg gehört fast immer zu unseren Flurbegehungen. Selbst heute wenn es regnet.

Sonnenweg

Wir wünschen bei dieser Gelegenheit allen BewohnerInnen und MitarbeiterInnen des Domicil Mon Bijou in Bern eine sonnige Biowoche!

junger Feldhase, La Ouaitte

Wenn er oder sie nur unseren Salat in Ruhe lassen würde….