AUSWANDERERBLOG

Frauenpower

Posted in Politik by ruedibaumann on November 17, 2006

Ich freue mich, dass Frankreich endlich eine Staatspräsidentin erhalten wird!

Foto aus Google Bilder

„Aujourd’hui c’est un beau jour pour partir au combat car nous sommes portés par un mouvement populaire généreux et heureux qui sent que nous sommes soutenus par une cause qui est plus grande que nous. Je lance aujourd’hui un appel à tous les Français, hommes et femmes de notre pays. Rassemblez-vous, mobilisez-vous, demandez-vous ce que vous pouvez faire pour notre pays, imaginons ensemble une France qui aura le courage d’affronter les mutations sans renoncer à son idéal de liberté, d’égalité et de fraternité. Pour un ordre juste, contre tous les désordres injustes qui frappent les plus faibles, pour des énergies positives qui se rassemblent et des libertés nouvelles à inventer.“

Ségolène Royal

Der Publizist Roger de Weck über den neuen Star in Paris

Ségolène Royal will bei den Franzosen «Lust auf die Zukunft» wecken. Die Kandidatin für das höchste Staatsamt verspricht, «posi tive Kräfte zu bündeln»; sie setzt auf die «kollektive Intelligenz» ihrer Landsleute. Denn «der Bürger ist der beste Experte auf dem Gebiet seines eigenen Lebens».
Die 53-jährige Französin sieht sich schon als Präsiden tin einer «Republik des Re spekts » und der «gerechten Ordnung». Diese Formel aus der Enzyklika «Deus caritas est» von Papst Benedikt XVI. ist das Leitmotiv der Sozia listin Royal.
Ihr Programm besteht darin, die Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen.
Aber sie bedient die Franzosen mit Floskeln. Restlos alles, was Royal bietet, ist ver schwommen. Zum Beispiel wollte sie «Bürger-Jurys» einrichten, die überparteilich die Politiker beraten und be werten; die Juroren würden durch das Los bestimmt.
Doch im Nu rückte sie von solcher «partizipativer Demokratie» ab, als ihr un ausgegorenes Jury-Mätzchen überall durchfiel.

Wer das Volk hoch achtet,
stellt ausgereifte Pläne zur Debatte. Die charismatische Madame Royal hingegen treibt den Hokuspokus des Medienzeitalters auf die Spitze: Statt sich konkret festzulegen, nährt sie eine wohlige Stimmung. Deren Zutaten sind eine Prise Soli darität, ein Schuss Nationa lismus und eine Portion ewige Werte. Den Löwenanteil je doch behält die Imagepflege.
Royals Internetkampagne vermittelt jedem Surfer das interaktive Gefühl, seine Meinung zähle. Das Medium ist die Botschaft, während die Grussbotschaft auf Ségolène Royals Website heisse Luft ist: «Bei der Präsidentenwahl geht es darum, unser Land nach oben und die Gesell­schaft wieder in Bewegung zu bringen. Zu viele Mauern scheiden die einen von den anderen. Ich schlage vor, die Mauern zu schleifen und Brücken zu bauen.»

Wahlkampf à la Royal ist noch manipulativer als Tony Blairs Spindoktorspiele. Bei dieser Politikerin gedeiht die Inhaltsleere zur wahren Mission: «Ich habe heute nicht auf alles eine Antwort; vielmehr will ich wieder Sinn stiften, die Gedanken ordnen, auf dass jeder Franzose begreift, was sein Auftrag in Wirtschaft und Gesellschaft ist.» Begreife, wer will.
Ist das postmoderne Politik? Jedenfalls weckt sie keinerlei «Lust auf die Zukunft», falls der Staatspräsidentin Royal die Zukunft gehört

Meine Frage: Was ist die Alternative? Sarkozy?

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  1. Avatar von Unbekannt BH said, on November 20, 2006 at 7:54 am

    Das hier hinterlässt doch ein laues Gefühl in der Magengegend.

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  2. Avatar von Unbekannt Teilauswanderer said, on Dezember 31, 2006 at 11:52 am

    Als langjähriger Grenzgänger und seit 6 Monaten mit Zweitwohnsitz in Frankreich verfolge ich die politische Szene hier sehr genauWenn ich mich so umhöre im Bekanntenkreis ist Ségolène Royal längst durchschaut. Roger de Weck trifft das ganz genau.Alternative?Ja, Sarkozy ist ein Mann der Taten. Wenn jemand in Frankreich überhaupt was verändern kann, dann ist er es.Aber vielleicht gilt immer noch was De Gaule mal gesagt habe:“Frankreich ist unregierbar“.

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