Gastronomie
Zur Abwechslung verweise ich heute auf die Menueseite unseres heutigen Küchenchefs. Das Wundermenue auf Tellerwäscher
Armenien
Ich war 2003 als Wahlbeobachter in Armenien und habe seither email-Kontakte mit dem und über das Land. Hier ein Auszug aus meinem seinerzeitigen Bericht:
„Ich habe zusammen mit einer Amerikanerin die Wahlen in der Bergregion am Sevan-See (1900 m ü.M.) rund um die Kleinstadt Martuni beobachtet. Der Wahltag verlief äusserst friedlich und ohne jegliche Zwischenfälle. In allen 13 besuchten Wahllokalen wurde sorgfältig und mit ausgesprochener Gründlichkeit gearbeitet. Die zahlreichen Verfahrensvorschriften wurden mit Akribie eingehalten. Alle Wahldokumente und Utensilien wurden von den jeweils neun offiziellen Mitgliedern der lokalen Wahlkommission (PEC) geprüft, versiegelt und unterschrieben.
Die Wahlbeteiligung betrug über 60 %, obschon es zur Zeit in Armenien bissig kalt ist und es am Wahltag fast ununterbrochen schneite. Ohne die bereitwillige Mithilfe der lokalen Bevölkerung und der ortskundigen Driver und Interpreter hätten wir viele Polling-Stationen in der tief verschneiten ländlichen Region kaum gefunden oder sicher nicht erreicht. Schneeräumung auf öffentlichen Strassen ist für die Dörfer ein Fremdwort.
Das Auszählen der Stimmen am Abend des Wahltages erfolgte in dem von uns beobachteten Wahllokal ebenfalls ausgesprochenen exakt. Das Zählen von 800 Stimmzetteln dauerte von 20.00 Uhr bis nach Mitternacht in kaum oder nicht geheizten Räumen. Dabei wurden nach intensiver Beratung 15 Ballots als ungültig erklärt.
Die anschliessende Zusammenfassung der lokalen Wahlergebnisse in der regionalen Wahlkommision (TEC) fand nachts in der Zeit zwischen 01.00 Uhr und 05.00 Uhr statt und war in unserem Fall ausgesprochen chaotisch. Dabei ging es aber nicht um Betrügereien, sondern vielmehr um organisatorische Probleme und Unfähigkeit des zuständigen Leiters. Zudem waren wohl wegen den schweren Schneefällen alle Fax-Leitungen unterbrochen und erschwerten so die Kommunikation.
Wir wurden während dem ganzen Einsatz im Privathaushalt unseres Drivers untergebracht und genossen eine schon fast unbeschreibliche Gastfreundschaft. Die Leute waren froh, und wohl auch ein wenig stolz, dass sich die internationale Gemeinschaft um ihre Probleme kümmert. Wir wurden wiederholt gebeten, doch bitte noch dieses und jenes Abstimmungslokal zu besuchen. Erstaunt hat mich persönlich auch, dass beispielsweise der drohende Irak-Krieg für die Dorfbevölkerung kaum ein Thema ist. Offensichtlich hat man bei bis zu 80%iger Arbeitslosigkeit andere Probleme.“
Wallfahrer Blocher
Präsident Chirac war letzte Woche in Armenien. Dort hat er klipp und klar erklärt, dass die Türkei den an den Armeniern verübten Völkermord anerkennen müsse, bevor ein EU-Beitritt überhaupt in Frage komme. Niemand in Frankreich hat das bestritten oder nur kritisiert. Selbst Le Pen nicht.
Diese Woche ist unser Justizminister in der Türkei auf die Knien gefallen und hat in Ankara das vom Schweizer Volk beschlossene Anti-Rassismusgesetz und damit den Genozid an den Armeniern in Frage gestellt. Der Geschäftemacher und Miliardär hat einmal mehr bewiesen, dass er als Bundesrat nicht tragbar und nicht würdig ist. Ich schäme mich als Auslandschweizer nicht nur dafür, dass Dr. Blocher keinen graden Satz formulieren kann, nein auch dafür, dass er das Ansehen der Schweiz im Ausland immer mehr in den Schmutz zieht. Ist für Blocher die Türkei Vorbild für die Einhaltung der Menschenrechte? Die Glaubwürdigkeit eines Landes hängt auch stark von seinen Repräsentanten ab.
Filmemacher
Die junge Bieler Band Pegasus setzt alles daran, dereinst mit und von der Musik leben zu können. Den beschwerlichen Weg zum ersten Album begleiten die Bieler Filme-macher Simon Baumann und Andreas Pfiffner. «Hope Music» ist eine Web-Dokumentation in 15 Episoden, ein bislang einzigartiges Format. Alle zwei Wochen erscheint auf der Homepage ein neues Kapitel, am Schluss wird das Material nochmals zu einem «herkömmlichen» Dokumentarfilm verdichtet.
Näheres im Bieler Tagblatt von heute
Direkt auf den Video-Kalender ton-und-bild
Global farming
Biobauern sind vernetzt. Der unten abgebildete Bauernhof ist in Dänemark und wird von Dieter Steffen, einem Auslandschweizer geführt. Er hat sich bei uns zu einem Erfahrungsaustausch gemeldet.
Airbus
Die Airbus-Industrien beschäftigen in der Region Midi-Pyrénées in 558 Werkstätten und Zulieferbetrieben über 32 000 Angestellte. Die Lieferverzögerungen für den Airbus A 380 treffen die ganze Region sehr hart. Wie heute die Dépéche du midi meldet werden 2007 entgegen der Bestellungen nur ein Flugzeug ausgeliefert werden können, 2008 nur 10 und erst später die 45 bestellten Maschinen. Verkabelungsprobleme scheinen die Ursache der teuren Verzögerungen zu sein.
Wir haben den Riesenvogel wiederholt von unserem Hof aus bei seinen Testflügen beobachten können. Die ganze Region war bisher sehr stolz auf ihre aéronautische Industrie und macht sich jetzt verständlicherweise Sorgen, dass die Aufwendungen um 30% gekürzt werden sollen. Die erfolgreiche europäische Zusammenarbeit in der Luftfahrtindustrie erleidet dadurch einen empfindlichen Dämpfer. Weitere Stellungnahmen auf LA DÉPÉCHE DU MIDI.
Königliches
Bei der Sozialistischen Partei Frankreichs haben sich im Hinblick auf die Präsidetschaftswahlen 07 die Kandidatenreihen gelichtet: Nachdem François Hollande, le premier sécretaire des socialiste seinen Verzicht bekanntgegeben hat und Lionel Jospin davon absieht, ein drittes Mal als Staatschef zu kandidieren, ist nun auch der ehemalige Kulturminister Jack Lang von seinen hohen Ambitionen abgerückt. So sind es auf der Linken Seite noch drei, die sich am 16. November der parteiinternen Kandidatenkür stellen wollen, um dann wohl nächsten April gegen den UMP-Chef und Innenminister Sarkozy anzutreten:
Laurent Fabius, ehemaliger Premierminister, Domonique Strauss-Kahn, ehemaliger Wirtschaftsminister und Ségolène Royal, ehemalige Umwelt-, Erziehungs- und Familienministerin und Präsidentin der Region Poitou-Charentes.
Gemäss Umfragen liegt die „Königliche“ in der Gunst der Franzosen und Französinnen weit voraus und man traut nur ihr zu, den umtriebigen Sarko in der Stichwahl allenfalls zu schlagen.
Ich meine der Grande Nation würde eine Staatspräsidentin gut anstehen! Mme Royal verkörpert so etwas wie einen neuen Aufbruch in einem System, indem sich die classe politique nach Ansicht vieler zu sehr vom einfachen Volk abgesetzt hat. Sie hat vier Kinder grossgezogen und lebt (unverheiratet) in fester Partnerschaft mit François Hollande.
Strauss-Kahn gilt als sehr kompetent aber eben doch als einer der „alten Elefanten“ der sozialistischen Partei.
Nicht wählen würde ich Laurent Fabius, obwohl er sich zur Zeit wieder sehr links gibt. Ich werde ihm nicht verzeihen, dass er mit fadenscheinigen Argumenten gegen die europäische Verfassung angetreten ist, obschon er damit nur seine Präsidentschaftsambitionen verstärken wollte. Fabius liegt in den Umfragewerten weit zurück.
Hoffen kann man auch nur auf die Vernunft der linksaussen Parteien und der Grünen, die mit ihren chancenlosen Kandidaturen einmal mehr in Kauf nehmen, dass wie 2002 der entscheidende zweite Wahlgang nur zwischen Bürgerlich und Rechtsextrem stattfinden könnte…..
Das kann ja heiter werden!
„Chez nous, on le sait, le national et le social marchent ensemble, et c’est l’Etat qui est garant de cette alliance“.
Ségolène Royal
Rouge sang
Renaud ist zurück mit einem neuen Album: ROUGE SANG. Hat er wirklich Sarkozy als Fascho bezeichnet?
Glücklicherweise sind nicht alle Sänger politisch so naiv wie Johnny Halliday….
Wir gingen Pilze suchen…
Das warme Wetter und die vergleichsweise häufigen Niederschläge der letzten Tage haben unsere Wälder zu einem richtiggehenden Pilzparadies gemacht. Leider kennen wir nicht alle…. so dass wir uns sicherheitshalber vorläufig auf die Steinpilze (cèpe de Bordeaux) beschränken. Die Ernte lässt sich trotzdem sehen und leben lässt sich damit wie Gott in Frankreich…







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