Der Orchideen Händler

An jedem Tag im Jahr pflegt Sylvain seine paradiesvogelartigen Blumen. Ihre Gattung ist älter als die der Dinosaurier, anspruchsvoller als die Kundschaft seines Ladens nahe der Comédie Française: Schauspieler, Politiker, Unternehmer, die oberen Zehntausend von Paris, die ihre Wohnungen nicht mit dem Schönsten dekorieren, sondern mit dem, was am teuersten ist. Über Orchideen weiß Sylvain alles. Er kennt die wendungsreiche Geschichte ihrer Entdeckung, Kultivierung und Massenproduktion, die auch vom kolonialen Erbe Frankreichs erzählt. Er weiß, bei welcher Temperatur und Feuchtigkeit sie gedeihen, welche Sorte Kokoserde und welche Rindenmulch liebt. Mit der Orchidee hat Sylvain sich neue Wurzeln gegeben, denn die zu seiner eigenen adeligen Familiendynastie sind gekappt. Doch seine Erschöpfung wächst. Ist er zu lange vor der Vergangenheit geflohen? Und wie soll er, der selbst nicht erben wollte, sein Geschäft weitergeben? Denn für Sylvain steht fest: Wenn es den Laden nicht mehr gibt, verschwindet er selbst.
Arbeitsjubiläum
Seit 50 Jahren schneide ich jeden Winter die Widli entlang dem Gewerbekanal/Lyssbach. Neuerdings werden daraus wieder Weidekörbe hergestellt.

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„Wir Erben“ im Schweizer Fernsehen
Am Sonntagabend 7. Dezember 2025 um 22:40 Uhr zeigt SRF1 den preisgekrönten Dokumentarfilm „Wir Erben“ von Simon Baumann. Nicht verpassen!

Abschied in La Paz

Zwei junge Menschen verlieben sich. Kurze Zeit später unternehmen sie eine Reise durch Bolivien und Peru, in einer Unbeschwertheit, wie sie nur Menschen in jungen Jahren aufbringen. Der junge Mann fliegt zurück in die Schweiz, während Alessandra in La Paz in Bolivien zurückbleibt, um ein einjähriges Praktikum zu machen. Zwei Monate später ist nichts mehr wie es einmal war: Von einem Tag auf den anderen ist Alessandra mit 22 Jahren an einer Lungenembolie gestorben.
Fast drei Jahrzehnte später blickt Andreas Schwab auf diese Geschichte zurück. Voller Zärtlichkeit erinnert er sich an seine Freundin, die so intensiv gelebt hat, als habe sie um die Kürze der ihr zur Verfügung stehenden Zeit gewusst. Ihn hat die Zeit der Trauer nach ihrem jähen Tod fürs Leben geprägt. «Abschied in La Paz» ist eine so leidenschaftliche wie einfühlsame Erinnerung an die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens.
Berührende autobiografische Geschichte! Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen und kann es nur weiter empfehlen!
Darf er das?
Gastbeitrag über alt BR Ueli Maurer („Der Separator“)
von Herbert Karch, ehem. Generalsekretär Kleinbauernvereinigung
Darf er das?
Ueli Maurer, alt Bundesrat, denkt über die Abspaltung des östlichen Teils der Schweiz nach. Nachdenken darf in unserem Land jeder über alles. Das unterscheidet eine liberale Demokratie von den Verhältnissen zum Beispiel in China, wo Ueli Maurer sich des Öfteren mit den Mächtigen fotografieren lässt.
Aber darf Ueli Maurer seine Sezessionsgelüste öffentlich propagieren? Ich meine: Nein. Bei der Wahl zum Bundesrat hatte er den Eid abgelegt, sich für das Wohl des Landes einzusetzen, und zwar des ganzen Landes! Und dieser Eid gilt doch weiter, schliesslich bezieht er ein staatlich finanziertes Ruhegehalt.
Müsste man Ueli Maurer konsequenter Weise die Pension halbieren, quasi auf den ostschweizer Teil? Oder wegen Bruch seines Eides ganz streichen? Und frage ich mich: Hat die Bundespolizei nicht weit harmlosere Umstürzler auf ihrer Beobachtungsliste?
Herbert Karch, Spiegel bei Bern (West-Schweiz?)








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