Weiter auf dem Nostalgietrip…

Das war 1971! Unsere erste politische Partei: Team 67
Erste Sitze im Einwohnerrat von Spreitenbach!
Wir Erben
Letzte Filmaufnahmen für einen vielversprechenden Dokumentarfilm:
https://www.tonundbild.ch/wir-erben

Demnächst in diesem Theater!
Das Buch der Unruhe
Gekauft habe ich das Buch zufällig im Bücherbergwerk https://www.buecherbergwerk.ch in Bern, einem sehr empfehlenswerten, sozialen Buchantiquariat und Kulturort.

Es ist nicht übertrieben von einem Jahrhundertbuch zu reden. Man muss sich Zeit nehmen es zu lesen, sehr viel Zeit. Ich schaffe jeweils nur ein, zwei Seiten, um anschliessend das gelesene zu überdenken. Ich gebe gerne zu, ich verstehe nicht alles und ich bin noch lange nicht durch.
„Wir alle, die wir träumen und denken, sind Hilfsbuchhalter, wir führen Buch und erleiden Verluste.“ Fernando Pessoa
FNSEA
Die FNSA https://www.fnsea.fr ist die grösste Bauerngewerkschaft Frankreichs. In den letzten Tagen gross in Erscheinung getreten mit den eindrücklichen Traktorenkonvois auf den französischen Autobahnen. Die Fédération National des Syndicat d’Exploitation Agricole ist nur eine von vier Bauerngewerkschaften. Daneben gibt es die JA (Jeunes Agriculteurs), die CR (Cordination Rurale) und die Confédération paysanne. Dabei gibt es erhebliche Differenzen in der politischen Ausrichtung der einzelnen Organisationen. Die Confédératon paysanne würde ich als links grün bezeichnen, ähnlich der schweizerischen Kleinbauernorganisation. Die Cordination Rurale steht politisch ganz rechts und steht dem Rassemblement National von Marine LePen nahe.
Die FNSA (auch Fédé genannt) ist am ersten mit dem Schweizerischen Bauernverband SBV vergleichbar. Ihr Präsident Arnaud Rousseau ist selber ein grosser Céréalier (700 Hektaren Betrieb) und Verwaltungsratspräsident in zahlreichen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen (u.a. Avril mit duzenden von agroindustriellen Gesellschaften).
Die enge Verbandelung mit der ganzen internationalen Agroindustrie macht es der FNSEA zunehmend schwierig, die Bäuerinnen und Bauern, „les paysans sur le terrain“ zu vertreten.
Affaire à suivre…
Bauern gegen rechts

Die #crise agricole hat uns in Frankreich nicht schöne Bilder beschert. Schon der Umstand, dass zwei Todesopfer zu beklagen sind ist unentschuldbar. Warum die Bauern ihre Wut vor allem an den Préfectures (Gebäude der Départementssitze) auslassen ist schwer verständlich. Die Departemente haben nun aber auch gar nichts mit der europaweiten Agrarpolitik zu tun. Die Mist-, Gülle-, Kehricht- und Farbanschläge auf historische Gebäude sind kontraproduktiv.
Nützen wird die Zerstörungswut der extremen Rechten (RN) bei den kommenden Europawahlen. Die Forderungen der Bauern sind diffus, oft gegen Umweltanliegen und all‘ zu selten für ökologische, solidarische, bäuerliche Landwirtschaft. Die Dieselverbilligung beispielsweise nützt den grossen Getreidebauern in den Gunstlagen, denen es wirtschaftlich sicher nicht schlecht geht.
Ich würde mir wünschen, dass die zögerlichen Ansätze an den Demonstrationen #bauerngegenrechts viel prominenter in Erscheinung treten würden. Ich bin gespannt, was unser neuer Premierminister („der junge Gabriel“) den Bauern anbieten wird…
Konfessionslos
Endlich bin ich einmal nicht mehr in der Minderheit! Endlich gehöre ich zu der grössten Gruppe in Sachen Religionen. Vor mehr als 50 Jahren aus der (reformierten) Kirche ausgetreten, gehöre ich als Konfessionsloser seit kurzem zu der grössten und am stärksten wachsenden Gruppe.

Ich bin überzeugt, die Welt wäre besser ohne all‘ die gefährlichen Religionen. All‘ die sinnlosen Kriege während Jahrhunderten auf unserem Planeten waren Religionskriege.
Natürlich bin ich für Toleranz in der Weltanschauung, aber nach allem was man heute weiss über die Abscheulichkeiten in den verschiedenen Religionsgemeinschaften kann man nur aus der Kirche, aus den Kirchen austreten. In Gottes Namen amen.
Bauerndemos in Frankreich

Die Bauerndemos auf französischen Strassen und Autobahnen hat heute im Département Ariège zu einem tragischen Todesfall geführt: eine junge Bäuerin wurde durch einen Automobilisten, der eine Strohbarrikade durchbrechen wollte, tödlich verletzt. Ihr Mann und ihr Kind wurden dabei schwer verletzt.
In der Nationalversammlung in Paris fanden danach in der sog. Fragestunde heftige Debatten statt, die im Fernsehen (chaîne parlementaire) live übertragen wurden. Immerhin wurde von allen Redner*innen das Demonstrationsrecht hoch gehalten.
Schützenswerte Baudenkmäler: Zum Beispiel Suberg
Der Kanton Bern hat für den ganzen Kanton das überarbeitete Bauinventar veröffentlicht: https://www.kultur.bkd.be.ch/de/start/themen/denkmalpflege/baudenkmaeler-im-kanton-bern/bauinventar/bauinventar-online.html
Dabei wird grundsätzlich zwischen „schützenswerten“ und „erhaltenswerten“ Baudenkmälern unterschieden. Schützenswerte Bauten dürfen grundsätzlich nicht abgebrochen werden, währen für erhaltenswerte Bauten weniger strenge Vorgaben gelten.
In meinem früheren Wohnort Suberg gelten nur vier Bauwerke als schützenswert:
- Bauernhof Inselmatt, Wilerstrasse 1 (ältestes Gebäude von Suberg, Bauteile 1700-1770 datiert)

2. Sandsteinbrücke am Lyssbach, Inselmatt

3. Gasthof zum Goldenen Krug

4. Stöckli Mühle Suberg

Ich bin den früheren Generationen sehr dankbar, dass sie so sorgfältig mit der wertvollen Bausubstanz umgegangen sind (und selber auch ein wenig stolz). Leider gibt es in der Gemeinde Grossaffoltern und im übrigen Kanton auch viele schlechte Beispiele.
Grenzbesetzung 1915

Der zweite von links, sitzend, ist mein Grossvater mütterlicherseits, Otto Röthlisberger-Hauser (1889 – 1972) Dragonersoldat während dem Ersten Weltkrieg. Mein Vater Rudolf Baumann-Röthlisberger (1920 -1975) war ebenfalls Dragonersoldat und absolvierte während dem Zweiten Weltkrieg hunderte von Diensttagen. Ich wurde als Panzersoldat ausgehoben, allerdings wegen Rückenproblemen bald ausgemustert.
Eigentlich ging ich und viele meiner Generation davon aus, dass es zumindest in Europa keinen Krieg mehr geben darf und geben wird. Putin und seine Getreuen haben mit ihrem Überfall auf die Ukraine diese Überzeugungen und Hoffnungen zerstört. Kann es sein, dass im Rückblick einmal Demokratien in der Menschheitsgeschichte nur wenige Generationen überdauert haben? Ich weigere mich, diese furchtbaren Aussichten zu akzeptieren.


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