Krisenverlierer
Gemäss einer Analyse der deutschen Zeitung „Handelsblatt“ sind Schweizer Unternehmen die grossen Verlierer der Schuldenkrise im Euroraum und in den USA. Insgesamt rechnen die Analysten internationaler Finanzhäuser laut dem Bericht damit, dass die Nettogewinne der 20 grössten Schweizer Unternehmen in diesem Jahr um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken. Anfang des Jahres hätten die Branchenbeobachter noch ein Plus von 11,4 Prozent vorausgesagt. Ein ähnlicher Verfall der Gewinne zeichne sich sonst nur bei den griechischen Unternehmen ab, schreibt das «Handelsblatt» in seiner Ausgabe von gestern.
Manchmal ist halt der berühmte Alleingang nicht so profitabel wie das die Rechtspopulisten immer wieder behaupten! Ich empfehle der Schweiz, EU-Beitrittsverhandlungen aufzunehmen, den Euro einzuführen und endlich ein solidarisches Mitglied der Weltgemeinschaft zu werden, um auch jungen Leuten neue Perspektiven zu bieten. Rosinenpicker zu sein und einen Fluchthafen für den internationalen Geldadel zu bieten ist keine Perspektive!
Atemschaukel
Rumänien , im Januar 1945. „Es war 3 Uhr in der Nacht als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15°C.“ So beginnt der erschütternde Bericht eines jungen Mannes, der in ein russisches Straflager verschleppt wird – so wie 60’000 andere Rumäniendeutsche.
Geschrieben hat den Roman Atemschaukel die 1953 geborene Herta Müller.
2009 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.
Hunger, Verzweiflung, Ungerechtigkeit, Hoffnungslosigkeit und Diktatur sicht- und spürbar gemacht mit literarischer Kunst. Ich bin beeindruckt!
Déchaumer
Endlich hat es auch bei uns 38 mm geregnet und damit sind die Bedingungen ideal zur Bodenbearbeitung. Das gehäckselte Getreidestroh wird zur Humusbildung oberflächlich (15 cm tief) in den Boden eingearbeitet (Humus hat etwas mit Humanitäet zu tun…). Gleichzeitig werden die Unkrautsamen zum Keimen gebracht (Unkrautkur).
Es ist zwar etwas lärmig wenn ich das Kabinenfenster öffne, aber sonst eine Superarbeit!
Blumen in den Pyrenäen
Neben dem Tour-de-France-Tross der zur Zeit dafür sorgt, dass die Pyrenäen auf allen Medienkanälen präsent sind, gibt es unweit der Passstrassen noch ganz andere Kostbarkeiten zu bewundern. Eine kleine Auswahl:
Wer kennt die vier Blumenarten?
Schweizer Braunvieh
Nicht schlecht gestaunt habe ich auf der Passhöhe Port de la Bonaigua (2072 m) in den spanischen Pyrenäen, als plötzlich Schweizer Braunviehkühe unsere Wege kreuzten. Eine grosse Herde, gehalten als Mutterkühe, bimmelt mit ihren Glocken ruhig um Bergbahnen, Bergrestaurants und Bergstrassen und entzückt die Reisenden. Ob die Tiere dank grosszügigen Schweizer Viehexportsubventionen hierher gelangten konnte ich nicht in Erfahrung bringen…
Schmugglerdörfer
Dank EU und Schengen-Abkommen bemerkt man den Grenzübergang zwischen Frankreich und Spanien heute nicht mehr. Das war früher anders. In den spanischen Pyrenäen, nahe der Grenze zu Frankreich befinden sich die bekannten ehemaligen Schmugglerdörfer Canejan S.Joan de Toran und Pradet. Von hier gelangte man zu Fuss über steile, beschwerliche Schmugglerpfade ins nahe Nachbarland. Daneben wurde auf den steilen Berghängen eine kleinbäuerliche Landwirtschaft betrieben.
Auch dieses, schwer zugängliche Bergheimetli wurde offenbar vor Jahren aufgegeben…
… die Sense wurde an den berühmnten Nagel gehängt…
… und die letzte Mistkarette kuzerhand auf dem inzwiwschen verrotteten Miststock stehen gelassen. Tempi passati! Schmuggel lohnt sich nicht mehr, Landwirtschaft auf steilen, unzugänglichen Berghängen auch nicht.
Pallars Sobirà
Die Comarca Pallars Sobirà liegt in der Hochgebirgsregion der Pyrenäen und gehört zum spanischen Katalonien. Wir übernachten im Kleinstädtchen Sort, dem Hauptort des Gemeindeverbandes.
Sort bedeutet auf Katalanisch Glück und darum fahren viele wettfreudige Spanier hierher, um ihre Lose zu kaufen. Wir hingegen sind hier, weil die Region im phantastischen Roman von Jaume Cabré Die Stimmen des Flusses sehr eindrücklich beschrieben wird. Wenn Ihr den Roman gelesen habt werdet auch Ihr euch nach einem kleinen Ort in den Pyrenäen sehnen…
Im Quellgebiet der Garonne
In einer Stunde sind wir von Traverères aus in den Pyrenäen. Und kurz danach in Spanien, im Val d’Aran. Hier befindet sich das Quellgebiet der Garonne, die hier Era Garona heisst. Wir sind auf einer Wanderung im Circ de Colomers und bewundern die Artenvielfalt, die Moorgebiete, die Bachläufe, die Bergseen, die Föhrenwälder… eine Wohltat für alle Sinne!
Frösche
Nachts tummeln sie sich an unseren Fensterscheiben und lauern auf Insekten, die durch das Licht angezogen werden. Tagsüber verstecken sie sich hinter den Fensterläden wo es offenbar etwas kühler ist. Sie sind schon fast so zutraulich wie Haustiere!
Abendliche Wildtiersafari
Nachdem fast alle Felder abgeerntet sind, ist jetzt eine ideale Zeit zur Wildtierbeobachtung. Jeden Abend machen wir eine Runde über Land. Hier zwei Bilder von gestern:
Nur selten bekommt man allerdings die lieben Sangliers vor die Linsen…






















leave a comment