Steuerparadies
Manchmal habe ich das Gefühl, das Gerechtigkeitsempfinden einer ganzen Nation sei irgendwie aus dem Gleichgewicht geraten. Seit Jahrzehnten wird den Eidgenossen eingehämmert, das schweizerische Bankgeheimnis sei zum Schutz der Privatsphäre unabdingbar und sozusagen eines der wichtigsten Grundpfeiler der direkten Demokratie! Kein Wunder, dass eine überwiegende Mehrheit der SchweizerInnen das auch noch glaubt.
Klar, das Land und insbesondere seine Banken profitieren davon, dass die Reichsten der Welt ihre Profite unversteuert in der Alpenrepublik verstecken können.
Dass damit sehr viel Geld Ländern vorenthalten wird, die dringend darauf angewiesen wären, scheint in der Schweiz kaum jemand zu interessieren. Die Schweiz schützt Steuerbetrüger aus allen Herren Ländern und die grösste Partei des Landes will das sogar noch in die Verfassung schreiben.
Dass jetzt nach vielen anderen Institutionen der Völkergemeinschaft auch der Europarat, – von vielen als das rechtliche Gewissen Europas hochgehalten -, die Schweiz als das weltweit verwerflichste Steuerparadies verurteilt, sollte doch eigentlich dem hintersten und letzen Normalbürger zeigen, dass endlich ein totales Umdenken zwingend ist. Lieber viel zu spät als gar nie.
Dass sich im Europarat diese Woche sogar linke und grüne schweizerische Abgeordnete gegen die Verurteilung zur Wehr gesetzt haben, empfinde ich nur noch als peinlich.
Bio-Sonnenblumen
Vor knapp drei Wochen gesät, laufen die Sonnenblumen nun langsam auf. Gefährdet durch Schädlinge (Schnecken…), Unkraut, Witterung… müssen sich die kleinen Pflänzchen einen Platz an der Sonne erobern.
Ich mache jetzt jeden Tag eine Flurbegehung um die Fortschritte zu dokumentieren und über Pflegemassnahmen zu entscheiden. Schneckenkörner, Pestizide und mineralische Dünger sind natürlich nicht erlaubt.
Hollande en tête
Hollande en tête
Le Pen trouble-fête
Hollande an der Spitze
Le Pen stört das Fest (Spielverderberin)
44 Millionen Franzosen…
… et moi, et moi et moi – sind aufgerufen, ihren neuen Präsidenten zu wählen!
Gestern Abend in Auch, letzte lokale Veranstaltung mit dem Senatspräsidenten, den Députées du Gers, vielen sozialistischen Würdenträgern der Region und 500 militantes.
Le jour de gloire est arrivé….
Traktorenreise
Um eine Traktoren-Reparaturwerkstatt aufzusuchen, macht man hier in der dünn besiedelten France profonde schon mal eine kleine Weltreise auf schmalen Nebenstrassen (sehr zum Ärger der schnelleren automobilen Verkehrsteilnehmer…). Je nach Traktorenmarke sind das dann schon mal gut 30 bis 60 km im Schneckentempo ( max 40 kmh).
Dafür hat man bei diesem Regenwetter Zeit, die Landschaft und die schönen französischen Platanenalleen zu geniessen.
Schaden behoben, die hydraulische Gangschaltung (Dynashift) funktioniert wieder! 6,5 Stunden main d’euvre agricole à 45 €/h. Gesamtkosten 620.19 € TTC.
Französische Energiepolitik
Frankreich gilt als eigentliches Land der Atomkraftwerke. Mit Ausnahme der Grünen (Europe Ecologie – Les Verts) hat sich hierzulande keine politische Partei ernsthaft mit dem Atomausstieg beschäftigt. Die Energiepolitik ist denn auch im gegenwärtigen Wahlkampf kein Thema. Das hängt damit zusammen, dass Gewerkschaften und Sozialisten von Anfang an hinter dem französischen Kernenergieprogramm gestanden sind. Nach dem Wahlsieg der Linken wird man kurzfristig höchstens die Stilllegung des alten Atomreaktors in Fessenheim erwarten dürfen.
Die Politik von Sarkozy zur Förderung von erneuerbaren Energien war in den letzten fünf Jahren sehr widersprüchlich. Am Anfang seiner Regierungszeit ist dank staatlicher Einspeisevergütung ein eigentlicher Boom der Alternativenergien ausgebrochen. Ich habe wie viele Landwirte mit meiner Photovoltaikanlage selber davon profitiert.
Daneben sind zahlreiche Windfarmen entstanden, wie man sich bei einer Fahrt über Land vergewissern kann. Die Erzeugung von Agrotreibstoffen wurde durch den Bau von hoch subventionierten Anlagen gefördert.
Inzwischen ist die Begeisterung Sarkozys für Alternativenergien verflogen (wie so viele seiner Ankündigungen). Ernüchterung macht sich breit. Die Stromtarife für neue Photovoltaikanlagen wurde in etwa halbiert und haben dazu geführt, dass kleine Solarinstallateure wieder aufgeben mussten.
Auf den (hoffentlich) neuen Präsidenten wartet eine grosse energiepolitische Herausforderung!
















leave a comment