AUSWANDERERBLOG

Auf ein Glas in Auch

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Juli 25, 2021

Biodiversität

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Juli 21, 2021

Distelnester, agronomisch wenig erwünscht, im Biolandbau schwer zu bekämpfen…

Ich schaffe es mit einer Luzernemischung (ohne Herbizide) die während drei Jahren intensiv genutzt wird…

Die Tour de France gehört zum französischen Sommer

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Juli 9, 2021

Für mich stehen dabei nicht die sportlichen Leistungen der Radrennfahrer im Vordergrund, sondern die einzigarigen Kultur- und Naturlandschaften Frankreichs. Patrimoine et architectures.

Was Stephanie so alles von einem Waldspaziergang mitbringt…

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Juli 7, 2021
Girolles (Eierschwämme, Pfifferlinge, Chanterelles)

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Hagelwetter

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Juli 1, 2021

Wir sind wieder in Frankreich am mähen, broyen und ernten. Den denkwürdigen Fussballmatch France : Suisse konnten wir nur teilweise geniessen, weil gleichzeitig im Berner Seeland ein Hagelgewitter wütete. Simon hat uns Bilder von Suberg geschickt…

https://lightroom.adobe.com/shares/02643df575fc41669e8a1819548c554f

Heute vor genau zwanzig Jahren…

Posted in Agrikultur, Bauernland, Patrimoine et architectures, Uncategorized by ruedibaumann on Juni 21, 2021

„Es war spätabends und entsprechend finster in dieser gottverlassenen Gegend, als wir am 21. Juni 2001 ankamen. Wie abgemacht, lag der Hausschlüssel unter einem Stein neben dem Haupteingang der Maison du Maître, aber wir hatten weder Strom noch Wasser und auch das Telefon funktionierte nicht. So biwakierten wir in unserm neuen, unmöblierten Heim bei Kerzenlicht auf dem Fussboden, das Wasser holten wir aus dem nahen Senkbrunnen und zur nächsten Telefonkabine fuhren wir einige Kilometer. Die ersten Wochen verbrachten wir mit Aufräumen, Reparieren, Entsorgen, Einkaufen und Anstreichen. Daneben knüpften wir erste Kontakte zu den Bauernfamilien in der Gegend. Unsere Gemeinde zählt nur 65 Einwohner, die nächsten Nachbarn sind anderthalb Kilometer entfernt. Wir stellten uns beim Maire vor und schlugen uns mit der französischen Bürokratie herum, mit der Electricité de France und der Telecom.
Während vier Jahren hatten wir etwa 30 Betriebe besucht, bis wir in der France profonde den passenden fanden. Die hügelige Region 100 km westlich von Toulouse gilt als Abwanderungsgebiet und ist am schwächsten besiedelt von ganz Frankreich. Die Böden sind hart und steinig, kalk- und tonreich und oft sehr trocken. Unser Hof umfasst eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 70 Hektaren, alles an einem Stück, mit alten, aber charaktervollen Gebäuden. Die früheren Besitzer waren so genannte Pieds noirs gewesen, die 1963 von Algerien hierherkamen. In den letzten 10 Jahren war der Betrieb mit Hilfe von EU-Subventionen stillgelegt. Einerseits ideal für uns, weil wir vom ersten Tag an mit biologischem Landbau beginnen konnten, andererseits waren Hof und Felder stark vernachlässigt und zugewachsen. Aber was gibt es Schöneres, als etwas wieder instand zu stellen, Böden zu rekultivieren, zu säen und zu ernten und das alles in einer landschaftlich zauberhaften Gegend? Inzwischen haben wir das Dach des Wohnhauses saniert, eine Heizung eingerichtet, die Wasserversorgung erneuert und alle Zimmer gestrichen. Auf 40 Hektar Acker wuchsen in den letzten Jahren Sonnenblumen, Brot- und Futtergetreide und Févéroles (Bohnen). Wir haben Drainagerohre verlegt und Bachläufe saniert, einen kleinen Rebberg und einen Garten mit Gewächshaus angelegt.
Die nötigen grossen landwirtschaftlichen Maschinen mieteten wir am Anfang, inzwischen haben wir die wichtigsten Geräte und Apparate, Schaufelbagger und Frontlader angeschafft. Nicht ohne vorher alle Maschinenausstellungen in der Region zu besuchen und ausführlich mit den Maschinenhändlern zu feilschen. Am Ende des ersten Betriebsjahrs leisteten wir uns zu Weihnachten einen neuen, topmodernen 120 PS starken Massey-Ferguson. Da kam die alte Freude wieder hoch, die Erinnerung an Grossvaters Traktor und die alten Zeiten.
Weil wir nicht grossflächig bewässern können, sind die Erträge unseres Hofs, bei dessen Bewirtschaftung uns gelegentlich die Söhne helfen, nur etwa halb so hoch wie in der Schweiz. Der Absatz der Bioprodukte erfolgt über landwirtschaftliche Genossenschaften, allerdings zu Marktpreisen, die zwei- bis dreimal tiefer liegen als in der Schweiz. Die Weideflächen bestossen wir kurzfristig mit 40 Mutterkühen unseres Nachbarn, dem Gemeindepräsidenten. Damit ist uns gedient, weil wir zeitlich eine gewisse Unabhängigkeit aufrecht erhalten können, und ihm, weil er mit der zusätzlichen Weidefläche die Futterknappheit in den heissen und trockenen Sommermonaten ausgleichen kann.
Für die ersten fünf Jahre konnten wir mit der Regierung einen sogenannten Contrat Territorial d’Exploitation abschliessen, einen detaillierten Naturschutzvertrag, der die Umstellung auf Biolandbau, die fünf Kilometer Heckenpflege, die Erhaltung der artenreichen Wiesen, den pfluglosen Ackerbau, die Grünstreifen entlang der Bachläufe usw. regelt. Dafür bekommen wir Entschädigungen in der Grössenordnung von umgerechnet jährlich zwanzigtausend Schweizer Franken. Daneben erhalten wir die ordentlichen EU-Direktzahlungen in ähnlicher Höhe. Die Einhaltung der Flächen und Kulturen wird mit detaillierten Flugaufnahmen und professionellen Kontrolleuren überwacht.
Zur Zeit laufen die Vorbereitungen und hitzige Diskussionen an Bauernversammlungen für die künftigen Einheitszahlungen) der EU, die 2006 eingeführt werden. Damit keine Routine einkehrt, bewerben wir uns zur Zeit um eine Pachtlandfläche von rund 30 Hektar, angrenzend an unseren Betrieb, um damit mittelfristig den Vollerwerbsbetrieb zu sichern.
Wir, und die vielen Besucher aus der Schweiz, freuen uns täglich an den intakten Landschaften, – die majestätischen Eichenalleen wirken fast wie Kathedralen -, wir staunen über Flora und Fauna, haben wir doch inzwischen auf unseren Wiesen 26 verschiedene wilde Orchideenarten entdeckt. Den Schritt nach Europa haben wir noch keinen Tag bereut. Wir haben hier gute neue Freunde gewonnen und werden uns bald einbürgern lassen können. Wenn wir allerdings aus der Schweiz hören, dass die erleichterte Einbürgerung für Ausländer in einer Volksabstimmung abgelehnt wurde, schämen wir uns manchmal auch einwenig für unser Land.“

(Auszug aus meinem Buch „Bauernland““ 2006, Nagel und Kimche)

Inzwischen sind wir zwanzig Jahre in Frankreich, natürlich schon 15 Jahre eingebürgert und immer noch begeistert von Land und Leuten. Den Betrieb haben wir schlussendlich nicht vergrössert, dafür viele bauliche Projekte realisiert (Photovoltaikanlage, Solarpanel, Isolierverglasung, Scheunendach, Denkmalpflege usw.), die Produktepalette erweitert (Soja, Kichererbsen, Mischkulturen, Luzerne…). Die Orchideenvielfalt hat noch zugenommen und damit auch die Besuchergruppen. Abgenommen haben die EU-Direktzahlungen, dafür hat die Biodiversität zugenommen. Wegen unseren Enkel*innen sind wir öfter in der Schweiz und geniessen das Grosselterndasein. Aber das steht ja alles in diesem Blog mit inzwischen 4000 Beiträgen!

Manchmal muss man gegen den Strom schwimmen…

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Juni 18, 2021

Die Baumanns eckten und ecken an (Artikel aus Bernerzeitung und Bieler Tagblatt, zugestellt erhalten).

Italien : Schweiz 3 : 0

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Juni 17, 2021

Nach diesem Fussballmatch an der EM, nach dem Abstimmungssonntag, nach Abbruch der Verhandlungen zum Rahmenabkommen mit der Europäischen Union ist man nur noch froh, schweizerisch-französischer Doppelbürger zu sein! FRA : GER 1 : 0.

Blick in die Bauernseele

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Juni 5, 2021

Die Agrarinitiativen, über welche am 13. Juni abgestimmt wird, spalten die Welt der Bäuerinnen und Bauern. Mit Ruedi Baumann und Hermann Weyeneth machen sich zwei erfahrene, prominente Berner Landwirte Gedanken über die Ursachen. Sie reichen weit zurück.

https://www.srf.ch/audio/regionaljournal-bern-freiburg-wallis/blick-in-die-bauernseele?partId=11994881

Mäpplibauern

Posted in Uncategorized by ruedibaumann on Mai 22, 2021

So nennt man in der Schweiz Agronomen, Agrotechniker, Agrarbeamte, Pflanzenbauberater, Landwirtschaftslehrer, Agrarjournalisten usw.. Vielfach Bauernsöhne (weniger Töchter…) die nicht das Glück hatten, den elterlichen Betrieb zu übernehmen, weil es da oft zuviele Bewerber gibt. Diese Mäpplibauern zeichnen sich oft durch eine bedingungslose Übernahme sogenannter „bäuerlicher Interessen“ aus und sind fester Bestandteil der sogennanten Agrarlobby. Kritik an gewissen Entwicklungen in der Landwirtschaft ist verpönt oder wenn schon, nur hinter vorgehaltener Hand. Wer beisst schon die Hand, die ihn füttert? Man verteidigt die Positionen der produktivistischen Agrarverbände ohne wenn und aber!

Mehr noch, vielfach sind es gerade die Mäpplibauern, die die extremen Produktionssteigerungen in der Landwirtschaft erst möglich gemacht haben. Die Auswüchse in der Milchviehzucht mit „Prachtseutern“ bis an den Boden, bei denen sich ohne Antibiotika und Zitzenverklebungen der Milchfluss fast nicht mehr bremsen lässt. Die Ertragssteigerungen auf dem Acker mit sieben Fungizidspritzungen, Bodenversiegelung und Insektenvernichtung… wer hat’s erfunden: die Mäpplibauern. Die vollindustrialisierten 20’000er Pouletmasthallen, computerisiert und automatisiert, mit Importfutter aufgepäppelt als „Mistkratzerli“ und nach einem Leben von weniger als 40 Tagen mit „Erntemaschinen“ eingesammelt und am Fliessband geschlachtet…. eine Meisterleistung der Mäpplibauern!

Als dipl. Ing.Agr ETH und gelernter und lebenslanger Landwirt gehöre ich ja eigentlich auch zu dem Club. So gesehen ist die gegenwärtige hitzige Kampagne zu den beiden Agrarinitiativen eine gute Gelegenheit, sich wieder mal zu fragen, was wir Mäpplibauern eigentlich da angerichtet haben. Ich wollte es genauer wissen.

Ich habe gemeinsam mit Freunden etliche Agronomen, Studienkollegen, Landwirtschaftslehrer usw. angeschrieben, um zu erfahren, ob sie sich einem Komitee 3 x Ja für sauberes Trinkwasser, weniger Pestizide und mehr Klimaschutz anschliessen würden.

Das vorläufige Zwischenresultat: 24 % sind für 3 x Nein, bedingungslos. Ein Grossteil (48%) ist zwar mehrheitlich für 3 x Ja, will aber unter keinen Umständen mit seinem Namen in den Medien erscheinen. Schliesslich müssten sie auf das agrarpolitische Umfeld Rücksicht nehmen… Nur 20 % sind sonnenklar, ohne Einschränkungen bereit, öffentlich für ein Ja einzustehen! Nur wenige haben bisher nicht geantwortet. Work in progress…

Ich weiss, das ist keine wissenschaftliche Umfrage. Aber es scheint mir beängstigend, wie in unserer hochgelobten direkten Demokratie Druck herrscht zu schweigen. Wegen den damit verbundenen Repressalien. Und das in der Landwirtschaft. Ich könnte Bücher darüber schreiben…