Grenzbesetzung 1915

Der zweite von links, sitzend, ist mein Grossvater mütterlicherseits, Otto Röthlisberger-Hauser (1889 – 1972) Dragonersoldat während dem Ersten Weltkrieg. Mein Vater Rudolf Baumann-Röthlisberger (1920 -1975) war ebenfalls Dragonersoldat und absolvierte während dem Zweiten Weltkrieg hunderte von Diensttagen. Ich wurde als Panzersoldat ausgehoben, allerdings wegen Rückenproblemen bald ausgemustert.
Eigentlich ging ich und viele meiner Generation davon aus, dass es zumindest in Europa keinen Krieg mehr geben darf und geben wird. Putin und seine Getreuen haben mit ihrem Überfall auf die Ukraine diese Überzeugungen und Hoffnungen zerstört. Kann es sein, dass im Rückblick einmal Demokratien in der Menschheitsgeschichte nur wenige Generationen überdauert haben? Ich weigere mich, diese furchtbaren Aussichten zu akzeptieren.
Die Erweiterung
Robert Menasse hat einen neuen Roman geschrieben, ein gewitztes, fesselndes Werk über die Westbalkanpolitik der EU. „Ein fulminantes Kaleidoskop über die Erweiterungspolitik der EU, klug, geistreich und mit einer gesunden Portion Irrwitz“.

Was wissen wir schon über Albanien, Tirana und wie die EU funktioniert? Als Schweizer eigentlich fast nichts.
Wir Bauern
Wir Bauern sollten uns nicht beklagen. Uns geht es gut, verglichen mit der übrigen Bevölkerung sogar sehr gut. Wir geniessen zahlreiche Privilegien: wir wohnen in der Regel in einem grosszügigen Bauernhaus in schöner ländlicher Umgebung. Die Kinder haben ein paradiesisches Umfeld: viel Platz zum spielen, eigene Haus- und Nutztiere, einen grossen Garten, Obstbäume, Blumen auf den Feldern. Die Eltern, oder zumindest ein Elternteil ist meistens anwesend auf dem Hof und können den Kinder und Jugendlichen zeigen, wie Nahrungsmittel entstehen und verarbeitet werden und sie in ihre Ämtli einführen. Neue Technik und Maschinen sind allgegenwärtig und erleichtern die früher oft harte Hand- und Kinderarbeit. Die vielen Arbeitserleichterungen und organisatorische Massnahmen haben die hohen Präsenzzeiten mit Wochenendarbeit stark reduziert.
Die grosszügigen Direktzahlungen sorgen dafür, dass in der Regel auch das Einkommen stimmt. Für grosse Betriebe stellen die Direktzahlungen heute schon ein bedingungsloses Grundeinkommen dar. Wir Landwirte profitieren von der Möglichkeit, grossflächig Solarenergie zu erzeugen und zu verkaufen.
Die politische Übervertretung der rechtsbürgerlichen Bauern im eidgenössischen Parlament führt leider dazu, dass der Bogen überspannt wird. Die Landwirtschaft wird in aller Regel von Sparmassnahmen verschont. Alle agronomisch sinnvollen Massnahmen wie Einschränkung der Tierfabriken, minimale Biodiversitätsflächen, Einschränkung der Dünger- und Pestizidanwendungen werden erfolgreich von der starken Agrarlobby bekämpft. Mahnende Stimmen wegen der Klimaveränderung finden in der Agrarpresse keinen Rückhalt. Grüne und linke Agrarpolitiker*innen werden diffamiert, ausgegrenzt und anonym zur Abwahl empfohlen. Die minimalsten journalistischen Anstandsregeln werden in den Bauernzeitungen laufend verletzt.
Ich würde mir wünschen, dass auch in der Bauernzeitung eine anständige Diskussionskultur über agrarpolitische Themen stattfinden könnte. Auch über die Situation in Deutschland und Frankreich. Das ewige Gejammer über die ach so bösen Regierungen und unfähigen Beamten führt nicht weiter. Im Interesse aller Bäuerinnen und Bauern sollten bei aller Kritik jeweils auch die Höhe der einzelbetrieblichen Direktzahlungen aufgeführt werden. Der Goodwill der übrigen Bevölkerung und Steuerzahler ist nicht grenzenlos.
Session der eidgenössischen Räte
Die erste Session von National- und Ständerat nach den Wahlen ist abgeschlossen. Der Rechtsrutsch im Nationalrat ist leider offensichtlich. Es braucht in den nächsten vier Jahren wieder sehr viel Frustrationstoleranz bei den Links-Grünen…


Gewohntes Bild: SP und Grüne gegen den „Rest der Welt“…

Hochwasserschäden reparieren…
Jedes Hochwasser verursacht Schäden und damit viel unentgeltliche Arbeit um die Schleuse, die Britsche und den Fischpass wieder instand zu stellen! Die Klimakrise lässt grüssen… Eigentlich sollten die Klimaskeptiker und -leugner der SVP dafür bezahlen!





Die Überschwemmungen häufen sich!
Ich bin am Lyssbach aufgewachsen, unser Hof „Inselmatt“ liegt zwischen Lyssbach und Gewerbekanal. Seit fünf Generationen sind einige Überschwemmungen und Dramen aktenkundig. Die Millionenschäden in Lyss haben den Gemeindeverband bewogen, durch den Bau eines Entlastungsstollens (Kosten 60 Mio Franken) Lyss vor weiteren Hochwasserschäden zu bewahren. Allerdings sind damit die Probleme mit den zahlreichen Zuflüssen südlich von Lyss noch nicht behoben. Der Klimawandel und die damit einhergehenden sintflutartigen Regenfällen werden zunehmend grosse Infrastrukturschäden verursachen. Vorsorgen wäre sinnvoller!




Widli schneiden
Ich fördere damit die Biodiversität am Gewerbekanal, auch wenn sich der der machttrunkene Antibiologie-Agrarlobby-General und Raubritter im Nationalrat mit aller Gewalt gegen eine naturnahe Landwirtschaft stemmt…

Panaschierkönig im berner Seeland…
„… ist der wiedergewählte Grüne-Nationalrat und Biobauer Kilian Baumann: Sein Name war fast 29 000-mal auf anderen Listen zu finden. Das sind mehr als die Hälfte aller Stimmen, die er erhielt. Die meisten davon sind auf Listen der SP und der Grünliberalen zu finden, jedoch hat er auch 1760 Stimmen aus dem bürgerlichen Lager erhalten. Baumann ist damit der Seeländer Panaschierkönig; kantonsweit hat er am fünftmeisten Panaschierstimmen erhalten“ (Bieler Tagblatt)


Wir freuen uns, gratulieren und danken allen Unterstützer*innen. Gut gemacht! Nach den Wahlen ist vor den Wahlen!
Agrardiktatur
Grünem Nationalrat droht Rauswurf
Der Berner Grünen-Nationalrat Kilian Baumann ist Biobauer – und mit seinen Forderungen für eine nachhaltige Landwirtschaft den konservativen Kreisen ein Dorn im Auge. Ritter (der Bauernverbandspräsident) signalisiert denn auch klar, dass er Baumann nicht mehr zur Konferenz (der bäuerlichen Parlamentarier) einladen will. «Wenn jemand nicht viel mit unseren Positionen anfangen kann, macht es keinen Sinn, ihn in der Konferenz zu haben», sagt Ritter. (–)
Baumann zeigt sich auf Anfrage erstaunt über den drohenden Rauswurf. Als Landwirtschaftsvertreter mit starkem ökologischem Fokus repräsentiere er eine wichtige Strömung innerhalb der Landwirtschaft. Baumann will deshalb in der KBP weiter mitwirken. «Es braucht im Lager der Bauern vielfältige Stimmen.»
Baumann hat die Wiederwahl geschafft und im Kanton Bern von allen grünen Kandidaten sogar das beste Resultat erzielt. In Bauernkreisen hatte er sich früher aber auch Feinde gemacht, unter anderem weil er die Trinkwasser- und die Pestizidinitiative befürwortet hatte. Nun aber hat Baumann auf dem Land vergleichsweise viele Stimmen geholt – und dies trotz eines Inserats in der «Bauernzeitung», das auf seine Abwahl zielte. Für Baumann ist das ein Zeichen, dass er in Bauernkreisen punkten kann und seine Arbeit in den nächsten vier Jahren «umso wichtiger» ist.
Illusionen macht er sich aber nicht. Ökologische Anliegen hätten es in der Landwirtschaft schon in den letzten vier Jahren nicht einfach gehabt. «Mit dem nach rechts gerutschten Parlament wird sich das nun akzentuieren.» Baumann denkt etwa an Massnahmen im Bereich des Klima- und des Artenschutzes, deren Chancen wohl sinken werden. Zudem wurde eine gewichtige grüne Stimme für eine ökologische Landwirtschaft, die Zürcherin Meret Schneider, abgewählt.
(Artikel verkürzt zitiert aus dem heutigen „Der Bund“)

Ich (Vater von Kilian) empfehle den umweltbewussten Bäuerinnen und Bauern aus dem Bauernverband auszutreten.
Ihre Interessen werden in der Kleinbauernvereinigung besser wahrgenommen.
Übrigens: Im Internet auf der Kommentarseite des Bund/BZ/Tagesanzeiger hat es inzwischen 250 Kommentare gegen den „machtbesoffenen (Raub-)Ritter der Agrarlobby…

4 comments