Heute vor 50 Jahren…
…war der Tag der algerischen Unabhängigkeitserklärung.
Als Algerien nach über sieben Jahren Krieg seine Unabhängigkeit erhielt, mussten über eine Million sog. pied-noir nach Frankreich ausreisen (es blieb ihnen nur „la valise ou le cercueil“, „Koffer oder Sarg!“).
Monsieur Emile Prost und seine Familie erwarben damals (1963) la Domaine de la Oueyte, die sie uns 37 Jahre später weiterverkauften…
Grosse europäische Geschichte, die sich an einer kleinen Ferme in der Gascogne widerspiegelt: Hausgeschichten…
Uebrigens: heute vor 92 Jahren ist mein Vater „auf der Post“ in Suberg geboren.
Image Problem
Steuerstreit, Bankgeheimnis, Minarettverbot, ausbeuterische Rohstofffirmen und Anti-Masseneinbürgerung: Die Schweiz hat ein Imageproblem. Doch keine Sorge. Simon und Andreas werden es beheben.
… in Kürze!
Schweiz-Europa
Alt Bundesrat Ogi sagt, die Schweiz habe keine Freunde mehr…
…stimmt, mit Ausnahme von ganzen Heerscharen ausländischer Steuerflüchtlingen!
Sozialistische Republik Frankreich
Alles über den grossen Wahlsieg der Linken in Frankreich:
alle Gewählten
alle Resultate in Ihrem Departement
alle Themen
alle grossen Änderungen
Sozialistische Republik Frankreich
Frankreich hat gewählt und es sieht gut aus: Links-grüne Mehrheit in der Nationalversammlung! Wegen dem Mehrheitswahlrecht (Majorzwahlen ohne Proporz) wird sich François Holland ab nächstem Sonntag auf eine klare Mehrheit in den beiden Parlamentskammern abstützen können. Damit kann er mit seiner Regierung die notwendigen Reformen rasch umsetzen.
Die extreme Rechte (Front National) wird – wenn überhaupt – mit höchstens zwei bis drei Mandaten in der 577-köpfigen Nationalversammlung vertreten sein!
Hier in unserem Wahlkreis im Gers ist der (bisherige) sozialistische Kandidat Philippe Martin bereits im ersten Wahlgang komfortabel gewählt worden (>52%), so dass gar kein zweiter Wahlgang notwendig ist.
Wahl der Legislative
An den nächsten zwei Sonntagen werden wir schon wieder an die Urne gerufen. In unserer Gemeinde sind das in diesem Jahr dann schon 6 Wahl- und Abstimmungssonntage! Und das erstaunliche dabei: Stimmbeteiligung immer über 80%!
Nach den erfolgreichen Präsidentschaftswahlen muss nun noch das über 600-köpfige Parlament neu gewählt werden. Ich hoffe natürlich auf eine deutliche rot-grüne Mehrheit, damit die Reformvorschläge von François Hollande wirklich umgesetzt werden können.
Der neue Präsident ist sehr gut gestartet, der politische Wertewandel ist auf guten Wegen!
Europa hat begriffen, dass man die überschuldeten Länder nicht zu Tode sparen darf, dass es einen neuen Wachstumspakt braucht.
Das Rentenalter für Leute die ein Leben lang hart gearbeitet haben wird wieder auf 60 Jahre gesenkt! Finanziert wird das Ganze dank einer gerechten Steuerpolitik: Einkommen von über einer Million werden zu 75% abgeschöpft!
Die Regierenden haben auch bei sich selber gespart: Ministerlöhne sind um 30% gesenkt worden und man verzichtet auf teure Staatskarossen!
Der neue Landwirtschaftsminister hat bereits angekündigt, dass ein Pestizid von der Schweizer Firma Syngenta, das im Verdacht steht, das massive Bienensterben mitzuverursachen, verboten werden soll!
Das Gers kann zwei Abgeordnete in die Nationalversammlung nach Paris delegieren. Ich bin zuversichtlich, dass es wieder zwei Rotgrüne sein werden.
Es lebe die sozialistische Republik Frankreich!
Rechtsextreme Schweiz
Die „Le Monde“ vom 29. Mai 2012 zeigt den Stimmenanteil der rechtsextreme Parteien in den einzelnen europäischen Ländern. Die rechtsextreme SVP der Schweiz ist mit einem Wähleranteil von 26.6% fast Spitzenreiter (glücklicherweise inzwischen stark rückläufig!). Nur in Serbien sind die rechtsextremen Wähler noch stärker vertreten.
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Elektronische Stimmabgabe – E-Voting
Der Kanton Bern (und andere) machen es möglich: erstmals konnte ich meine Stimme als Auslandschweizer für die Volksabstimmung vom 17. Juni elektronisch abgeben.
Vielen Dank an die Staatskanzlei des Kantons Bern! Gute Anleitung, einfach zu handhaben!
Hier auch gleich auch noch meine Abstimmungsempfehlung an alle Ausland- und InlandschweizerInnen:
Bausparinitiative : NEIN
Staatsverträge vors Volk: NEIN
Managed Care Vorlage: JA
Frankreich hat eine linke Regierung
Obschon François Hollande die Ministergehälter wie angekündigt um 30% gesenkt hat, ist der Andrang, ein Regierungsamt zu ergattern, immer noch sehr gross. Nicht weniger als 34 MinisterInnen wurden gestern unter dem neuen Premier Jean-Marc Ayrault nominiert, 17 Frauen und 17 Männer.
Dabei sind bei weitem nicht alle Ministerposten gleichwertig. Die Reihenfolge der Minister sagt klar, wie die neue, linke Regierung funktionieren will und welche Dossiers im Vordergrund stehen: 1. Aussenpolitik (Europa!), 2. Bildung und Erziehung, 3. Justiz und Gerechtigkeit, 4. Finanz und Wirtschaft, 5. Soziales, 6. Gleichheit der Regionen und Wohnungswesen, 7. Inneres, usw..
Der Älteste ist 65 (Fabius), die Jüngste 34 (Vallaud-Belkacem). Der Regierung gehören zwei Grüne an (Duflot und Canfin).
Wer in den kommenden Legislativwahlen nicht reüssiert, wird seinen Ministerposten auch gleich wieder abgeben müssen!
Schon in den nächsten Tagen werden wichtige Änderungen in der französischen Politik beschlossen werden. Eben wurde bekannt, dass der schulfreie Mittwoch aufgehoben wird und man wieder zur Fünftagewoche in der Schule zurückkehrt!
All diese Infos habe ich gestern über das Bordradio in meinem MF-Traktor gehört…
Unser neuer Präsident de la République
Die Landwirtschaft war kein Thema bei den Präsidentschaftswahlen. Eigentlich erstaunlich. Immerhin gibt es in Frankreich rund 500’000 Landwirtschaftsbetriebe mit einer Million Beschäftigten. Allerdings werden jeden Tag etwa 50 Höfe aufgegeben.
Das Programm für die Landwirtschaft des neuen Präsidenten Hollande ist ziemlich rudimentär. Etwas grüner soll sie werden („verdissement“) und die staatliche Unterstützung will man künftig etwas gerechter auf die verschiedenen Produktionsrichtungen aufteilen (etwas weniger für die reichen Céréaliers in den Gunstlagen im Pariserbecken und etwas mehr für die darbenden Éleveurs im gebirgigen Massiv central…).
Gemäss Nachwahlbefragungen haben die Mehrheit der Bauern Sarkozy die Stimme gegeben. Das ist wahrscheinlich auf den Einfluss der mächtigen Grossbauerngewerkschaft FNSEA zurückzuführen, die um ihre Pfründe fürchtet.
Nächsten Dienstag wird die neue Regierungsmann- und frauschaft ernannt. Ich bin gespannt wer neue(r) LandwirtschaftsministerIn wird (in den letzten zehn Jahren gab es 8 verschiedene…). De Gaulle soll schon gefragt haben: „Wie wollen sie ein Land regieren, das 365 Käsesorten produziert?“







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