Der Orchideen Händler

An jedem Tag im Jahr pflegt Sylvain seine paradiesvogelartigen Blumen. Ihre Gattung ist älter als die der Dinosaurier, anspruchsvoller als die Kundschaft seines Ladens nahe der Comédie Française: Schauspieler, Politiker, Unternehmer, die oberen Zehntausend von Paris, die ihre Wohnungen nicht mit dem Schönsten dekorieren, sondern mit dem, was am teuersten ist. Über Orchideen weiß Sylvain alles. Er kennt die wendungsreiche Geschichte ihrer Entdeckung, Kultivierung und Massenproduktion, die auch vom kolonialen Erbe Frankreichs erzählt. Er weiß, bei welcher Temperatur und Feuchtigkeit sie gedeihen, welche Sorte Kokoserde und welche Rindenmulch liebt. Mit der Orchidee hat Sylvain sich neue Wurzeln gegeben, denn die zu seiner eigenen adeligen Familiendynastie sind gekappt. Doch seine Erschöpfung wächst. Ist er zu lange vor der Vergangenheit geflohen? Und wie soll er, der selbst nicht erben wollte, sein Geschäft weitergeben? Denn für Sylvain steht fest: Wenn es den Laden nicht mehr gibt, verschwindet er selbst.
Abschied in La Paz

Zwei junge Menschen verlieben sich. Kurze Zeit später unternehmen sie eine Reise durch Bolivien und Peru, in einer Unbeschwertheit, wie sie nur Menschen in jungen Jahren aufbringen. Der junge Mann fliegt zurück in die Schweiz, während Alessandra in La Paz in Bolivien zurückbleibt, um ein einjähriges Praktikum zu machen. Zwei Monate später ist nichts mehr wie es einmal war: Von einem Tag auf den anderen ist Alessandra mit 22 Jahren an einer Lungenembolie gestorben.
Fast drei Jahrzehnte später blickt Andreas Schwab auf diese Geschichte zurück. Voller Zärtlichkeit erinnert er sich an seine Freundin, die so intensiv gelebt hat, als habe sie um die Kürze der ihr zur Verfügung stehenden Zeit gewusst. Ihn hat die Zeit der Trauer nach ihrem jähen Tod fürs Leben geprägt. «Abschied in La Paz» ist eine so leidenschaftliche wie einfühlsame Erinnerung an die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens.
Berührende autobiografische Geschichte! Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen und kann es nur weiter empfehlen!
Mein englisches Bauernleben

Der Massey-Ferguson gehört dazu…

Schönes Buch von James Rebanks, Bauernsohn und Nebenerwerbs-Landwirt über die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten 70 Jahren in England. Die gleiche Geschichte könnte ebensogut in der Schweiz, in Frankreich oder überall in Europa stattfinden. Unbedingte Leseempfehlung!
ANNETTE, EIN HELDINNEN-EPOS
In Südfrankreich lebt(e) Anne Beaumanoir, genannt Annette, eine lebhafte Frau mit lichtblauen Augen. Mitglied der kommunistischen Résistance, „Gerechte unter den Völkern“, Neurologin, engagiert auf der Seite der algerischen Unabhängigkeitsbewegung, verurteil zu zehn Jahren Haft, nach einer abenteuerlichen Flucht beteiligt am algerischen Gesundheitssystems…

Erzählt von Anne Weber, von Annettes Sehnen und Trachten, von ihren Zweifeln und Heldentaten. „Mit leichterer Hand wurde selten der Ernst der Geschichte mit der dem Spiel der Literatur verwoben.“
Tolles Buch!
Buume-Boom
Es schiint, e Buume-Boom sig usbroche! Ämu z’Bärn. Üsi Vorstelig vo WIR ERBEN isch usverchouft gsi, äbeso die vor üsere u die nach üsere. Ar Türe vom Chino Rex het’s am Samschti e regelrächte Stou gä. U au wo si use cho, si begeischteret gsi. Bi üs isch am Schluss luut klatschet worde.
Er hät e fiini Art, de Simon, fadegraad ines Thema iche z’ga u i ruiger Erzählwiis de Beteiligte Wort u Ruum z’gä. Me laht sich gärn mitnäh. Wie das er verzellt mit Bild u Wort würkt eso bsunne. U i däm Wort steckt s’Wort Sunne, wo warm git.
We mer dr Ruedi u siner patriarchale Züüg chli kennt, isch es Gnuss, zue z’luege wie ne Frou u Chind sanft agschirre. Er darf de durchus am Wage schrisse, aber si länke s’Fueder so am Ziil zue, das nid zviu links u rächts drab gheit.
Dr Film isch e Hommage a öichi Familie u e glungeni Usenandersetzig mit em erbe vo materielle u mönschliche Güeter, wo villne wird Astoss si, o chli meh drüber naz’dänke, was d’Wält zämehet.
Mer tüe de Film allne wiiter empfäle, wo mer kenne.
Doris&Herbert

We need to talk
Zur Abwechslung mal in englisch….

Dresden
In Dresden ist eine grosse Brücke über die Elbe eingestürzt. Vor elf Jahren waren wir dort auf einer „Literaturreise“. Die Brücken über die Elbe haben uns fasziniert…
Zora del Buono: „Seinetwegen“
„Seinetwegen“ ist der Roman einer Recherche: Die Erzählerin macht sich auf die Suche nach E.T. um ihn mit der Geschichte ihrer Familie zu konfrontieren. Was macht es mit ihr, dass sie plötzlich mehr weiss über ihn, den Mann, der ihren Vater totgefahren hat, als über ihren Vater selbst?

Eindrückliches Buch, hervorragen geschrieben, unbedingt lesen!
Film Festival Locarno

Filmpremiere in Locarno
Folgenden Beitrag auf Infosperber möchte ich empfehlen!
«Wir Erben» – bejubelte Weltpremiere in Locarno . Der Dokfilmer Simon Baumann fokussiert ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema –radikal persönlich, mit viel Witz und Verstand.
Der Film „Wir Erben“ läuft nächsten Winter in den CH-Kinos!
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