Filme mit Haltung
Filmautoren für das Schweizer Fernsehen sollten wieder mehr Haltung zeigen und Farbe bekennen sagt Christian Jungen in einem interessanten NZZ-Artikel:
„Einen Film mit Haltung zu drehen, heisst nicht, dass der Regisseur eine politische Parole propagiert. Es bedeutet, dass er sich einbringt, dass er, ausgehend von seinem Wertsystem, seiner Weltsicht, auf persönliche Weise Themen, Figuren und Ästhetik prägt. Im Dokumentarfilm tun dies unsere Regisseure zurzeit mit grossem Erfolg und bewundernswertem Mut. Simon Baumann verhandelt anhand seiner Biografie in «Zum Beispiel Suberg» das Problem der Schlaf-Dörfer, in «Karma Shadub» arbeitet Ramon Giger aufs Schmerzlichste sein Verhältnis zu seinem Vater auf.
Spielfilme dagegen widmen sich oft kleinen Themen. Sie drehen sich, wie «Recycling Lily» und «Lovely Louise», um Erwachsene, die noch beim Mami wohnen, und hören dort auf, wo das Drama erst beginnen würde.“
„Das Fernsehen wolle die kritischen Themen nicht, berichten Produzenten im Gespräch. Haltung wäre, sie trotzdem umzusetzen – ohne das Fernsehen gegen das Fernsehen! Oder wie es Godard postulierte: Es gälte nicht, «politische Filme zu machen, sondern Filme politisch zu machen».“
Ich bin genau gleicher Meinung. Also, liebes Schweizer Fernsehen, endlich wieder etwas mehr Mut und Haltung, auch zur Hauptsendezeit, und nicht nur seichtes, belangloses Unterhaltungsgemümmel!
Gemümmel! Qu’est-ce que c’est ça, Gemümmel? Ist das ein Ausdruck, den Sie auf der Ostdeutschlandreise aufgeschnappt haben? Oder isch das Bärndütsch?kk
LikeLike
@kkWeder noch. Eigenkreation. Aber zutreffend.RB
LikeLike