Die Welt der Böden
Ich beschäftige mich eigentlich tagtäglich mit dem Boden. Als Ackerbauer habe ich in verschiedensten Regionen, Ländern und Kontinenten Böden angeschaut, bearbeitet und gepflegt. Aber ich habe immer noch das Gefühl, wenig, sehr wenig über das komplizierte Medium, die verletzliche Haut der Erde zu wissen.
Wir wissen etwas über die chemische Zusammensetzung, etwas über die Struktur, aber schon viel weniger über die unzähligen Bodenlebewesen und insbesondere über die Wirkung der Gesamtheit der auf die Ackerkrume und die Kulturpflanzen ausgebrachten Pflanzenschutzmittel.
Vielleicht trägt die wachsende Hors-sol-Produktion dazu bei, dass Wiesen- und Ackerböden viel zu wenig Beachtung finden. Mit Wasser, Energie und Nährstoffen kann man inzwischen ja alles produzieren. Und trotzdem, landwirtschaftliche Böden bleiben die Ernährungsgrundlage der wachsenden Weltbevölkerung!
Da bleibe ich bodenständig!
Bodenkundler von Agroscope, der Berner Fachhochschule (HAFL) und des Amts für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern (Lanat) haben Bodenprofile gegraben. Andreas Chervet und Urs Zihlmann inszenierten, Gabriela Brändle fotografierte. Dabei sind faszinierende Bilder entstanden.
Ort: Wald, Zimmerwald BE, 895 m ü. M.
Bodentyp: Braunerde
0 bis 25 cm*: Dunkler Oberboden mit organischer Substanz
25 bis 100/130 cm: Rostbrauner, gut durchwurzelbarer Unterboden
ab 100/130 cm: Kalkhaltiges Moränenmaterial
* Auf dem Bild ist der Oberboden ungewöhnliche 35 Zentimeter mächtig, weil dieser beim Kartoffelanbau zu kleinen Erddämmen aufgeschüttet wurde.
Bodenkalender: http://www.agroscope.admin.ch/bodenfruchtbarkeit-bodenschutz
Ort: Ins, Witzwil (BE), 432 m ü. M.
Bodentyp: Anmooriger Fluvisol
0 bis 30 cm: Schwarzer Oberboden, Humusanteil 50%
30-60 cm: Unterboden aus Schwemmlehm
ab 60 cm: Untergrund aus Sandschichten
Der Anteil dieses Bodentyps ist in der Schweiz gering. Fluvisole sind in Schwemmlandebenen und entlang von Flüssen zu finden.
Bodenkalender: http://www.agroscope.admin.ch/bodenfruchtbarkeit-bodenschutz
Oradour-sur-Glane
François Hollande und Joachim Gauck besuchen heute Mittwoch Oradour-sur-Glane hier im Südwesten (Limousin), das 1944 Schauplatz einer der schlimmsten Massenmorde an Zivilisten der Nazis war.
Die Dorfruinen von Oradour sind heute eine wichtige, stumme Gedenkstätte für Frankreich und ganz Europa.
Am 10. Juni 1944 wurden fast alle Einwohner des Dorfes von der SS-Division “Das Reich “ ermordet. Alle Männer wurden auf einem Platz zusammengetrieben, Frauen und Kinder in die Kirche eingesperrt. Dem folgenden Massaker entkamen nur wenige Einwohner. Die Männer wurden erschossen und nicht weniger als 207 Kindern und 247 Frauen starben qualvoll in der brennenden Kirche.
Auch innenpolitisch ist das Massaker von Oradour seit jeher eine sehr heikle Angelegenheit. Beteiligt waren nicht nur Deutsche, sondern auch Elsässer, die in die deutsche Wehrmacht eingegliedert wurden.
Weil Beteiligte nach der Verurteilung nach dem Krieg amnestiert wurden, hat das zu jahrzehntelangen Spannungen zwischen der Region Limousin und dem Elsass geführt.
Eine gute Gelegenheit für François Holland und den deutschen Bundespräsidenten Jochaim Gauck, an diesem traurigen Ort der europäischen Geschichte zu demonstrieren: Nie wieder!
Luft ist draussen…
Vor einem Monat habe ich noch gehofft, mit einer einfachen Methode die Lebensdauer meiner Traktorenpneus zu verlängern. Die Frontladerarbeit mit schweren Eichenstämmen heute hat ein Vorderpneu aber leider nicht überlebt…
Jetzt musste ich doch schon beide Vorderpneus ersetzen lassen. Zwei neue Michelin 14/9/28 inklusive Montage auf dem Feld 1465.10 € TTC. Teurer Spass!
Rentrée scolaire in Frankreich
Wenn wir verreisen, schaut unsere liebe Nachbarin zu unserm Haus und Garten – das kommt eher häufig vor. Wir sind deshalb froh, dass wir ab und zu im Gegenzug ihre Pflanzen giessen und ihre Katzen und Hunde füttern dürfen, wenn sie mal mit ihrer Familie auf Reisen ist. So geschehen letzte Woche. Allerdings schienen die Hunde unsern Ferieneinsatz doch eher skeptisch aufzunehmen. Und die Katzen haben uns schon nach zwei Tagen mit Verachtung und Abwesenheit bestraft…. Zum Glück war heute rentrée scolaire in Frankreich. Alle Familien sind wieder zurück aus den Ferien – die Haustiere freuen sich.
Die Schweiz bekommt einen neuen König
Vor drei Jahren hat ein gewisser Kilian Wenger aus dem Berner Oberland alle gebodigt und wurde überraschend Schwingerkönig.
Jetzt am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Burgdorf wird der syphatische Berner wohl seinen Königstitel einbüssen. Schade. Aber Hauptsache, es wird wieder ein Berner 😉 Schwingerkönig, und wer weiss, vielleicht sogar ein Seeländer! Im Moment sieht es sehr gut aus.
Mit einem Anflug von Berner Chauvinismus vor dem TV-Apparat und nicht im Sägemehl…
PS: Ich gratuliere dem Sempach Matthias zum verdienten Königstitel. Seine Darbietungen waren schlicht grandios! Ich gratuliere aber auch dem Zweiten, Stucki Christian, für sein faires Verhalten und seine freundschaftliche Geste nach der Niederlage im Schlussgang! Chapeau, ich bin beeindruckt!








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