AUSWANDERERBLOG

Für mich ein grosser Freudentag

Posted in Politik by ruedibaumann on Mai 8, 2012

Berner Zeitung vom 8. Mai 2012:

Der ehemalige Nationalrat Ruedi Baumann ist inzwischen ein Franzose, immer noch ein Grüner und hellbegeistert von der roten Machtübernahme.

Gestern morgen ging der einstige Berner Nationalrat Ruedi Baumann wie gewohnt auf den Markt im franzöischen Samatan. Getragen von der Aufbruchstimmung ist der Biolandwirt beim Gespräch bester Laune und ist heute noch überzeugter, mit seiner Auswanderung vor rund 11 Jahren in den Südwesten von Frankreich den richtigen Schritt getan zu haben.

Haben Sie am Sonntag abend einen Biochampagner geöffnet?

Ruedi Baumann: Nein, es war eine Flasche guter roter Wein, passend zum roten Sieg.

Ein Grund zum feiern, weil Hollande gewählt wurde, oder Sarkozy abgewählt wurde?

Mir ging es wohl wie vielen Franzosen. Die Ablehnung von Sarkozys Politik und seinem Gehabe war vielen Grund genug, für einen Wechsel zu stimmen. Zwar hat Hollande an Profil gewonnen, aber ohne die Aversion gegen den Bling-Bling-Präsidenten Sarkozy wäre Hollande kaum an die Macht gekommen.

Hassen Sie Sarkozy?

Nein, auf keinen Fall. Er liess nebst seiner unverantwortlichen Politik, welche immer mehr nach rechts abrutschte, auch ab und zu Grösse durchblitzen. So war ich bass erstaunt, als wir Bauern ihn persönlich in einer kleinen Runde trafen, wie ehrlich und direkt er auch auf heikle Fragen antwortete. Auch seine Rede nach der Schlappe vom Sonntag war schlicht brilliant und dürfte einigend auf die Franzosen wirken.

Wie zerissen ist das Land nach dem doch sehr emotional geführten Wahlkampf?

Von Häme gegenüber den Verlierern der Partei von Sarkozy, der UMP, habe ich in meinem Umfeld nichts gespürt. Von einer drohenden Spaltung der Grande Nation, wie sie in der ausländischen Presse zurzeit ausgemacht wird, kann ich nichts spüren. Gefährlich wäre allerdings, wenn in den kommen Legislativwahlen die UMP mit dem rechtsextremen Front national zusammen antreten würde. Aber davon gehe ich nicht aus.

Aber das Verhältnis zwischen der Schweiz und Frankreich dürfte durch die Machtübernahme der Linken schwer getrübt werden.

Das ist wohl so. Doch ich kann gut nachvollziehen, dass die Franzosen nicht mehr länger bereit sind, einen grossen Teil ihres Steuersubstrats wegen dem Bankgeheimnis an die Schweiz zu verlieren.

Werden Sie deshalb auch persönlich angegiftelt?

Ich werde schon auf die Schippe genommen, dass es die Schweiz nötig hat etwa einem Johnny Hallyday eine grosszügige Pauschal besteuerung zu gewähren.

Also doch nicht immer rundum glücklich in Frankreich.

Ich und meine Familie wurden von der hiesigen Bevölkerung, einem kleinen Dorf mit etwas über 50 Einwohnern, sehr gut aufgenommen. Ich fühle mich sehr gut integriert. Und wissen Sie was? Ich habe bisher noch nie in einem Land gelebt, dessen Präsident oder Regierung voll auf meiner politischen Wellenlinie lag. Das ist jetzt der Fall und ich rundum glücklich.

La vie en rose!

Posted in Politik by ruedibaumann on Mai 7, 2012

Que la vie est belle ce matin!

François Hollande Président!

Libération!

Balade de Traversères

Posted in Comédie française by ruedibaumann on Mai 6, 2012

Organisiert vom comitée de fête de Traversères findet alljährlich ein Maibummel statt mit anschliessendem repas communal mit allerlei Spezialitäten die die TeilnehmerInnen selbst mitbringen.

Gascogne

Posted in Patrimoine et architectures by ruedibaumann on Mai 5, 2012

Gascogne im Mai, Orchideen…

Panoramablick auf die Pyrenäenkette

Gewitterstimmung über den Pyrenäen

Trophäensammlung

Posted in Diverses by ruedibaumann on Mai 4, 2012

Die dichte Rehpopulation in der Gegend führt dazu, dass wir immer wieder abgestossene Gehörne finden. Inzwischen haben wir schon eine umfangreiche Trophäensammlung angelegt.
Gemäss meinem Berner Weidmanns-Buch aus dem Jahre 1968 setzen Rehböcke vom 3. bis 6. oder 7. Altersjahr normalerweise ein gutes Sechsergehörn auf. In jedem Herbst werden die Stangen abgeworfen. Anschliessend setzen die Rehböcke bis zum Frühjahr neue auf, fegen sie und verlieren sie im Herbst oder Winter wieder.

Geweihzyklus

Die Redensart „sich die Hörner abstossen“ bedeutet übrigens (sexuelle) Erfahrungen sammeln; sich austoben, um dadurch ruhig zu werden; durch Erfahrung besonnener werden.

Ob das nur für Menschen gilt?

„Moi président de la République…“

Posted in Politik by ruedibaumann on Mai 3, 2012

Geschlagene drei Stunden haben sie nun gestern Abend debattiert. Die Arena glich mehr einem Boxring als einem Studio für politische Gespräche. Die beiden Journalisten amtierten nur als Stichwortgeber und Zeitkontrolleure und haben nichts nachgefragt. Und es wurde heftig und aggressiv gestritten, es wurde mit Zahlen jongliert (genau 139 mal…) und der Gegner als Lügner beschuldigt….

Die Rede ist natürlich von den französischen Präsidentschaftswahlen. Der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy gegen den Herausforderer François Hollande. Es sollen über 20 Millionen Französinnen und Franzosen auf den beiden wichtigsten TV-Sendern TF1 und France 2 zugeschaut haben. Auf zahlreichen anderen Sendern wurde der „Match“ laufend analysiert und kommentiert und viele Medien haben life getwittert und gefacebooklet. Ich glaube allerdings nicht, dass alle Zuschauer bis am Schluss durchgehalten haben…

Die Themen reichten von Wirtschaft, Kaufkraft, Rentenalter, Immigration, Europa, Kernkraftwerke, Arbeitszeit, Steuerparadiese, Afghanistan, Ausländerstimmrecht, Zukunft und Vergangenheit, rechte und linke Politik und vieles mehr. Deutschland wurde auffallend oft als Vorbild, Spanien als Negativbeispiel dargestellt. Die Schweiz kam nie vor. Die Landwirtschaft auch nicht.

Sieger nach Punkten: François Hollande, wenn man berücksichtigt, dass im Vorfeld aus dem Sarkolager eigentlich ein KO-Sieg des amtierenden Präsidenten erwartet wurde.

Wenn mich nicht alles täuscht: Le jeux sont fait… am Sonntagabend um zwanzig Uhr feiern wir einen linken Präsidenten!

Éléction présidentielle, Le Monde

Bienenschwarm

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Mai 2, 2012

Nach nur zwei Tagen hat das Bienenvolk seine „Zweitwohnung“ schon wieder verlassen. Der avisierte Imker kam zu spät, um das Volk mit Königin einzufangen. Alles was heute morgen bleibt, ist eine weisse, kleine Bienenwabe und ein paar wenige Bienen die offenbar (noch) nicht mit ihrem Volk abgereist sind…

Affaire à suivre…