Wer die Natur liebt…
Und hier noch, was in den letzten Tagen nicht zu Heu gemacht wurde:
Die Orchideen-Wiesen mit zum Beispiel hier Ophrys apifera (Bienenragwurz)
Auch nicht gemäht wurden die Wiesen mit Ophrys scolopax (Schnepfenragwurz)
Diese Ophrys sehen nur aus der Ferne alle gleich aus. Jeder Blütenstand hat seine eigene, ganz spezielle Zeichnung auf der sogenannten Blütenlippe:
Unglaublich was für Kunstwerke die Natur hervorbringt! Zum Vergrössern auf die Fotos klicken!
Schwatz nach getaner Arbeit
Heupressen und Mähdreschen wird überbetrieblich organisiert. Die internationale Zusammenarbeit unter französischen und schweizerischen Paysans funktioniert tadellos. Die Hilfsbereitschaft der französischen Kollegen ist für Auswanderer sehr wichtig.
Frankreich hat eine linke Regierung
Obschon François Hollande die Ministergehälter wie angekündigt um 30% gesenkt hat, ist der Andrang, ein Regierungsamt zu ergattern, immer noch sehr gross. Nicht weniger als 34 MinisterInnen wurden gestern unter dem neuen Premier Jean-Marc Ayrault nominiert, 17 Frauen und 17 Männer.
Dabei sind bei weitem nicht alle Ministerposten gleichwertig. Die Reihenfolge der Minister sagt klar, wie die neue, linke Regierung funktionieren will und welche Dossiers im Vordergrund stehen: 1. Aussenpolitik (Europa!), 2. Bildung und Erziehung, 3. Justiz und Gerechtigkeit, 4. Finanz und Wirtschaft, 5. Soziales, 6. Gleichheit der Regionen und Wohnungswesen, 7. Inneres, usw..
Der Älteste ist 65 (Fabius), die Jüngste 34 (Vallaud-Belkacem). Der Regierung gehören zwei Grüne an (Duflot und Canfin).
Wer in den kommenden Legislativwahlen nicht reüssiert, wird seinen Ministerposten auch gleich wieder abgeben müssen!
Schon in den nächsten Tagen werden wichtige Änderungen in der französischen Politik beschlossen werden. Eben wurde bekannt, dass der schulfreie Mittwoch aufgehoben wird und man wieder zur Fünftagewoche in der Schule zurückkehrt!
All diese Infos habe ich gestern über das Bordradio in meinem MF-Traktor gehört…
Heuen, heuen, heuen…
Während in Paris ein neuer Premierminister und 34 neue MinisterInnen ernannt werden, wird hier in der France rurale immer noch von früh bis spät geheuet…
Heuet
Heu mähen von morgen früh bis abends spät (nur die Luzerne, nicht die Orchideenwiesen)…
… und hoffen, dass das schöne Wetter eine Woche anhält!
Orchideenpracht
Unsere Orchideen-Wiesen in diesen Maitagen:
Schwertstendel / Serapias vomeracea
Schnepfenragwurz / Ophrys scolopax
Purpur-Knabenkraut / Orchis purpurea zusammen mit Serapias vomeracea
Hackstriegeln
Einsatz des Hackstriegels (Hatzenbichler) zur Unkrautbekämpfung im Sonnenblumenfeld (4-Blatt-Stadium). Gegen Disteln ist allerdings kein Kraut gewachsen…
Unser neuer Präsident de la République
Die Landwirtschaft war kein Thema bei den Präsidentschaftswahlen. Eigentlich erstaunlich. Immerhin gibt es in Frankreich rund 500’000 Landwirtschaftsbetriebe mit einer Million Beschäftigten. Allerdings werden jeden Tag etwa 50 Höfe aufgegeben.
Das Programm für die Landwirtschaft des neuen Präsidenten Hollande ist ziemlich rudimentär. Etwas grüner soll sie werden („verdissement“) und die staatliche Unterstützung will man künftig etwas gerechter auf die verschiedenen Produktionsrichtungen aufteilen (etwas weniger für die reichen Céréaliers in den Gunstlagen im Pariserbecken und etwas mehr für die darbenden Éleveurs im gebirgigen Massiv central…).
Gemäss Nachwahlbefragungen haben die Mehrheit der Bauern Sarkozy die Stimme gegeben. Das ist wahrscheinlich auf den Einfluss der mächtigen Grossbauerngewerkschaft FNSEA zurückzuführen, die um ihre Pfründe fürchtet.
Nächsten Dienstag wird die neue Regierungsmann- und frauschaft ernannt. Ich bin gespannt wer neue(r) LandwirtschaftsministerIn wird (in den letzten zehn Jahren gab es 8 verschiedene…). De Gaulle soll schon gefragt haben: „Wie wollen sie ein Land regieren, das 365 Käsesorten produziert?“
Wandern im Gers
Es gibt unzählige Möglichkeiten für grössere und kleinere Randoneés. Ganz so gut wie die Berner Wanderwege sind hierzulande allerdings die Wanderwege nicht markiert und ausgebaut. Es kommt schon mal vor, dass man auf einer Wanderung etwas improvisieren muss…
Dafür trifft man auf alte Burgen und Schlösser (hier St. Blancard)…
oder Windmühleruinen.

























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