Der Fliegenfänger
Übers Wochenende gelesen: „Der Fliegenfänger“ von Willy Russell: skurril, tragischkomisch, todtraurig, sensationell, liebenswert!
Immer wenn ich geglaubt habe, jetzt wisse ich wie es weitergeht, kam wieder ein überraschender Schwenk…
Grosses Lesevergnügen!
Rendez-vous aux jardins
Die Nachbarskinder beim Meertrübeli-naschen, stellvertretend für das frankreichweit vom Kulturminister ausgerufene Rendez-vous aux jardins
Über Fristen und Termine…
Man spricht von der gascogne’schen halben Stunde und meint damit, dass man hierzulande grundsätzlich bei allen Abmachungen mit etwa eine halbe Stunde Verspätung rechnen muss… Wenn also der repas de chasse auf midi angesagt ist, reich es auch um 13 Uhr noch für den Apéro!
Oft gilt das gleiche für die Einhaltung der Termine. Regelmässige Auswandererblog-Leser wissen, dass unsere Solaranlage seit dem Monat April fertig ist, und nur darauf wartet ans öffentliche Stromnetz angeschlossen zu werden. Obschon ich mindestens einmal die Woche die zuständigen Stellen inständig bitte, nun doch endlich meinen umweltschonenden Strom zu nutzen, ist bis heute gar nichts passiert! Wohlverstanden, es ist seit Monaten alles bereit, man müsste nur noch den Stecker einstecken…. Interventionen bei Consuel (comitée national pour la sécurité éléctric) ERDF (nationale Netzgesellschaft), EDF (Éléctricité de France), Région Midi-Pyrénées haben bisher leider nichts gefruchtet.
Jetzt habe ich die regionale Presse auf den Missstand aufmerksam gemacht um endlich zu erreichen, dass alle die sich für grünen Strom engagieren, nicht wegen administrativen Schlampereien endlos auf morgen, übermorgen, nächste Woche, nächsten Monat vertröstet werden. Jetzt bin ich gespannt was La Dépéche du Midi aus meiner Intervention macht. Ob es etwas nützt?
Übrigens: Gestern konnte ich plötzlich meinen Blog nicht mehr administrieren und es erschienen nur noch Fehlermeldungen vom Bloghoster. Also habe ich ein Mail an Kaywa geschrieben. Postwendend kam die Antwort, man würde den Fehler suchen… und knapp eine Stunde später hatte man den Error gefunden und behoben und mein Blog funktioniert wieder. Da lob ich mir die Schweizer Zuverlässig- und Pünktlichkeit!
Heuwiese
Hier kann vorläufig nicht gemäht werden:
In dieser Wiese mit tausenden von rosaroten Pyramidenorchis, braunroten Schwertstendeln und vielen hüfthohen grünen Bocksriemenzungen (= alles Orchideen) heute zufällig gefunden:

das unauffällige aber wunderbar nach Vanille riechende Wanzenknabenkraut (Anacamptis coriophora ssp. fragrans) auch dies eine Orchidee.
Und auch in dieser Wiese diese Sensation!
Die Schweiz hat keinen guten Ruf
Wir sind jetzt bald seit zehn Jahren Auslandschweizer, seit vier Jahren Doppelbürger und wir verfolgen mit einigem Interesse die politische Entwicklung in den beiden Ländern. Dabei stellen wir mit wachsender Besorgnis fest, dass der Ruf der Alpenrepublik immer mehr leidet.
Die Schweiz gilt zunehmend als Sonderling, als Profiteur auf Kosten anderer Staaten, als isolierter Hort der Superreichen und als teures Touristenland. Die rassistischen Abstimmungsplakate und die Hetze gewisser Leute gegen alles Fremde schaden dem Ansehen des Landes zunehmend.
Gut, man kann auch feststellen, das die Schweiz immer weniger wahrgenommen wird und wenn ausnahmsweise doch, dann eher negativ.
In französischen Medien werden die Länder der EU praktisch täglich einander gegenübergestellt und grafische Vergleiche gezogen: Ratings und aufschlussreiche Statistiken über das Sozialwesen, das Bildungswesen, die Bevölkerungstruktur, die wirtschaftliche Entwicklung, den Umweltschutz, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit usw. usf.. Im Herzen Europas ist leider im wahrsten Sinne des Wortes regelmässig nur ein schwarzes Loch! La Suisse n’éxiste pas!
Die Abschottung des Landes gegenüber der Europäischen Union schadet der Schweiz. Die Volksabstimmungen zu völkerrechtswidrigen Forderungen (Minarettinitiative, Ausschaffungsinitiative) sind Ausdruck einer verunsicherten, egoistischen, ja zunehmend rassistischen Nation.
Die früher viel gelobten direktdemokratischen Einflussmöglichkeiten der Bevölkerung auf die Politik des Landes werden durch die unkontrollierten, intransparenten Geldflüsse in das Gegenteil umgekehrt. Wirtschaft und Banken schmieren und salben rechte Parteien und Abstimmungskomitees seit Jahrzehnten mit Millionenbeiträgen und gewinnen damit praktisch jede Abstimmung, sei’s im Parlament oder an der Urne. Es gibt auf der ganzen Welt keine halbwegs glaubwürdige Demokratie, in der undeklarierte Geldmittel die Politik in diesem Ausmass beeinflussen!
Die rechtsnationalistische Hetze, geschürt mit plakativem Grossaufwand ist seit Jahren das Markenzeichen der SVP und ihres milliardenschweren Vordenkers und Geldgebers. Inzwischen ist diese frühere, kleine Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei zur grössten Volkspartei der Schweiz geworden, notabene mit zweit- und drittklassigem Politpersonal.
Es ist kein Wunder, dass die Schweiz keine Freunde mehr hat.
Einzigartig!
Letztes Jahr haben wir auf unsern Wiesen eine sehr seltene (bisher unbekannte) Orchidee gefunden (neu entdeckte, in der Fachliteratur noch nie beschriebene Orchidee)
Leider wollte sich diese Orchidee (Hybrid) in diesem Jahr noch nicht zeigen, obwohl wir jeden Tag nachschauen gehen.
Aber in den letzten Tagen hat Stephanie auf einer andern Wiese eine seltsame Orchidee gefunden, die sich heute beim genaueren Hinsehen eindeutig als genau die gleiche entpuppt hat: ein Hybrid zwischen Anacamptis pyramidalis und Serapias vomeracea:

Und weil aller guten Dinge zwei sind, fand sich gleich daneben auch noch eine weitere dieser seltenen Pflanzen:
Solche Entdeckungen sind allerdings nicht gratis zu haben: Man bezahlt sie mit stundenlangem Suchen im hohen Gras und…….. nicht selten mit einem Zeckenbiss!






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