Ferme des Orchidees
Im Departement Gers wurden bisher von der Société botanique 43 verschiedene wilde Orchideenarten entdeckt. Einzelne sind sehr häufig, andere kommen nur in wenigen Teilregionen vor und einzelne sind national geschützt. Von einer Orchideenart gibt es im Gers bisher nur ein einziges Exemplar!
Auf unserem Hof (70 ha) hat Stephanie bisher 27 verschieden Orchideenarten gefunden und dokumentiert. Die Domaine „La Oueyte“ wird mehr und mehr zu einer in Fachkreisen bekannten „Ferme des orchidees“.
Eine Million chinesische Bauern in Afrika
Um ihre Ernährung sicherzusstellen, kaufen immer mehr Staaten Kulturland ausserhalb ihres Staatsgebietes. China, Südkorea, Arabische Emirate, Japan und Saudiarabien besitzen inzwischen 7,6 Millionen Hektaren Ackerland ausserhalb ihres Landes (Le Monde 15.4.2009). Zum Vergleich: die Schweiz hat eine landwirtschaftliche Nutzfläche von ca. 1 Million Hektaren! Diese problematische Entwicklung verstärkt sich zunehmend, weil nach dem Debakel mit Finanzderivaten, neben den Staaten auch viele Grossinvestoren, Agroindustrien, Immobilienfonds usw. noch verstärkt in landwirtschaftliche Böden investieren.
„Delocalisation agricole“ wird das hier genannt. Nachdem wir unsere Idustrien nach China ausgelagert haben, kaufen die Chinesen nun die fruchtbaren Böden in Afrika zusammen. Eigentlich verständlich, 40% der Bauern der Welt sind Chinesen, während das Land nur über 9% der globalen Ackerfläche verfügt.
Es liegt auf der Hand, dass das zu zunehmenden Konflikten zwischen einheimischen Keinbauern und dem globalen Agrobusiness führt. Kapitalistische Kolonisation im 21. Jahrhundert? Afaire à suivre!
Le chant des partisans
Maurice Druon ist gestorben. Zu seinen Ehren und zum Gedenken an die Partisanen:
Stadttaube
Gestern hat uns eine Taube besucht. Das ist nichts Aussergewöhnliches. Aber die gestern war sehr zutraulich, liess sich fast berühren und pickte mir die Weizenkörner aus der Hand. Wahrscheinlich bevorzugt sie einfach unseren Bioweizen ;-)….
Sie ist beringt, hat eine je eine Nummer auf einem blauen und orangen Ring (Nr.260178E/2007) Wer vermisst eine Brieftaube ?
Sie ist auch heute immer noch da und wandert vergnügt auf dem Hausplatz umher….Ob sie bei uns bleiben will?
Ophrys scolopax
Obwohl es zwei Tage lang ohne Unterbruch geregnet hat, die Orchideen blühen weiter. Und jetzt gehen mit jedem Sonnenstrahl neue Blüten auf. Hier die Ophrys scolopax:
Ostern 2009
Verregnete Ostern: 52 mm Niederschlag bei 8 Grad Celsius. Schön dass heute endlich wieder etwas die Sonne scheint….
Kein Wunder dass dieses alte Dach „rünnt“…
Flugaufnahme
Die Kontrolle und Deklaration der landwirtschaftlichen Anbauflächen, Bewirtschaftungsmassnahmen, Heckenbestände usw. erfolgt inzwischen ausschliesslich über Flug- oder Satelitenaufnahmen. Unsere Ferme sieht von oben so aus:
Übrigens: wir haben Regenwetter und es ist Büroarbeit angesagt. Vorgestern war Biokontrolle von Ecocert . Alles in bester Ordnung!
Europawahlen extrascharf?
Am 7. Juni wird das Europaparlament neu gewählt. Mit dem Eintritt von Rumänien und Bulgarien in die EU vergrössert sich das Parlament von 732 auf 736 Sitze. Die Zahl der Abgeordneten aus Frankreich sinkt von 78 auf 72.
Frankreich wurde für diese Wahlen erstmals auf 8 Grossregionen aufgeteilt. Für den Süd-Westen resultieren schlussendlich noch 10 Sitze. Die Stimmbeteiligung war für französische Verhältnisse bei den letzten Wahlen mit 42,8% sehr tief und entspricht etwa der bei Nationalratswahlen in der Schweiz.
Von einem eigentlichen Wahlkampf ist bis jetzt zumindest in der France rurale gar nichts zu merken und man ist besorgt, dass die Wahlbeteiligung noch weiter sinken wird.
Die Grünen haben am Mittwoch in Toulouse 1500 Leute versammelt um ihr Programm vorzustellen. Daniel Cohn-Bendit soll als Spitzenkanditat für sie die Kohlen aus dem Feuer holen. Bei der Regierungspartei UMP soll der gegenwärtige Landwirtschaftsminister und ehemalige Europakommissär dafür sorgen, dass sich die Wahlschlappe für die Rechte vor fünf Jahren nicht wiederholt. Die Sozialisten werden von kleineren Linksparteien bedrängt und haben mit der Kandidatenkür die gleichen Probleme wie alle Parteien: Gratwanderung zwischen Rücksichtnahme auf regionale Ansprüche und Bekanntheitsgrad und Popularität der KandidatInnen.
Ich bin gespannt, ob und welche KandidatInnen sich für Wahlveranstaltungen auch in unsere Region verirren werden… Schliesslich gehören wir zu den wenigen Schweizern, die in Europa mitreden dürfen!
Telepac
Telepac ist die elektronische Variante des jährlich erforderlichen Papierkriegs zur Erlangung der europäischen Direktzahlungen in der Landwirtschaft. Man kann das Ganze natürlich auch auf Papier haben. Nicht weniger als 52 Seiten Formulare, Flugaufnahmen, Pläne und Erklärungen erhält jeder Landwirt anfangs April mit der Aufforderung, das Ganze bis spätestens am 15. Mai bei dem zuständigen Landwirtschaftsdepartement ausgefüllt, gezeichnet und unterzeichnet abzugeben. Dabei wimmelt es von Fachausdrücken die Nichteingeweihte kaum und ich oft nur schwer verstehe…
Für Anfänger:
PAC politique agraire commune
DPU droits payement unique
RPG registre paecellaire graphique
ICHN indemnités compensatoires de handicaps naturels
PMTVA prime au maintain du troupeau de vaches allaitantes
MAE mesure agroenvironnementale
CAD contrat d’agriculture durable
usw. usf…..
Natürlich würde ich gerne diese komplizierte Administration über Internet abwickeln. Seit Jahren versuche ich das erfolglos. Das graphische Parzellenregister (RPG) will einfach nicht auf meinem Bildschirm erscheinen. Ich habe es mit EDV-Beratern in New York, Kyoto und der Schweiz versucht… ohne Erfolg! Die französische Administration behauptet natürlich, es liege an meinem ordinateur, der einfach nicht gut funktioniere (ich habe einen Mac Laptop, iBookG4). Es ist zum verzweifeln….
In der Zwischenzeit schlage ich mich weiter mit viel Papier herum und warte auf Computerfreaks die mir weiterhelfen können!














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