Weltlandwirtschaftsrat
400 Experten aus Wissenschaft und Politik wollen die globale Agrarproduktion radikal umstellen. Notwendig sei die Rückbesinnung auf natürliche und nachhaltige Produktionsweisen, heißt es dazu in dem Bericht der der sog. Weltlandwirtschaftsrat (IAASTD) gestern veröffentlicht hat. Dazu zähle der Einsatz natürlicher Düngemittel und traditionellen Saatguts sowie kürzere Wege zwischen Produzenten und Verbrauchern. Der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut, von immer mehr Pestiziden und mineralischen Düngern sei keine erfolgsversprechende Lösung zur weltweiten Ernährungssicherung.
„Business as usual ist keine Option mehr“, heißt es in dem Dokument, das von 54 Staaten unterzeichnet wurde (warum hat eigentlich die Schweiz nicht unterschrieben?). Das derzeitige System helfe den Bedürftigen nicht. „Die ärmsten Entwicklungsländer sind die Verlierer weiterer Handelsliberalisierungen“, erklärte IAASTD-Direktor Robert Watson. Das Hauptaugenmerk der globalen Agrarwirtschaft dürfe nicht mehr allein auf der Massenproduktion liegen, die zu einem „immer zerstörteren und geteilteren Planeten“ führe. Dies sei zwar „keine neue Botschaft“. „Aber es ist eine Botschaft, die in einigen Teilen der Welt nicht ausreichend gehört worden ist“, sagte Watson.
Tatsächlich, neu ist die Botschaft nicht. Diese Forderungen hat beispielsweise die Schweizerische Kleinbauernvereinigung bereits vor einem Vierteljahrhundert in ihren Statuten festgeschrieben… Nur leider haben die multinationalen Chemie- und Saatgutfirmen mit ihrer Lobbyarbeit erreicht, dass die Entwicklungen in der Weltagrarwirtschaft immer noch in eine ganz andere Richtung laufen!


leave a comment