Montpellier
Montpellier s’éveille. Morgens um acht in der südfranzösischen Universitätsstadt. Montpellier hat 260 000 Einwohner, aber nur 20 % davon sind hier geboren!
Brückenbauer
Darauf ist Frankreich zu recht sehr stolz… und ich auch ein wenig weil ich jetzt auch Français bin! Aber damit die Bäume (und Brücken) nicht in den Himmel wachsen haben wir an der Rugby-Welmeisterschaft prompt gegen Argentinien verloren…
Française et Français
Ludovic Maillard ist zu Fuss in Frankreich unterwegs. Er fotografiert jeden Tag jemanden den er auf seiner Reise trifft. Schöne Fotos aus einem schönen Land.
Herbst in der Schweiz
Die angesehene britische Zeitung The Independent titelt heute: Schweiz, Finsternis im Herzen Europas? Es sei nicht eine kleine Nazigruppe, die zur Zeit das ganze Land mit rassistischen Plakaten überziehe, sondern die SVP, die Partei mit den meisten Abgordneten im nationalen Parlament.
Auf Radio France Inter wird darüber diskutiert, dass in der Musterdemokratie Eidgenossenschaft mit einer Ausschaffungsinitiative die Sippenhaft eingeführt werden soll, etwas das es seit der Naziherrschaft in Deutschland in Europa nie mehr gegeben hat.
Bundesrat Couchepin, vergleicht die Politik der bürgerlichen SVP mit faschistischen Methoden, die blocherschen Machtansprüche mit dem Duce in den Dreissigerjahren in Italien.
Die Geschäftsprüfungs-Kommission des Nationalrates listet dem Justizminister schwere Verfehlungen auf: Kompetenzüberschreitungen, Nichteinhalten der Gewaltentrennung, Respektlosigkeit gegenüber den politischen Institutionen.
Dieser Noch-Justizminister kritisiert öffentlich das Völkerrecht, bezeichnet wider besseres Wissen zwei albanische Asylbewerber als Mörder und Kriminelle und stellt in der Türkei die Schweizer Antirassismusgesetzgebung in Frage.
Dazu kommt, dass der schweizer Justizminister, seines Zeichens Multimilliardär, verdeckt unsägliche Plakataktionen seiner Partei und ihm wohlgesonnene Medien finanziert.
Liebe Schweizerinnen und Schweizer, wie lange soll das noch so weitergehen?
Herbstweide
Wir haben nach der Ernte etwa 40 Hektaren Weide-und Grasland eingezäunt. Seit ein paar Tagen weiden nun etwa 40 Kühe unseres Nachbars Jean- Michel auf den Futterflächen. Die sogenannten „Landes“ sind lockere Eichenwälder und ideale Weideflächen für die Wiederkäuer. Die Beweidung ist wichtig, damit nicht Dornen und Gebüsche überhand nehmen und wir uns im Frühjahr weiterhin über die Orchideenpracht freuen können!
Die zahlreichen Eichen sind aber auch ideale Schattenspender für die Kühe. Immerhin soll es heute wieder 29 Grad warm werden.
Die Kuhherde ist während dem Fressen immer in Bewegung. Eine Leitkuh gibt den Parcour vor, die Herde folgt. Fast wie bei der SVP.
Synonyme!
Zu meinem täglichen Vergnügen gehört die Lektüre der „Le Monde“. Ich schätze die Zeitung sehr, umso mehr es in der Schweiz leider keine vergleichbar gute Zeitung mehr gibt. Le Monde erscheint jeweils vordatiert am Nachmittag in Paris und erreicht unseren abgelegenen Briefkasten in der südwestlichen Provinz erst am nächsten Tag. Selbstverständlich ist die Zeitung auch elektronisch abrufbar.
Schwieigkeiten machten mir am Anfang und zum Teil immer noch die zahlreichen Synonyme die hier in Frankreich verwendet werden. Als neugebackener Français ist es für mich natürlich Ehrensache, dass ich zumindest die sinnverwandten Wörter der staatlichen und politischen Zentren kenne….
Kleine Auswahl gefällig?
Synonym….. für…….
Elysée: Sitz des Staatschefs Nicolas Sarkosy, Machtzentrum Frankreichs
Matignon: L’hôtel Matignon, Sitz des Premierministers
François Fillon
Bercy: rue Bercy, Finanzministerium (Wirtschaft, Finanzen, Arbeit), Christine Lagarde
Quai d’Orsay: Aussenministerium, Bernhard Kouchner, Aussenminister
Place Beauveau: Ministère de l’interieur, Michèle Alliot-Marie (MAM)
Rue Solférino: Sitz der PS (party socialiste), François Hollande
etc. etc…. mehr in Le Monde
Die Früchte der Arbeit
Stephanies Tagwerk (von links nach rechts):
Zucchini-Cake, süss-saure Quitten, Pasta-Gemüse in Olivenöl (Zucchini, Peperoni, Tomaten, Auberginen), Feigenkonfitüre, Feigen in Zuckersirup, Brombeerkonfiture……
Auslandschweizer-Organisation
Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) hat den Anspruch alle 650 000 AuslandschweizerInnen zu vertreten. Gut gemeint aber kaum realisierbar. Die aso hat selber keine Mitglieder, also auch keine Mitgliederbeiträge. Es handelt sich um eine Stiftung, finanziert vorallem durch Bundesbeiträge und Erträge aus Dienstleistungen für den Bund (Budget rund 3 Mio).
Die Auslandschweizerorganisation versteht sich als Dachorganisation der zahlreichen kleinen und kleinsten (Heimweh-)Schweizerclubs die mit viel Inbrunst 1. August-Feiern veranstalten.
Der Auslandschweizerkongress bemüht sich, mit irgendwelchen Forderungen an den Schweizer Gesetzgeber auf sich aufmerksam zumachen. Zur Zeit steht offenbar das elektronische Abstimmen zu oberst auf der Wunschliste. Na ja, ich habe nicht das Gefühl, dass mir dadurch mein Auslandschweizerdasein wesentlich erleichtert würde, auch wenn ich zu den 110 000 gehöre, die regelmässig brieflich abstimmen.
Noch dubioser ist die Forderung nach eigenen National- und Ständeräten der fünften Schweiz. Wie will ein SVP-Ständerat aus Südafrika oder ein FDP-Nationalrat aus Neuseeland wissen, was die Grünen Auslandschweizer in der Gascogne oder ein SPler in Papua-Neuguinea für Anliegen haben…..
Und was will eine aso, immer präsidiert durch rechtsbürgerliche Alt-Parlamentarier, für eine Haltung gegenüber einem längst erwünschten EU-Beitritt einnehmen?
Klar, dass die aso bei jeder Schliessung eines Konsulats Sturm läuft. Aber warum eigentlich? Was nützt der Schweiz oder mir ein Konsulat in Bordeaux und ein Honorarkonsul in Toulouse? Nice to have aber ziemlich überflüssig?
Mir scheint, dass im Zeitalter des Internets hier einiges hinterfragt werden müsste.
Brombeeren (Rubus fruticosus)
Auf unserer Ferme wachsen sehr viele Brombeeren (ronce). In den Feldern sind sie lästig als sehr hartnäckiges Unkraut. Ich werde jetzt mit Kulturmassnahmen vesuchen ihnen zu Leibe zu rücken, nachdem ich mit Grubber und Déchaumeur wenig Erfolg hatte. In den nächsten zwei Jahren will ich mit Luzerne-Anbau und mehrmaligen tiefen Schnitten pro Jahr die Brombeernester aushungern.
Erwünscht sind die süssen Früchte hingegen in unseren Hecken. Wir sind jetzt fast täglich auf Sammeltour. Man schafft etwa 1 Kilogramm pro Stunde.
Die Brombeeren lassen sich zu zahlreichen Köstlichkeiten verarbeiten und sollen sehr vitaminreich sein: 55 Brombeerrezepte.








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