Posted in Agrikultur by ruedibaumann on November 10, 2024
Von den unzähligen landwirtschaftlichen Produkten die wir hier auf La Oueyte in den letzten 25 Jahren angebaut haben, zählte der Bio-Rebbau zu den anspruchsvollsten. Da waren mal die Spätfröste, der Hagel, der falsche Mehltau und schlussendlich die lieben Vögelein die einige erfolgreiche Cuveés zerstört haben. Zudem ist die Vinifizierung von Naturwein in relativ kleinen Mengen ganz ohne Kupfer, Schwefel und anderen Hilfsmittel sehr anspruchsvoll! Hut ab vor allen Rebbäuerinnen die das können! Immerhin haben wir in unserem Rebkeller noch einige Flaschen von unserem Merlot falls weitere schlechte Ernten kommen sollten…
Reben schneiden im Herbst/Winter bleibt eine schöne Beschäftigung, immer in der Hoffnung auf einen guten (nächsten) Jahrgang!
«Meine Eltern wollen uns ihr Lebenswerk vererben. Wir müssen reden. Über Erwartungen und Ideale. Über Privilegien und Bürden. Aber auch über Geld.» So formuliert Regisseur Simon Baumann seine Motivation zu seinem neuen Dokumentarfilm – und die ist in jeder Szene spürbar. Hartnäckig, mutig und mit liebevollem Witz geht Baumann diesen Fragen nach, beobachtet aus der Distanz, die ihm der Blick durch die Kamera ermöglicht, wie die beteiligten Familienmitglieder mit dem anfallenden Erbe umgehen und was es bei ihm selbst auslöst.
Selten ist über das Tabuthema Erben so offen, mutig und gleichzeitig so gelassen diskutiert worden. Der Film legt Familiengeschichten frei, streift Geschlechterdynamiken und individuelle Sehnsüchte, zugleich führt er, von der Familie ausgehend, immer wieder auf eine übergeordnete Ebene. Denn in der Art und Weise, wie wir als Erben mit unserem Erbe umgehen, das macht der Film klar, liegt letztlich auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.
Posted in Bauernland by ruedibaumann on November 4, 2024
Blacken (rumex) stechen ist eine häufige Tätigkeit auf schweizer Biobetrieben. Hier, in unseren humusarmen Böden kann das lästige Unkraut auf Ackerböden ziemlich problemlos bekämpft werden. Ein Durchgang mit der Scheibeneichte (déchaumeur) bei trockenem, heissen Wetter lässt die Tiefwurzler rasch austrocknen. Blacken stechen beschränkt sich auf einzelne Nester in Naturwiesen.
Militante Bauerngewerkschaften haben wieder begonnen ihren Unmut „abzuladen“. In unserem Departementshauptort Auch haben sie alte Heuballen, Mist und verdorbene Schafwolle vor die Tore der regionalen Landwirtschaftsdirektion deponiert. Die Proteste richten sich gegen die billigen Auslandimporte, gegen Umweltvorschriften und gegen die EU-Agrarpolitik. Gleichzeitig werden zahlreiche Wegweiser und Ortstafeln abmontiert und die Geschwindigkeitsmesstationen unwirksam gemacht.
Sympathien bei der Bevölkerung können sie mit diesen gewaltsamen Protesten keine erwarten. Selbst in der monde agricole stossen diese Aktionen auf Unverständnis.
Klar, die Witterungsbedingungen haben im laufenden Landwirtschaftsjahr zu miserablen Erträgen geführt und damit zu schlechtem Einkommen. Aber es wäre wahrscheinlich sinnvoller, wie das übrigens einzelne Kleinbauernorganisationen auch machen, sich für Massnahmen einzusetzen die den Klimawandel und damit Überschwemmungen und Dürren einschränken. Einfach die Landwirtschaftsbeamten für das Wetter verantwortlich zu machen ist zu einfach!
Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 20, 2024
Sorgho ist eine Pflanze aus Afrika, hitze- und krankheitsresistent. Wird inzwischen wegen dem Klimawandel auch in Europa immer öfters angebaut ( über 50’000 ha in Frankreich). Verwendet wird Sorgho wie alle anderen Getreidearten sowohl für die menschliche Ernährung wie als Tierfutter.
Demnächst wird die Parzelle meines Nachbarn geerntet.
Noch etwas mehr Nostalgie: vor mehr als fünfzig Jahren absolvierten wir als ETH-Agronomie Studenten in Bruson im Val de Bagnes, Kanton Wallis, Blockkurse in einer beschaulichen alten Alphütte. Wir beschäftigten uns mit lokaler Berggebietsförderung, verpflegten uns selber mit lokalen Produkten und wollten die Welt verbessern…
Nun, ein Augenschein vor Ort nach mehr als einem halben Jahrhundert wirft viele Fragen auf: in Verbier ist durch den Zweitwohnungstourismus eine hässliche Alpenstadt entstanden: Chalet an Chalet, in der Hochsaison bis 50’000 Einwohnerinnen, jetzt in der Zwischensaison nur geschlossene Fensterläden und geschlossene Restaurants, Quadratmeterpreis für eine Ferienwohnung über 20’000 sfr. …
Siedlungsbrei in den Bergen, Skitourismus bis zum geht nicht mehr… Ich kann nichts damit anfangen, ein für allemal: ich hab’s gesehen!
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