AUSWANDERERBLOG

Gastbeitrag: Bauern treiben Höfesterben selbst an

Posted in Agrikultur, Bauernland by ruedibaumann on März 20, 2024

„Patrick Dümmler von Avenir Suisse kritisiert die Bauernproteste und weist auf das Einkommensgefälle in der Landwirtschaft als Problem hin: Die Minderheit wohlhabender Landwirte nimmt zu, während die Bauernhöfe jedes Jahr weniger werden. Was für Gründe haben die Einkommensunterschiede? Ein grossflächiger Betrieb ist von Vorteil, auch dank viel Direktzahlungen. Bauland verkaufen oder eine Kiesgrube ausbeuten, bringt Millionen. Solcher Wohlstandsvorsprung hat Folgen: die Privilegierten stechen alle anderen Bauernhöfe aus, wenn ein Hof oder ein Stück Land zu kaufen ist. – Der Bauernprotest richtet sich folglich an die falsche Adresse: Weder Konsumenten, Grossverteiler oder Ökoanforderungen sind schuld am Höfesterben. Die Treiber des Strukturwandels finden sich in den eigenen Reihen. Dagegen braucht es als erste Massnahme Obergrenzen für gerechter verteilte Direktzahlungen, wie dies früher der Fall war. Noch aber blockieren die Nutzniesser des Status quo mit ihrem Einfluss auf Bauernverband und Bundesparlament die nötigen Reformen.“ 

Herbert Karch, Spiegel bei Bern (erschienen heute im Bund)

Wir Erben

Posted in Agrikultur, Patrimoine et architectures, Politik, Uncategorized by ruedibaumann on Februar 10, 2024

Letzte Filmaufnahmen für einen vielversprechenden Dokumentarfilm:

https://www.tonundbild.ch/wir-erben

Demnächst in diesem Theater!

FNSEA

Posted in Agrikultur, Politik by ruedibaumann on Februar 2, 2024

Die FNSA https://www.fnsea.fr ist die grösste Bauerngewerkschaft Frankreichs. In den letzten Tagen gross in Erscheinung getreten mit den eindrücklichen Traktorenkonvois auf den französischen Autobahnen. Die Fédération National des Syndicat d’Exploitation Agricole ist nur eine von vier Bauerngewerkschaften. Daneben gibt es die JA (Jeunes Agriculteurs), die CR (Cordination Rurale) und die Confédération paysanne. Dabei gibt es erhebliche Differenzen in der politischen Ausrichtung der einzelnen Organisationen. Die Confédératon paysanne würde ich als links grün bezeichnen, ähnlich der schweizerischen Kleinbauernorganisation. Die Cordination Rurale steht politisch ganz rechts und steht dem Rassemblement National von Marine LePen nahe.

Die FNSA (auch Fédé genannt) ist am ersten mit dem Schweizerischen Bauernverband SBV vergleichbar. Ihr Präsident Arnaud Rousseau ist selber ein grosser Céréalier (700 Hektaren Betrieb) und Verwaltungsratspräsident in zahlreichen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen (u.a. Avril mit duzenden von agroindustriellen Gesellschaften).

Die enge Verbandelung mit der ganzen internationalen Agroindustrie macht es der FNSEA zunehmend schwierig, die Bäuerinnen und Bauern, „les paysans sur le terrain“ zu vertreten.

Affaire à suivre…

Wir Bauern

Posted in Agrikultur, Bauernland, Politik by ruedibaumann on Januar 5, 2024

Wir Bauern sollten uns nicht beklagen. Uns geht es gut, verglichen mit der übrigen Bevölkerung sogar sehr gut. Wir geniessen zahlreiche Privilegien: wir wohnen in der Regel in einem grosszügigen Bauernhaus in schöner ländlicher Umgebung. Die Kinder haben ein paradiesisches Umfeld: viel Platz zum spielen, eigene Haus- und Nutztiere, einen grossen Garten, Obstbäume, Blumen auf den Feldern. Die Eltern, oder zumindest ein Elternteil ist meistens anwesend auf dem Hof und können den Kinder und Jugendlichen zeigen, wie Nahrungsmittel entstehen und verarbeitet werden und sie in ihre Ämtli einführen. Neue Technik und Maschinen sind allgegenwärtig und erleichtern die früher oft harte Hand- und Kinderarbeit. Die vielen Arbeitserleichterungen und organisatorische Massnahmen haben die hohen Präsenzzeiten mit Wochenendarbeit stark reduziert.

Die grosszügigen Direktzahlungen sorgen dafür, dass in der Regel auch das Einkommen stimmt. Für grosse Betriebe stellen die Direktzahlungen heute schon ein bedingungsloses Grundeinkommen dar. Wir Landwirte profitieren von der Möglichkeit, grossflächig Solarenergie zu erzeugen und zu verkaufen.

Die politische Übervertretung der rechtsbürgerlichen Bauern im eidgenössischen Parlament führt leider dazu, dass der Bogen überspannt wird. Die Landwirtschaft wird in aller Regel von Sparmassnahmen verschont. Alle agronomisch sinnvollen Massnahmen wie Einschränkung der Tierfabriken, minimale Biodiversitätsflächen, Einschränkung der Dünger- und Pestizidanwendungen werden erfolgreich von der starken Agrarlobby bekämpft. Mahnende Stimmen wegen der Klimaveränderung finden in der Agrarpresse keinen Rückhalt. Grüne und linke Agrarpolitiker*innen werden diffamiert, ausgegrenzt und anonym zur Abwahl empfohlen. Die minimalsten journalistischen Anstandsregeln werden in den Bauernzeitungen laufend verletzt.

Ich würde mir wünschen, dass auch in der Bauernzeitung eine anständige Diskussionskultur über agrarpolitische Themen stattfinden könnte. Auch über die Situation in Deutschland und Frankreich. Das ewige Gejammer über die ach so bösen Regierungen und unfähigen Beamten führt nicht weiter. Im Interesse aller Bäuerinnen und Bauern sollten bei aller Kritik jeweils auch die Höhe der einzelbetrieblichen Direktzahlungen aufgeführt werden. Der Goodwill der übrigen Bevölkerung und Steuerzahler ist nicht grenzenlos.

Olivenöl produzieren in der Toscana?

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Dezember 20, 2023

Ein Agronomiekollege von mir verkauft altershalber seinen traumhaften Olivenproduktionsbetrieb in der Nähe von Montepulcano. Nicht billig, aber einzigartig!

https://www.carratellire.com/#/property?ref=9323-1

Hochwasserschäden reparieren…

Posted in Agrikultur, Politik by ruedibaumann on Dezember 15, 2023

Jedes Hochwasser verursacht Schäden und damit viel unentgeltliche Arbeit um die Schleuse, die Britsche und den Fischpass wieder instand zu stellen! Die Klimakrise lässt grüssen… Eigentlich sollten die Klimaskeptiker und -leugner der SVP dafür bezahlen!

Widli schneiden

Posted in Agrikultur, Patrimoine et architectures, Politik by ruedibaumann on Dezember 7, 2023

Ich fördere damit die Biodiversität am Gewerbekanal, auch wenn sich der der machttrunkene Antibiologie-Agrarlobby-General und Raubritter im Nationalrat mit aller Gewalt gegen eine naturnahe Landwirtschaft stemmt…

Es war einmal…

Posted in Agrikultur, Bauernland by ruedibaumann on Dezember 2, 2023

… ein kleines Bauerndorf im Berner Seeland. Willkommen in Suberg…

….in diesem Schulhaus ging ich neun Jahre in die Primarschule

(anstelle des Schulhauses steht heute ein Teil einer Düngerfabrik)

In diesem alten Gasthof „Zum goldenenKrug“ ist meine Urgrossmutter Maria-Magdalena aufgewachsen…

Leider steht das Restaurant seit über einem Jahr leer…

Das bediente SBB-Bahnhöfli wurde abgerissen und durch eine moderne S-Bahn-Station ersetzt…

Die alte Post, während 100 Jahren durch die Familie Baumann betrieben, wurde geschlossen…

Auf dieser Post ist übrigens mein Vater aufgewachsen…

Wer mehr wissen will, kann auf Play-SRF den mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm „Zum Beispiel Suberg“ von Simon Baumann ansehen oder mein Büchlein „Bauernland“ lesen…

„Rollfeld“

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on November 17, 2023

Verschwenderische Natur! Die Eicheln auf unserer prächtigen Hofzufahrt sind ein reich gedeckter Tisch für die Wildschweine. Und eine Augenweide!

Naturschutzgebiet Chnuchelhuusgrube

Posted in Agrikultur by ruedibaumann on Oktober 25, 2023

Im Rahmen der Gesamtmelioration Grossaffoltern 1978-1998 wurden für den Wegebau hier eine Kiesgrube geschaffen. Nach Abschluss der Arbeiten konnte das ganze Areal (rund 8 ha) unter Naturschutz gestellt werden. Von besonderer Bedeutung sind die Sandsteinfelsen als Habitat für zahlreiche Uferschwalben. Daneben gibt es diverse Gewässer und Trockenstandorte. Ein gelungenes Projekt für mehr Biodiversität in einer Region mit intensivem Ackerbau.